guest
» Gespielt von
Was bisher geschah ... Topinfos

#07 Plot

Der Druck steigt


# April, Frühling #
# Stark bewölkt, zwischendurch Donner #
# zwischen 10:00 und 12:00 Uhr #

Mit Anbruch des neuen Monats begann sich das Wetter sowohl in Nasval als auch in Amdir schlagartig zu wandeln. Es schlug teilweise einmal täglich um. Doch nicht nur das Wetter wandelt sich... Nach dem Flop der Nightfalls ist die Anspannung im Rudel groß gewesen. Niemand wusste, wie es weitergehen soll nachdem sie die Rebellen verpasst haben. Jedoch traute sich auch niemand Tyrese zu fragen, was sein nächster Schachzug sein würde. Die Stimmung war tagelang angespannt, denn auch der Tyrann selbst musste sich erst einmal einen neuen Plan überlegen. Niemand weiß bis jetzt, was den Nightfalls bevorstehen würde, doch die schwarzen Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes. Momentan herrscht nur die Ruhe vor dem Sturm. Die Rebellen ahnen noch immer nichts von den Geschehnissen bei den Nightfalls, jedoch spüren auch sie eine gewisse Anspannung in der Luft. Obwohl sicher war, dass das Unwetter nicht ewig pausieren würde, beschloss Gwydion, dass er mit seinem Sohn Chaske und Khazen aufbrechen würde, um die Grenzen Amdirs abzulaufen und die Gegend auszukundschaften.


Vergangene Plots

#05 Plot

Lichterspiel im Winterzauber


# Anfang Winter #
# windstill, bewölkt, kühl #
# späte Morgenstunden #

Schwere Verluste haben den Herbst in den Köpfen der Wölfe geprägt. Sowohl die Nasvalianer als auch die Rebellen haben Rückschläge erhalten. Die Rebellen verloren Eloa und auch den verschwundenen Beta Leiard. Die Nasvalianer verloren einander, so dass lediglich Nhor übrig blieb. Dieser ist nun ein Neuling bei den Rebellen. Neue Rekruten braucht die Rebellion. Zwischen all dem Trubel um die Begegnung mit den Nightfalls und den Verlusten, war untergegangen, dass Freya fort war. Niemand will bemerkt haben, warum und wohin die junge Fähe gegangen sei. Chaske nahm sich dieser Aufgabe an und stürzte sich in die Suche nach der Fähe. Sein Verbleib ist genauso ungewiss wie der von Freya und Leiard. Die Nightfalls verloren lediglich die Chance auf einen Sieg über die Rebellen. Doch auch bei den Nightfalls kam es zu einem Todesfall, denn nachdem Bevan Nhor bei seiner Flucht geholfen hatte, nahm Oshae die Schuld für die Flucht des Gefangen auf sich. Und so bestrafte Tyrese sie mit dem Tode. Oshae opferte sich, um Bevan zu decken. Dies wird wohl Bevans düsteres Geheimnis bleiben.
Doch trug der Herbst auch Früchte. Sharon schenkte den Rebellen zwei Welpen, deren Leben in die Obhut der Rebellion gegeben wurde. Während Sharon zwei wehrlose Welpen zur Welt brachte, wuchsen Lyras Welpen zu Kämpfern. Murdoch hatte genug Zeit, um seine Söhne zumindest ein wenig in die Welt eines Krieges eintauchen zu lassen. Während Lyra ihre Tochter auf das Jagen spezialisierte, um sie bei Tyrese gut dar zu stellen, wuchsen Gin und Fael in eine Richtung heran, die Lyra missfiel. Zum Ende des Herbstes begangen Iyiny und Tyrese zur Vermehrung der Krieger beizutragen. Der Tyrann höchstpersönlich würde seine ersten, eigenen Welpen ins Leben setzen, sobald der Winter vorüber war.
Seit dem Kampf zwischen Rebellion und Tyrannei sind 6 Wochen vergangen. Eine Zeit ohne Gewalt. Und dennoch geprägt von vielen Veränderungen. Der Herbst verlor all seine Blätter und nahm dabei einige Wölfe mit sich. Der Winter klopfte an der Tür, aber die vom Herbst verschlungenen Wölfe tauchten nicht mehr auf. Doch dieser Winter war anders. Ungewöhnlich mild und bisher ohne Schneefall. Vielleicht ein Zeichen der Götter? Möchte das Schicksal den Rebellenwelpen das Leben schenken? Für die Rebellen ist es ein gutes Zeichen, da ihre kleinen Schützlinge einen kalten Winter nur schwer überleben würden. Doch das ist nicht die einzige Sorge des Rudels. Freya, Chaske und auch der Betarüde Leiard sind noch immer nicht zurückkehrt. Nur wenige glauben noch an ihre Rückkehr. Gwydion hat nicht nur einen weiteren Sohn ziehen gelassen, sondern auch einen guten Freund und Berater. Für die Nightfalls war der Winter kein Problem und brachte auch keine Sorgen mit sich. Gin, Fael und Nayara wuchsen tüchtig heran und waren auf ihren ersten Winter gut vorbereitet. Für die Gefährtin des Tyrannen galt nun Schonzeit, immerhin trug sie die Brut der Tyrannei in sich.
Kann man dem Schein eines ruhigen und milden Winters überhaupt trauen?

#04 Plot

Farbenspiel des Winds


# Anfang Herbst #
# leichter Wind, frisch, bewölkt #
# Mittags #

Dieser Herbst war ein ereignisreicher Herbst. Bei den Rebellen wurden Elín und Leiard zu Gwydions Unterstützung zu den Betawölfen des Rudels auserkoren. Und so widmeten sie sich ihren neuen Aufgaben. Während Leiard mit Khazen das neue Tal ein wenig unter die Lupe nahm, erkundigte Elín sich nach dem Befinden des neusten Mitglied der Rebellen: Eloa Tajou. Bisher war sie eher eine ruhige Begleiterin des Rudels, schien jedoch in Elín Gegenwart aufzutauen. Chaske erklärte sich selbst zum Beschützer Sharons und ihrer Welpen. Er versprach immer für sie da zu sein und über ihre Welpen zu wachen. Zugleich nahm er Reza, die offensichtlich mit Gwydion anbändelte, in die Fänge und versuchte mittels Provokationen sie aus der Reserve zu locken. Schnell wurde daraus eine Diskussion über die Liebe, welche zwar kein eindeutiges aber ein friedliches Ende gab. Gwydion hingegen plagte das Gefühl für Chaske kein richtiger Vater zu sein, doch Tinúviel bemühte sich ihren Vater zu motivieren und Chaske Zeit zu geben.

Nachdem Lyra ihre Welpen mehr oder weniger gut in der Höhle hinhalten konnte bis ihr Vater kommt, erfüllte dieser den Welpen ihren Wunsch nach draußen zu gehen. Im Licht der Sonne angekommen beantwortete Murdoch die Fragen seiner Welpen. So beschrieb er seine Aufgaben als Beta und zeigte den Welpen wer der Alpha ist, jedoch kam es noch nicht zu einem Kennenlernen. Als die Rudeljäger – jedoch ohne Harlequin – zurückkehrten, waren sie nicht allein. Sie brachten zwei Fremdlinge mit: Nhor und Celeste. Diese hatte Bevan bereits am See kennengelernt. Sowohl Bevan als auch die Nasvalianer waren froh sich einander wiederzusehen. Noch war den beiden nicht bewusst, dass sie gar keine Gäste, sondern Geiseln waren. Doch schnell wurde ihnen klar in welcher Situation sie sich befanden. Iyiny hingegen hatte ihre Freundin Ilyn aufgegriffen und sie zu Tyrese geführt, welcher diese ins Kreuzverhör nahm. Jedoch tat Ilyn auf unwissend und versuchte somit ihre Freunde zu schützen. Zugleich wagte sie es dem Tyrannen Widerstand zu leisten. Schnell flog die Lüge der Fähe auf und Iyiny erzählte vom Aufgriff der anderen zwei Nasvalianer.
Dieses Gespräch trug zwei Tage später seine Lorbeeren. Tyrese streifte in zwei Gruppen durch Nasval, jeweils mit einem Nasvalianer in der Hinterhand um eine Art Lockvogel für weitere Einheimische zu haben. Nhor wurde derweil bei den Nightfalls zurückgelassen. Dies war jedoch ein folgenschwerer Fehler, denn Bevan verhalf seinem Freund zur Flucht. Er wollte ihn nicht länger Leiden sehen. Dies blieb sogar unbemerkt. Lyra machte nämlich mit Nayara, Gin und Fael einen Spaziergang zur naheliegenden Blumenwiese. Leider musste Lyra ihren Ausflug schneller beenden als geplant, da Gin und Fael versuchten sich aus dem Staub zu machen. Der Rücktritt zum Rudel sollte eine Art Bestrafung sein. Dort angekommen bespaßten Tsume und Ragnarök die beiden Jungrüden. Lyra stellte Bevan ihre Tochter Nayara vor. Diese schlossen einen Band der Freundschaft.

Bei den Rebellen stärkten sich auch die Rudelbeziehungen. Chaske versuchte Sharon bei ihrer Sorge um Khazen zu trösten, während Deven und Reza sich näher kamen. Die trächtige Sharon und ihr neuer Beschützer bekamen unerwünschten Besuch durch eine Raubkatze, welche Chaske zu vertreiben versuchte.
Nachdem Dhiala von ihrem Dilemma berichtet hatte, schickte auch Gwydion zwei Suchtrupps aus. Er war gewillt der Einheimischen Hilfe zu leisten. Gwydion und Eloa trafen dabei auf Murdoch, Iyiny und der gefangene Ilyn. Im Laufe des Kampfes zwischen den gegnerischen Parteien, konnte Ilyn die Gunst der Stunde nutzen und die Flucht ergreifen. Nachdem Ilyn geflohen war, konnte Gwydion jedoch nicht verhindern, dass Murdoch Eloa tötete. Durch ein lautes Fauchen machte sich Besorgnis breit bei Gwydion, die ihn zu Flucht leitete. Schnell führte ihn dies zu seinem Sohn und Sharon. Gemeinsam mit Chaske vertrieb er die Raubkatze und kehrte mit beiden Wölfen zum Rudelplatz zurück. Er hatte ihnen bereits vom Tod Eloas gebeichtet und offenbarte ebenfalls, dass er schuld daran war. Am Rudelplatz angekommen wurde Gwydion regelrecht überfallen von Elín und musste ihr unangenehmer Weise selbiges beichten. Die Betafähe versuchte Gwydion seine Schuldgefühle zu nehmen. Auf seinen Wunsch hin suchte sie nach Reza. Als sie diese gefunden hatte, brachte sie Reza und auch Deven in eine missliche Lage. Diese schienen einander näher gekommen zu sein. Reza wurde zu Gwydion zurückgeschickt und kümmerte sich um ihren verletzten Helden. Deven wurde zur Jagd mit Elín verdonnert und gabelte bei dieser den geflohenen Nhor auf.

Tyrese, Abigail und Celeste bildeten die andere Gruppe. Während Celeste als Lockvogel voraus gehen sollte und die beiden Nightfalls zu den anderen Einheimischen führen sollten, unterrichtete Tyrese Abigail. Celeste versuchte die Nightfalls auf eine falsche Fährte zu locken, da sie Dhiala in einem Versteck bemerkte. Und bei ihr waren Khazen und Leiard. Nachdem Tyrese und Abigail jedoch Celestes Schwindel bemerkten, griffen diese die Fähe an. Überstürzt rannte Dhiala aus ihrem Versteck und versuchte Celeste zu retten. Noch ehe Dhiala ihre Freundin retten konnte, nahm Abigail Celeste das Leben. Khazen hingegen widmete sich dem Tyrannen selbst zu. Es kam zu einem blutigen Kampf. Auf beiden Seiten. Leiard versuchte Khazen zu helfen und schaffte es einen guten Moment abzupassen, in dem beide fliehen konnten. Nachdem sich Khazen und Leiard aus dem Staub gemacht hatten, widmete sich Tyrese den Kämpfenden – Abigail und Dhiala – zu. Schließlich musste auch Dhiala ihr Leben lassen. Während Khazen verletzt aber lebend beim Rudel ankam, war von Leiard keine Spur. Nachdem Khazen Gwydion Bericht erstattet hatte, ließ er sich von seiner Geliebten pflegen.


#03 Plot

Das Spiel mit dem Feuer


# Mitte Sommer #
# schwül, wenig Wind, kaum Wolken #
# Vormittags bis Mittags #

Man sagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, aber ist dem wirklich so? Über Amdir liegt ein fader Beigeschmack vermischt mit der Dunkelheit der Herzen der Wölfe. Sowohl über die Nightfalls als auch über die Rebellen hat das Schicksal sein Unheil gezogen. Ob die letzten Monate, in denen nichts sonderlich Auffälliges geschah, diese Wunden tatsächlich heilen kann, ist fragwürdig. Die Rebellen wurden nach ihrer Flucht von Freya und Chaske zum Lager begleitet, dort wurden alle Wunden so gut es nur ging versorgt. Auch die Wunden der Nightfalls wurden geleckt, so kamen sich Murdoch und Lyra erneut ein Stückchen näher.

Es sind ungefähr drei Monate vergangen seitdem sich Gwydion, Reza und Khazen einen blutigen Kampf mit drei Wölfen der Nightfalls geliefert haben, den nur der Betawolf Murdoch und sein Weggefährte Zetyr überlebten. Drei Monate ist die öffentliche Demütigung Oshaes durch den Tyrannen her. Doch ihre Wunden werden wohl mehr Zeit zur Heilung benötigen als alles andere. In den letzten drei Monaten hat sich nicht sonderlich viel getan. Jedenfalls hat sich keine Katastrophe oder ähnliches zugetan. Es war ja auch für beiderseits Rudel ziemlich turbulent in der letzten Zeit, so dass die letzten Monate zur Ruhe genutzt werden konnten. Die Einzelgängerinnen Sharon und Eloa Tajou wurden in das Rudel der Rebellen aufgenommen und haben sich von nun an eben so an die Netiquette zu halten wie die anderen Mitglieder auch.

Und so zog Frühling vor rüber. Sicher war der Frühling keine sonderlich heitere Jahreszeit für die Bewohner von Amdir, doch trug auch er Früchte, die gedeihen. So ist aus der kleinen verwirrten Welpin Izusa nun ein stattlicher Jungwolf mit eigenem Kopf geworden. Wird Tyrese sie rechtzeitig umpolen können? Ihre Neugierde im Keim ersticken? Sicherlich wird er nun viel Wert auf eine grundierte Ausbildung seiner Wölfe legen. Jetzt, wo er weiß, dass Gwydion überlebt hat und einen Widerstand plant. Ob der Tyrann von Amdir weiche Knie bekommt? Auch Gwydion müsste sich rüsten, nun wo doch sein Geheimnis um die Rebellion entlüftet ist. Doch all diese Dinge benötigen vor allem eines: Zeit. Und die Zeit bleibt nicht stehen. Sie rennt weiter. Genauso wie das Schicksal. Und das meint es bekanntlich nicht gut mit den Wölfen aus Amdir.

Nachdem nun der Frühling von dem Sommer abgelöst worden war, erstrahlte Amdir in seiner vollen Farbenpracht. Flora und Fauna wuchs und gedeihte. Doch dieses Jahr herrschte eine eher trockene Luft in Amdir und die dazukommende Hitze ließ ein nicht absehbares Unheil über das Tal herein. Das trockene Gras fing Feuer, welches sich blitzschnell verbreitet hatte.
Schnell hatten die Nightfalls das Feuer bemerkt und pure Panik war ausgebrochen. Tyrese und seine Betawölfe taten sich ungeheuerlich schwer die aufgebrachte Horde Wölfe zum Zuhören zu bewegen. Tyrese gab den Befehl dem vertrockneten Fluss zu folgen. Sie würden im benachbarten Tal Schutz suchen. Nur ungern verließ der Tyrann seine Heimat und sein Reich, doch das war ihm lieber als zu sterben. Und nach dem nächsten Regen könnte man sich anschauen, wie viel das Feuer zerstört hatte. So flohen die berüchtigten Nightfalls, von Panik und Aufruhr geleitet durch die Flammen am vertrockneten Flussbett entlang, in Richtung fremde Welt. Unwissend dass dieses Feuer bereits Opfer gefordert hatte. Hlín war mit zwei anderen Wölfen abseits des Flussbettes gefolgt. Hlín trennte sich jedoch von ihnen als ihm der Geruch eines Rebellen in die Nase stieß. Kilian. In dem Aufruhr hatte sich der Rebellenjüngling verirrt. Während Hlín die Gunst der Stunde nutzte, um den Sohn Gwydions zu töten, wurde er durch das Flammenmeer von seinen zwei Begleitern abgetrennt und vom Feuer verschlungen. Die beiden Begleiter Hlíns rannten Richtung Flussbett. Ihre Aufgabe war es nun Tyrese von dem heldenhaften Abgang seines Betas zu erzählen.
Noch bevor die Rebellen zur Jagd aufbrachen, bemerkten sie die dunklen Rauchschwaden am Horizont. Gwydion überlegte, ob das Feuer sie auch in die Berge verfolgen würde, doch selbst wenn die Flammen vorher ausgelöscht werden sollten, so wäre ihr Jagdgrund vom Rauch erstickt. Und so wies er an die Berge zu verlassen und gen Osten das Tal zu verlassen. Das Feuer verbreitete sich schnell. Ehe die Wölfe die Berge verlassen hatten, hatte das Feuer schon fast den Fuß des Berges erreicht. Die einzige Chance: Mittendurch. Die Rebellen mussten also durch die Flammen fliehen. Gwydion sagte ihnen, dass sie zur nächstgelegenen Gebirgslandschaft im Osten müssen. Dort würden sie sich treffen, sollten sie sich verlieren.

Man hörte öfter mal von einem benachbarten Tal namens Nasval in Richtung Osten, doch das einzige was den Wölfen nun blieb war die Flucht.

Zu dieser Zeit ahnten die Wölfe von Nasval noch nichts von alle dem. An der westlichen Grenze erkannte man zwar weitentfernte Rauschschwaden, doch war man sich sicher, dass diese nicht herüber nach Nasval ziehen würden. In Nasval war alles so wie immer und doch anders. Der Duft der Veränderung war klar. Und doch schien er schier ignoriert zu werden. Die Wölfe lebten nach wie vor in Freiheit und kannten nur das Gesetz ihrer Welt. In Nasval war die Konstruktion eines Rudels beinahe unbekannt. Die Wölfe lebten entweder alleine oder in einer Zweckgemeinschaft, die einem Rudel ähnlich sah, doch gab es dort keine Ränge und somit keinen Alpha. Sie trafen sie lediglich ab und zu zum Jagen, Geschichten erzählen und um das Bedürfnis nach Gemeinschaft- und Sozialbefinden notgedrungen zu befriedigen. Was kam auf die Wölfe in Nasval zu?

#02 Plot

Wandel der Zeit


# Ende Frühling #
# sonnig & eine frische Brise #
# Mittags #

Es sind 3 Tage vergangen seit dem das heftige Unwetter in Amdir getobt hat. Nun hat sich das Himmelsgemüt beruhigt, doch haben sich auch die Gemüter der Wölfe beruhigt? Noch immer sind die Folgen des Sturmes spür – und sehbar. So auch bei den Wanderern Vaneya und Akash. Erst vor kurzem kamen sie nach Amdir und haben direkt ein schlimmes Erlebnis mitbekommen. Durch den Sturm wurden sie getrennt und suchen nun einander. Vaneya irrt im Wald nahe der Gebirgskette in Amdir umher und sucht ihren Geliebten. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rudelplatzes der Nightfalls. Werden sie ihm helfen seine Geliebte zu finden? Wird Tyrese ihre Liebschaft zu seinen Gunsten nutzen? Werden Vaneya und Akash wieder zueinander finden? Doch nicht nur das mysteriöse Pärchen leidet unter den Folgen des Sturmes. Auch die Nightfalls haben Opfer. Alduin fand durch den Sturm seinen Tod und hinterlässt seine beiden Schwestern Aralil und Izusa. Nibiru Ea gilt nicht mehr als nur noch verschwunden, da ihr Körper gefunden wurde. Jedoch vollkommen leblos. Wie geht das Rudel mit diesen beiden Verlusten um? Aber vor allem wie wird Tyrese den Tod eines hochgeschätzten Mitgliedes und den eines wichtigen Nachzüglers wegstecken? Nahe der Gebirgskette befinden sich Khazen und Sharon. Wird er sie zu den Rebellen führen? Bei den restlichen Rebellen herrscht eher angespannte Stimmung, obwohl Gwydion mit seinen Jüngern sich im noch wohlbehüteten Lager in den Bergen zurückgezogen hat. Gwydion weiß erst seit kurzem von seinen Kindern und hat keine Zeit in die Vaterrolle hineinzuschlüpfen. Durch das Gewitter kam es zwischen Tinúviel und Gwydion auch zu keiner großen Aussprache.

#01 Plot

Flucht ins Glück


# Ende Frühling #
# Bewölkt, leichter Wind #
# Morgens bis Mittags #

Erst seit kurzem hat Gwydion sein geheimes Lager im Hochgebirge errichtet. Dort suchen die Rebellen gemeinsam Schutz vor den Nightfalls. Wie lange sie dort unentdeckt bleiben, ist fraglich. Sie legen jedoch viel Wert darauf, dass ihnen niemand folgt. Insbesondere da seit kurzem ein Paar zu den Rebellen gestoßen ist, welches Nachwuchs erwartet. Gerade aus diesem Grund steht deren geheimer Rückzugsort an höchster Stelle.

Bei den Nightfalls gab es bereits Nachwuchs. Nibiru Ea hat zum Ende des letzten Winters drei Welpen geboren. Auch deren Schutz hat hohe Priorität, schließlich muss die Wolfsarmee wachsen und gedeihen.

Werden die Rebellen in ihr Glück flüchten oder werden die Nightfalls dem Versteck auf die Schliche kommen?


Basisinformation

# Gründungsdatum 22. Januar 2013 #
# Eröffnungsdatum 26. Januar 2013 #
# Rollenspielstart 07. Februrar 2013 #

Rudelübersicht

# Insgesamt 35 Wölfe #
# Nightfalls 20 Wölfe
# Rebellen 13 Wölfe
# Einzelgänger 0 Wölfe
Karte » Nasval
A B C D E F G H I J K L M N O P
1
ΔΔ×ΔΔΔΔ××××ΔΔΔΔΔΔΔΔΔΔΔΔ××××××××ΔΔΔΔΔΔΔ×××××Δ
2
3
4
5
6
7
8
9
» Übersicht
Posteingang
ungelesene Nachricht(en)
Letzte Beiträge
Raskán#Khazen
Raskán#Raskán
Break the Rules#Deimos
Forentreffen#Khazen
Forentreffen#Kaori
Dreamless » Suche » Suchergebnis » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
Zeige Themen 1 bis 16 von 16 Treffern
Autor Beitrag
Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

27.08.2017 21:57 Forum: Rol­len­spiel

Sein Blick ruhte ganz alleine auf den voran tretenden Fael in dessen Gesicht er nach einem Ausdruck suchte, den er schon von Welpentagen an sich heften hatte und der ihm deutlich sagte, dass es ihm gut ginge. Zumindest milderte es den angespannten Atem des Vaters, der sein verbliebenes Ohr nach vorne drehte und keineswegs auch nur im Ansatz entgleiste. Er wirkte noch immer starr, angewurzelt und erhaben mit dem zwanghaften Versuch sich den Deut von Müdigkeit nicht anmerken zu lassen, denn da gab es eine schmale Schnauze, die sich mit gedämpfter Stimmung und einem eisernen Schweigen an ihn drückte. Er fühlte die Luft, die aus den Lungen seines Jungen kam und ihn fast im gleichen Moment wieder nur erahnen ließ, dass er seine Nähe gesucht hatte. Nun waren sie beide keine überschwänglichen Kontaktsucher gewesen und er hatte auf eine respektvolle, etwas distanzierte Beziehung bestanden, aber... irgendetwas war anders. Womöglich auch nur die Erschöpfung, die dem Helleren der Brüder anzusehen war, denn immerhin fand er zumindest ein paar Worte für Gin. Das sagte ihm zumindest, dass in diesem Moment alles in Ordnung war, wenn man von dem Fußmarsch absah, der noch vor ihnen lag.

Seine Seelentore sondierten die vielen Augenpaare, die ihn ab und an kreuzten und sich dann wieder wegdrehten, um ihm nicht zu nahe zu treten. Er suchte da nicht nur nach seinem kleinen Töchterchen, sondern auch nach der Fähe, die sein Kinn ein bisschen höher zucken ließ. Nicht das da nicht immer noch das Gefühl war vollkommen unnütz gewesen zu sein, weckte Lyra in ihm trotz alledem den Stolz wie ein Krieger aus einem Gefecht hervorgekrochen zu sein. Niemand wusste von seinem belanglosen Wortgefecht, außer die, die in unmittelbarer Nähe gewesen waren und ihm war überhaupt nicht danach zumute diese Geschichte nun langatmig unter den Mann zu bringen. Stattdessen wagte er einen Schritt nach vorne, wollte an seinen beiden Sprösslingen vorbei gehen, die ihm womöglich mit Abstand folgen würden, als er schon den schwarzen Blitz erkannte, der sich zwischen den Beinen und Leibern vorbei auf ihn zu schlängelte. Hätte er nicht gewusst, wer es war, wäre er wahrscheinlich mit einem Satz nach hinten gegangen. Und da war es, das erste warmherzigere Lächeln auf seinen Lefzen, eine kleine Fähe, die ihn immer noch brauchte und deren Flüstern ihm nicht gegangen war, egal wie schwer er hörte. Ihre Zunge rollte dieses Papa so zaghaft, dass ihm ein Schauer über den Rücken glitt. Genau das hatte ihm gerade gefehlt.

“Yari... Yari, langsam.“ Bat er sie gedämpft und runzelte die breite Stirn bei ihrem aufgewühlten Gemüt, das wohl etwas entdeckt hatte, was ihr Herz noch immer zum stolpern brachte, denn der große Rüde hatte sich ihr soweit in den Weg gestellt, dass sie ihn als Dämpfer für ihre schnellen Schritte nehmen musste, wodurch er ihr Köpfchen auch sanft an seine Brust drückte, wie es Fael zuvor getan hatte. Nur dieses Mal war es seine Schnauze, die sich an ihrem Ohr vorbei drückte und über das Haupt rieb. Zumindest für einen kurzen Augenblick, um ihren vertrauten Duft einzuatmen. Ein bisschen Heimat in dieser Verlorenheit. Hier stand ein gewaltiges Rudel vor den Trümmern eines neuen, alten Zuhauses, die seine Pupillen langsam wieder in die Ferne wandern ließen, das Haupt dabei noch immer ein bisschen geduckt, als würde er in diesem Moment einfrieren. Es war ihm, als fühlte er noch immer das Prickeln des Feuers, das ihn beinahe seinen Pelz und sein Leben gekostet hätte, weil er waghalsig in die Flammen zu seiner Gefährtin gesprungen war. Es war und blieb eben der bittere Beigeschmack, vermischt mit der Gewissheit, dass die Rebellen nicht ruhen würden. Man hatte der Schlange den Kopf abgeschlagen, nur das diese Schlange eine Hydra war... und sobald man ihr den nächsten abtrennte, würden dafür zwei neue nachwachsen. Gram schlich sich dabei zurück in seine Miene, die düsterer und düsterer wurde und von dem Schmunzeln nur noch einen bloßen Schatten zurückließ. “Wie geht es dir? Wie war eure Reise?“ Richtete abwesend an seinen Nachwuchs, dem er nun langsam wieder einen prüfenden Blick schenkte.

Sein Instinkt betrog ihn für gewöhnlich nicht. Es war mehr als nur anstrengend gewesen. Sie traute sich nicht einmal in die Nähe ihrer Brüder, als hätte sie irgendetwas entzweit, wo sie doch sonst so unzertrennlich gewesen waren – oder zumindest den selben Erdfleck teilten. Schon alleine deswegen versuchte er sich tief in die Iriden zu graben und zeitgleich ein Ohr darauf zu haben, wann sich die Meute wieder in Bewegung setzte.


{ nahe Gin & Fael || ist skeptisch wegen der Stille, belässt es aber auf sich beruhen und begrüßt seinen Sohn | entdeckt Lyra und will auf sie zu | wird von Nayara überrascht | erkundigt sich nach ihr und sucht nach einem Grund für ihr Verhalten. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

28.06.2017 09:33 Forum: Rol­len­spiel

Nichts hatte er getan. Sein Körper war unversehrt und sein Maul knochentrocken. Kein einziger Sprenkler an Blut durchsetzte sein silbernes Fell, das nicht länger diesem Träger gehören dürfte. Er war enttäuscht, wütend und zeitgleich noch so starr. Sein Blick glitt zu seiner Rechten in das schwarze Loch, das sich tief in das Gesicht seines Alphas gefressen hatte. Dieses Auge würde ihn nie wieder spöttisch und tadelnd ansehen. Es hatte seine Aufgabe erfüllt wie es Gwydion getan hatte, als ewiger Schatten einer ganzen Generation, die sich mit jedem Atemzug an die Hoffnung geklammert hatte diesen schwarzen Teufel zu Fall zu bringen. Und selbstredend erinnerte er sich an die kleineren und größeren Gefechte mit dem Rebellen. Es war ihm sogar beinahe so, als fühlte er in diesem Moment wieder die zwickenden, stechenden Narben, die dieser ihm zugefügt hatte. Nein, nicht einmal im Tod wollte ihn dieser Verräter loslassen und er hatte nur stumm zugesehen. Hatte gesehen, wie er zu Boden geglitten war, begleitet von einem widerlichen Knacken, das jetzt noch in seinen Ohren widerhallte. Er hätte feiern sollen, seine Laune hätte auf dem Höhepunkt jauchzen und tanzen können, aber er tat es nicht. Er hatte einfach nur da gestanden und nichts getan, nicht einmal etwas gefühlt außer gleichbleibende Leere, die er versucht hatte mit irgendetwas zu füllen, denn immerhin war sein Rivale gefallen... oder es war eben das das Problem? Er war gefallen und wie Chaske richtig angemerkt hatte, zur Legende geworden. Sie würden ihn niemals töten. Er würde zum Exempel für andere trotzende Wölfe und sie hatten nicht die Macht es zu ändern, weil es immer irgendjemanden geben würde, der in diese großen Fußstapfen hineintreten wollte. Murdoch schnaubte darüber leise und spöttisch. Dafür hatte sein Herr die Hälfte seines Augenlichts gegeben, die er nun ersetzen würde, so wie er jedes Körperteil für ihn ersetzen und geben würde. Selbst wenn er dafür sein einziges Ohr einbüßen müsste und man ihm den Schädel spalten würde.

Der hochgewachsene Beta presste seine Kiefer fest zusammen, mit der Frage im Hinterkopf, warum er so feige gewesen war! Obwohl Feigheit wohl das falsche Wort dafür gewesen wäre, er hatte sich Chaske nur verbal gestellt. Vielleicht weil er in ihm etwas wiedererkannt hatte oder weil der Hass längst nicht so groß auf diesen Spross gewesen war, der nun vollkommen elternlos war. Ganz zu schweigen von dem kleinen Deimos, den das Abziehbild der Pest zwischen seinen Pfoten festgehalten hatte! Es war wohl eher diese Tatsache gewesen. Er hätte niemals auf ihn losgehen können mit dem Wissen, dass es so ein junges, bedeutendes Leben geopfert hätte, obwohl ihm nicht einmal klar gewesen war, ob Chaske überhaupt zugebissen hätte. Er stellte sich doch über die Nightfalls, die nur bitterböse Sklaventreiber waren. Das waren sie nicht! Sie hatten eine Struktur, die Ordnung und Loyalität verlangte, wie er es aus seinem Geburtsrudel kannte. Entweder man war für den Verbund oder dagegen. Es gab keinen Zwischenstatus, der es erlaubte abzuhauen, weil man sich eben auf die Mitglieder verlassen musste. Und er fragte sich wirklich, wie man kein Verständnis dafür entwickeln konnte. Man wurde eben für Dummheiten bestraft, gab man sich rechtschaffen und fleißig, wurde man mit gleicher Münze belohnt. Er hatte es doch am eigenen Leib gespürt. Am eigenen, zitternden Leib, der seine Beine regelrecht staksend voran trieb. Der Silberläufer war immer noch taub und kalt. Er hatte das Geheul aus Gewissenhaftigkeit mit angestimmt, jedoch keine Freude empfunden. Heute hatte er versagt. Schlicht und ergreifend versagt und irgendwie war es ihm auch nach einer geeigneten Strafe.

Seine immer düster werdenden Augen schweiften langsam von seinem Meister ab, mit der tiefen Bestürzung für seine hässlich leere Augenhülle, zurück zu dem nachtschwarzen Deimos, der einfach haltlos auf seinem Versteck gelaufen war. Am liebsten hätte er ihn dafür gerügt! Ihm die Ohren lang gezogen und laut nach seinem Verstand gefragt, doch er tat es nicht. Es war nicht sein Frischling. Er kannte noch keine Disziplin und war fehlgeleitet von seinen übermannenden Empfindungen. Was nicht hieß, dass er nicht das Gespräch mit ihm suchen würde, um zu erfahren, was ihn dazu gedrängt hatte einfach mitten in das Geschehen zu laufen und... Murdoch unterband seine immer weiter rollenden Gedanken. Gerade befand er sich vor einem mentalen Abgrund, den er erbost anstierte und trotzte. Wie pathetisch. Ihm schoss die Galle hoch und weckte damit den alten Zinnsoldaten in ihm, der noch eine geeignete Antwort auf seine vielen Fragen finden würde. In diesem Moment war es wichtig wieder diese gewisse Rolle zu spielen und sein klammes Herz sehnte sich nach seiner Lyra.

Er atmete für sich noch einmal leise durch und blinzelte zwei oder drei Mal, als er schon in der Ferne die Wölfe sehen konnte, die seinen vertrauten stolzen Gang weckten. Er suchte nach Fael und Nayara. Wo waren nur die zwei Stunden gewesen? “Gin, lauf' schon mal zu deinen Geschwistern und such' deine Mutter.“ Richtete er an seinen kleinen Abenteurer mit dem er über den ganzen Weg nur das Nötigste gesprochen hatte. Wenigstens für ihn konnte er stolz empfinden. Er hatte so reagiert, wie man es ihm gesagt und beigebracht hatte. Ihn traf keinerlei Schuld und war das, was zumindest wieder ein zartes Zucken in seiner Brust weckte.


{ nahe der anderen Gruppe || ist gedanklich ganz bei sich | steht noch unter Schock und ist unfähig etwas zu fühlen | trotz alledem enttäuscht von sich selbst | versucht sich das nicht anmerken zu lassen | belitb wortkarg. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

10.04.2017 21:59 Forum: Rol­len­spiel

Es war beinahe beeindruckend mit anzusehen, wie die Fassade fiel und hinter dem jungwölfischen Blick allmählich absolute Leere wiederkehrte. Als tauschte man das Innere im schwarzen Fellkleid aus, das so viel Groll in sich angestaut hatte. Seine Iriden zuckten von einem Auge zum anderen. Dieses Mal nicht mehr um nach ihm zu forschen und den kleinen Welpen zurück ans Tageslicht zu locken, sondern um ihn einfach anzusehen. Ihn und seine maßlose Überschätzung. Für einen Moment hatte er wirklich gedacht, dass er seiner Mutter gleichkam. Aber hier zeigten sich mehr und mehr Gwydions überhebliche und maßlose Züge. Als würde Murdoch hoffnungslos gegen einen Steilhang ankämpfen, den er nicht erklimmen konnte – mit Chaske an dessen Spitze, der ihm dumpf schmunzelnd Steine vor die Pfoten rollen ließ. Traurigerweise hatte der Jüngere noch lange nicht begriffen, dass er nicht am längeren Hebel saß und das der Silberpelz immer einen Ausweg in den Augenwinkeln sah. Er mochte ein Hitzkopf sein, der schnell Fassung und Stimme verlor, jedoch kein Dummkopf, der ohne einen Hintergedanken Gespräch und Kampf suchte. Diese Zeiten hatte es nie gegeben. Abgesehen von den Auseinandersetzungen mit der dunklen Pest, die er nur als Schemen außerhalb seiner strählernen Seelentore wahrnahm. Nur das Knurren, Grollen und Fetzen, das entging ihm nicht.

“Weißt du, was euer verdammtes Problem ist?“ Fragte er gedehnt und erkannte nur schwer, dass sich Gin wohl nicht mehr hinter den langen Läufen von Chaske befand. Er hatte ihn komplett aus den Augen verloren und fühlte fast im gleichen Moment, wie sich sein Herz Atemzug für Atemzug zitternd und ringend zusammenzog. Bis es nur noch ein kümmerlicher Muskel aus Schmerz war. Es fiel ihm so schwer überhaupt noch nach Luft zu schnappen, wobei sich sein Kopf beinahe schon einige Zentimeter höher schob. Den Zinnsoldaten mimte und seiner Stärke Ausdruck verlieh. Er war äußerlich vollkommen gefasst. Beinahe schon tonlos und ohne auch nur die Absicht zu hegen etwas von sich preiszugeben. “Euer Sinn zum Melodram. Wie ihr wieder und wieder und wieder auf eurer Vergangenheit herumkaut, als wäre es ein zähes, altes Einhörnchen. Ehrlich Junge, lass' es gut sein.“ Ganz zu schweigen davon, dass er sich nicht vorherbestimmen ließ, was er zu tun hatte. Er hatte jederzeit die Zeit und die Gelegenheit zu gehen. Auch ohne seine Erlaubnis, die ein kurzes Zucken seines rechten Auges erlaubte. “Weißt du, was mich stattdessen brennender interessieren würde, tapferer, kleiner Soldat? Fühlt sich deine Rache besser an, wenn du mich hier erdrosselst? Wenn du meinem Sohn sagst, dass du es für deine Mami getan hast und er im gleichen Atemzug das verliert, was dir so sauer aufstößt? Bist du dann ein guter Sohn?“ Spottete er mit gerunzelter Stirn. Es war unfassbar. So viel hatte er zuletzt noch mit Lyra an einem Stück geredet.

Er würde ihm keine konkrete Antwort auf seine Frage schenken. Murdoch wusste, wofür sein Organ in seiner Brust wummerte. Er wusste es und sah es vor seinem inneren Auge. Mit einem mehr als mühevollen Lächeln senkte er die Lider und fast im gleichen Moment wieder den Kopf. Fast mit dem Kinn die Brust berührend, um seine Fragen regelrecht zu unterstreichen. Ihm war nämlich irgendwo hinter Geäst und Gestein ein sehr kurzer Anblick eines gräulich-silbernen Pelzes aufgefallen. Ob es sich um Gin handelte, konnte er nicht mit Gewissheit sagen. In diesem Moment, wo er seine Augen nämlich wieder aufschlug, huschte ein schwarzer, viel zu kleiner Blitz an ihm vorbei. Es war nur noch die Idee, wem die zu klein geratenen Läufe gehören mochten, die sich beinahe mahnend wie ein Großer vor dem Rebellensohn und den Betarüden schob. Er war unfähig etwas zu sagen, als Deimos, den er erst Sekunden später an solchen erkannte, seine Schimpftirade vom Stapel ließ! ER hätte ihn am liebsten am Nacken gepackt und zur Vernunft geschüttelt!

Bis der gellende Schrei sogar sein noch verbliebenes Ohr erreichte. Es zuckte als Einziges, was noch auf dem Schädel stand, nach hinten und drückte sich dicht an. In diesem Moment wusste er gar nicht, wie er noch reagieren sollte. Keiner seiner Welpen war so töricht gewesen. Sie hatten gehorcht. Mit aller Inbrunst, die in ihren Leibern bebte. Ein mahnender Name hätte sie zurück an seine Pfoten gebracht, da war er sicher. Diese gruben sich nämlich gerade fest und wütend in den matschigen Boden, der unter seinem Gewicht noch nicht nachzugeben drohte. “DEIMOS!“ Brüllte er dem Frischling hinterher. Es vibrierte in hinter seinen Rippenbögen heftig. Wenigstens war sein tapferer Sprössling nicht zu sehen. Er musste sich wirklich in Sicherheit gebracht haben. Er hoffte es, als er sich mit einer gerunzelten Lefze einige Schritte von Chaske abwandte, behielt ihn aber im Blick und wollte auf den Welpen zustürmen, der die Kämpfenden bereits erreicht hatte. “Das zum Thema, ich habe eine Wahl. Es gibt nie eine Wahl, weil die Wahl für sich selbst gewählt hat.“ Fauchte er gereizt und erbost. Wenn er sich jetzt dazwischen werfen würde, wäre das der Startschuss für die nächste Balgerei, allerdings konnte er den Kleinen auch nicht dort zwischen den Rüden stehen lassen. Man würde ihn umrennen, niedertrampeln oder im Gefecht tot beißen. Also blieb ihm nichts anderes übrig als los zu spurten.


{ im Gespräch mit Chaske - Amdir || versucht aus Chaske schlau zu werden | appeliert an seinem Verstand | glaubt Gin gesehen zu haben nach väterlicher Panik | bemerkt Deimos und will ihm nach | behält allerdings Chaske im Auge. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

29.03.2017 19:08 Forum: Rol­len­spiel

Murdoch war nie ein sonderlich guter Redner gewesen. Er war ein Wolf für Taten und die schrien praktisch schon in seinen angespannten Muskeln, wobei sein Blick wohl eher auf dem jungen Chaske haften blieb. Er hatte nur noch eine sehr, sehr dumpfe Erinnerung an den kleinen Schwarzling, der vor knapp zwei Jahren – oder wie lange es auch her sein mochte – aus dem Rudel geflohen war. Seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten, nur offensichtlich um einiges klüger als der alte Herr. Es hätte ihm ein müdes Lächeln abgerungen, wenn er nur die Lust dazu gehabt hätte. Denn der Frischling war ein Diplomat. Es war ein kläglicher Versuch in das Hirn seines Herrn durchzudringen, dessen Seelentore nur noch nach Blut und Vergeltung schrien. Wenn es ihn einmal gepackt hatte, war es ein schier unmögliches Unterfangen ihn auch nur ansatzweise davon abzubringen. “Versuch' es das nächste Mal mit einem kräftigen Schlag gegen die Schläfe. Das wirkt eher.“ Richtete er tonlos an den Rebellensohn. Seine blauen Augen malten gerade jede Kontur des scharfkantigen Gesichtes nach. Sein Herz sagte ihm, dass es heute ein Ende haben würde, sein Kopf jedoch führte diesen elenden Zwist weiter. Selbst wenn Gwydion fiel, der sich heute wirklich außerordentlich bedeckt hielt, würde sein Welpe dafür weiterleben. Für ein Leben in Gerechtigkeit. Wofür der Silberne nur ein Schnauben übrig hatte.

Chaske richtete seine Worte an die Nightfaller. Gin war damit gemeint und ohne einzuschreiten beobachtete er, ob sich sein Jüngling daran halten würde. Es war ein gut gemeinter Rat, den er zu beherzigen hatte. Falls der wahnsinnige Khazen nämlich doch auf die Idee kam seinen Schlund um den Nacken seines Sprösslings zu spannen, wäre der Zinnsoldat derjenige, der dem Herbstfarbenen das Genick brach. “Reden ist zwecklos. Sie haben sich in Rage gestarrt, Junge.“ Kurz darauf hatte sein guter Freund bereits zum Sprung angesetzt. Er musste zugeben, es war eine elegante Rutschpartie geworden, die Tyrese dort hinlegte, um sich mit Krallen und Zähnen auf den schwarzen Teufel zu stürzen. Bedauerlicherweise war nicht er es, der dessen Blut schmecken würde. Für ihn reichte wohl nur die magere Erinnerung an ihr letztes Zusammentreffen, das ihm immer noch den ruhigen Atem raubte. Hier und da erinnerte eine unter dem Fell versteckte Narbe an dieses Zusammentreffen.

Zetyr ließ auch nicht lange auf sich warten. Er war der Wolf, der mit geschmacklosen Beleidigungen um sich warf. Das waren eher die Worte eines Welpen als die eines zivilisierten Wolfes. Dafür hatte er kein Verständnis, aber seine Strategie schien wohl aufzugehen. Nicht das er nicht selbst gerne mal aus der Reserve lockte, um seine Feinde kopflos in den Kampf einsteigen zu lassen. Das machte nämlich rasend vor Wut, wenn man die richtigen Knöpfe betätigte. Sie rollten aber traurigerweise direkt aus seinem Sichtfeld. Er sah zumindest aus den Augenwinkeln, wie sie aus einem Gemisch aus schlammigen Braun und dreckigen Weiß einen Abhang für sich entdeckten.

Für ihn war es damit an der Zeit es seinem Meister zu folgen. Er schlitterte, vielleicht nicht ganz so anmutig und beeindruckend, dem restlichen Fellkleidern hinterher und landete nach gut zwei oder drei Wolfslängen weiter unten in der Nähe von Chaske. Sie waren noch weit genug voneinander entfernt, um nicht mit ihren Leibern gegeneinander zu prallen. Es gab noch Luft um dem anderen einen Vorsprung für eine Flucht zu lassen. Aber das war sicher nicht im Sinne beider Parteien. Fürs Erste hielt er sich wirklich bedeckt. Als Mörder seiner Mutter, die eine ansehnliche Fähe gewesen war, wusste er nicht, was dem Pechschwarzen bei seinem Anblick durch den Kopf ging. Ekel, Trauer oder Wut. Er forschte in seinen Seelenspiegeln danach. Als versuchte er zum ersten Mal den Grund seines Seins zu erkunden. Obwohl wenn er es recht bedachte, dann erinnerte ihn der Blick viel eher an Miriel als an Gwydion. Entschlossen etwas zu verändern, behielt dennoch nicht die Realität aus den Augen. Das war fast beeindruckend. “Du weißt hoffentlich, dass das hier der Kampf zwischen Tyrese und deinem Vater ist, oder?“ Womit er implizierte, dass er sich nicht dort einzumischen hatte. Und Chaske hatte ja immer noch die Welpen hinter sich auf die Murdoch spekulierte. Er wollte einfach nur sein Kind zwischen seinen Pfoten wissen. Da schlug das Herz eines Vaters wohl ein wenig mehr für das Wohl als für den Kampf.


{ Kampf um Amdir || beobachtet das Geschehen ganz genau und versucht alles im Überblick zu behalten | richtet seine Worte an Chaske und will die Welpen bei sich haben. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

20.02.2017 23:29 Forum: Rol­len­spiel

Es war ein Jammer, was die Natur aus Zetyrs Gehirnwindungen gemacht hatte. Entstellt und entblößt durch unangebrachten Wahnsinn, der ihm schon das ein oder andere Mal sauer aufgestoßen war. Das sich sein Artgenosse erst recht nicht bei den Welpen zu zügeln versuchte, war beinahe schon abzusehen gewesen. Was nicht hieß, dass er diesen Irrsinn auch unterstützte. Es ließ ihm eher die Gallenflüssigkeit in den Rachen steigen, wobei er trotz dessen kein einziges Wort darüber verlor. Vielleicht weil ihn die alles zerfressende Dunkelheit in die sein Sohn gestürzt war, noch immer lähmte. Oder weil keiner seiner Jungspunde von den scharfen, ekelerregenden bildlichen Beschreibungen betroffen war. Er hatte tunlichst darauf geachtet, dass sich der Kontakt zum Weißen auf ein Minimum beschränkt hatte. Und diese Ansicht vertrat er auch heute noch. Was der Kälte seiner Seelentore keinen Abbruch tat. Ihm entfleuchte zwar kein Tadel, der ihm durchaus auf der eisernen Zunge lag, aber zumindest sein Blick sprach Bände. Wollte das Innerste nach außen kehren, um ihn ernsthaft nach dem Verstand zu fragen. Wie sinnlos es auch war. Der Jüngere mit den smaragdgrünen Augen, die eher etwas Giftgrünes für ihn an sich hatten, war einfach verrückt. Nicht fähig auch nur eine Empfindung nachzufühlen. Es musste ihm deswegen so leicht fallen diesen Blödsinn von sich zu geben. Murdoch gab zu, er hatte selbst seine Schwächen und wurde bei Gwydion zum Künstler malerischer Drohungen, die sich seinem Gegenüber regelrecht in den Kopf fressen sollten, aber soweit war noch nicht einmal er gegangen. Und würde es auch nicht bei den Jüngsten tun! Er war immerhin ein Vater.

Damit wandte er sich auch wieder ab. Der kleine Zwerg trat die Heimreise an und sein Herr begann den Abstieg. Er hielt für einen Moment die Luft an. So fühlte er sich eher wie eine dieser beeindruckenden Bergziegen, die mühelos von Vorsprung zu Vorsprung hüpften. Mit ihren ausgeklügelten Hufen mit denen man sich abrutschen konnte. Seine Pfoten hingegen konnten es schon. Also versuchte er sich eher die Schritte von Tyrese zu merken, um sie ihm gleichzutun. Selbstredend geriet man trotzdem hier und da ins Straucheln, aber er fühlte sich so um einiges sicherer. Auch wenn es eine gefühlte Ewigkeit war, die er damit zubrachte den schlangenähnlichen Pfaden hinunter zu folgen. Manchmal sogar festzustecken, durch den vom Regen aufgeweichten Boden, der kleinere Kiesel und Schlammansammlungen loslöste. Das er dabei auch noch um einiges langsamer war als sein guter Freund, nahm er ohne sich zu beschweren in Kauf. Sein mimikloses Gesicht hatte sich eher dazu hinreißen lassen sich voller Anstrengung zu verziehen. Eine dichte Falte über seiner Nasenwurzel und oberhalb seiner Augen kündigte die Mühe an, die er sich machte, um ja nichts Unüberlegtes zu wagen. Bis ihm nach einigen Windungen ein geglückter Sprung knapp hinter den wildfarbenen Anführer brachte. Unterstrichen von einem tiefen, sehr tiefen Schnaufen.

Er wagte keinen Blick hinauf. Er hatte noch nie zurückgesehen. Nicht einmal um seinen Erfolg mit Lobliedern zu krönen. Der tapfere Zinnsoldat richtete seine Pupillen eher stur geradeaus. Wich sogar möglichen Blickkontakten seiner Begleiter aus und kaute stattdessen auf seiner rosafarbenen Zunge herum. Er grübelte und überlegte. Wappnete sich für den Anblick, der sich ihm bieten würde. Seine Fantasie erlag nämlich bereits zweier zerschellter Körper, die den Aufprall einfach nicht überstanden hatten. Das seine feine Nase hierbei eher mit beißenden Gerüchen beglückt wurde, damit hatte er tatsächlich nicht gerechnet. Während er nämlich knapp hinter seinem Meister her trottete und Gespräche zu meiden versuchte, durchzuckte ihn diese vertraute Übelkeit. Jedes Mal, wenn sein Riechorgan diese abartige Note von Verrat und Vorfreude in ihm weckte. Was jedenfalls die düsteren Gedanken relativ zügig ablenkte. Murdoch öffnete für einen kleinen Spalt das Maul. Reckte sogar ein bisschen seinen Kopf, während sie über seichtere Erde stapften. Als könnte er in der Ferne bereits etwas erkennen. Nun wagten sich seine stahlblauen Iriden doch einmal auf Tyreses' Nacken zu wenden, um zu erkennen, ob er richtig lag. Und er tat es.

Auf einer kleinen Anhöhe, zart von Ästchen und Tannen verborgen, erkannte er dann auch endlich Gin! Sein schnell klopfendes Vaterherz machte einen deutlichen Satz! Sein Sohn, der sich gerade um Kopf und Kragen diskutiert hatte, hatte wohl außer kleinen Blessuren nichts Ernsthaftes davon getragen. Hätte er gekonnt, wäre er sofort zu ihm geeilt, um ihn nach Brüchen oder bleibenden Schäden abzusuchen. In diesem Fall stand ihnen aber noch rebellisches Pack im Weg. Da hatte Wulf es wohl ausnahmsweise wirklich einmal gut mit ihm gemeint. Denn nicht nur Khazen, der ihm bisher vom Fell geblieben war, stand dort an der Front – mit Gwydions Sohn Chaske -, sondern auch der schwarze Teufel persönlich. Seine Lefze zuckte kurz. Das Grollen überließ er seinem Herrn. In ihm regte sich zum ersten Mal die stille Hoffnung auf einen wohlverdienten Sieg. Und da kam ihnen Zetyrs Gefühlslosigkeit ganz sicher zugute. Auf die er sich trotzalledem nicht verlassen würde. Murdoch verließ sich grundsätzlich nur auf sich selbst. Dann wurde er nicht ganz so schnell enttäuscht. Das Einzige, was ihm schlussendlich sauer aufstieß, war viel eher die selbstgefällige Aufforderung des nachtschwarzen Pechvogels. Er wollte sie loswerden. Wo sie doch so lange nach ihm gesucht hatten. “Sehr optimistisch.“ Und fast Schicksal. In Amdir hatte es angefangen und in Amdir würde es enden.


{in Konfrontation mit den Rebellen || hält sich noch bedeckt | meidet Augenkontakt und gibt sich seinen Gedanken hin | wird wach beim Geruch der Rebellen | ist erleichtert über Gins relativ guten Zustand | überlässt Tyrese die Zügel }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

23.01.2017 23:27 Forum: Rol­len­spiel

Beschützer der Meere, so hieß es. War in sieben Buchstaben verpackt, die er in seiner Seele trug. Auf die er hörte und ihm eine seltsame Verbundenheit mit Wassermassen bescherte. Zumindest hegte er keinerlei Abscheu gegen das peitschende Ungetüm, dass ihm unaufhörlich feuchten Nieselregen in die Augen wehte. Es war nur mühsam mit halb zusammengekniffenen Augen dagegen anzublinzeln. Mit einem leicht geduckten Kopf und einem angelegten Ohr, dessen Muschel sich wenigstens nach etwas Trockenheit sehnte. Dabei war die wahre Herausforderung nicht auf dem ein oder anderen Stein unter seinen kräftigen, massiven Pfoten auszurutschen, die sämtliches Silber verloren hatten. Ersetzt durch ein schlammiges, dunkles Braun, das sich mit Sprenkeln bis zu seinen Gelenken hoch fraß. Jedes Mal, sobald er sich schmatzend aus dem feuchtkalten Untergrund schälen musste. In der Hoffnung nicht gleich wieder stecken zu bleiben. Nur ein mühsames Schnaufen konnte er sich einfach nicht verkneifen. Wobei er es noch leicht hatte im Gegensatz zu der jungen Brut, die ihnen zu folgen versuchte. Seine Seelentore schwenkten sich halbherzig über die Schulter zu Welpen und Jungwölfen. Erstaunlicherweise hörte er kein Wehklagen! Und erst recht nicht von seinem Nachwuchs – ganz so, wie er es erwartet hatte.

Gerade als er seine Schnauze wieder nach vorne richten wollte, um den Anstieg abzuschätzen, kniff er seine Lider bereits wieder fest zusammen. Den Schädel abgewandt, durchzuckte ihn ein Dröhnen in seinem Gehörgang. Ein heller Lichtblitz hatte ihn reflexartig und schützend dazu gezwungen sich abzuwenden. Beglückte ihn im gleichen Moment bereits mit einem Wattegefühl in seinem Lauscher. Jeder gellende Ruf – ob von Mutter, Geschwister oder Gleichgesinnten – war, als hätte man es Wolle gepackt. Wobei ihm jetzt erst bewusst wurde, was sich dort halb vor ihren Läufen niedergestreckt hatte. Flammen, die sofort vom Regenguss erstickt wurden, züngelten noch an der tiefschwarzen Baumrinde und hatte damit eine regelrechte Schneise durch die Wölfe gejagt, die mit wirren Blicken nach Verwandten und Rudelmitgliedern suchten. Murdoch wusste, seine Priorität lag beim Rudel. Sein Herz entschied aber für die Familie. Während er sich also noch umdrehte, fast wie angewurzelt auf der Stelle, streifte er bereits seine Gefährtin. Überblickte Nayara und Fael. Dessen Aufforderung immer noch so dumpf in seinem Kopf widerhallte. Er schrie ihn eindeutig an. Sein Gesichtsausdruck war von Zweifel regelrecht zerfressen. Sehnte sich nach einer Antwort. Aber was für eine? Er wiederholte die Namen seiner kleinen Lieblinge wie ein Mantra - wieder und wieder. Bis ihm... das kalte Herz in der klammen Brust stehen blieb. “Gin...“ Entsetzen ließ für einen Atemzug jede Fassung entgleiten. Ersetze sie für die blanke Vaterangst, die plötzlich so vollkommen befremdlich jede Kontrolle über seinen Körper übernahm. Und es war das erste Mal, dass er nicht schrie. So aufbrausend, gewaltig und bedrohlich er auch war, er spürte nur das Zittern seiner Hinterhände, die ihn dazu zwangen nahezu zielstrebig zum Rand des Abgrundes zu schlendern.

Mit leicht erhobenem Haupt, als würde er auf jemand Unwürdiges herabsehen, starrte er in die beinahe alles verschluckende Dunkelheit. Nichts. Leere und der Zweifel überhaupt auch nur eine Pfote herabsetzen zu können. Obwohl er sich für einen Augenblick erwischte wie er es versuchte und sofort begann wegzurutschen. Es würde ihm eher das Genick brechen. Irgendetwas machen. Das drang nun wie der nächste Blitz in seinen Verstand ein. Er hörte seinen fast schlohfarbenen Sohn überaus deutlich. Jetzt wo er neben ihm Stand und das Flehen seinem Innersten einen regelrechten Riss versetzten. Er war zum ersten Mal machtlos. Er hatte zugesehen, wie Kälte und Verderbnis etwas genommen hatten, was er in diese Welt gesetzt hatte. Mit all seiner ihm zugeteilten Liebe. Es würgte ihn. Murdoch spürte, wie es ihm die Kehle zuschnürte und er die hochgekommene Spucke wieder herunterschlucken musste. Wut, eigenes Entsetzen, Lösungswege. All das schoss ihm gleichzeitig durch den stillen Verstand. Sie konnten wohl nur außen herum gehen. Zurückgehen oder haltlos hinterher stürzen. Es sagte ihm auch niemand, ob sein Spross diesen Sturz überhaupt überlebt hatte. Ganz zu schweigen von dem viel jüngeren Deimos. Falsche Sympathie, die in diesem Moment nicht angebracht war, vermischte sich nun mit der, die er ohnehin für Razca empfand. Das sie sich beinahe für ihren kleinen Abenteurer umbrachte, war nachzuvollziehen. Und trotzdem war er noch wie paralysiert. Nicht fähig etwas zu sagen oder sie aufzuhalten. Er spürte nur, wie sich sein Maul öffnete. Zum Atmen, es kam nur eben kein Laut.

“Es tut mir leid, mein Junge.“ Es klang so, als hätte er seine Aufgabe nicht zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Als erwartete ihn nun der nächste Kehlenbiss, wie der vor dem ihn sein Ziehvater damals bewahrt hatte. Dabei war es nicht die Schuld des Jüngeren gewesen, sondern die seine. Oder Wulf hatte einen perfiden Plan, der ihm hoffentlich eine ordentliche Tracht Prügel von Wulfin einbrachte! Er sandte ein stummes, kurzes Stoßgebet in den Himmel. Dort, wo die ersten Wölfe auf ihn warteten. Denn im gleichen Moment bellte Tyrese schon eine Aufforderung durch die Reihen derer, die verschont geblieben waren. Man hatte eine Entscheidung getroffen. Oder besser gesagt, hatte die schwarze Fähe damit begonnen sie einfach durchzuführen. Murdoch linste noch einmal nach oben – tadelnd und warnend. Die großen Götter hatten etwas vor. Sonst hätte man ihn nicht vom Rudel getrennt. Er vertraute seiner Liebsten und er vertraute Abigail weitestgehend. Nur den Schutz seiner Kleinen überließ er definitiv nicht mehr dem Zufall. “Ich bringe ihn zurück. So der so.“ Brummte er gedämpft. Wenn zumindest auf etwas Verlass war, dann auf den wachen Verstand von Fael. Er wollte nicht untätig sein und seine Erziehung trug herrlich, saftige Früchte. Es war einfacher sich mit dem Klumpen im Magen abzuwenden, seine Maske aufzusetzen und ohne ein weiteres Wort des Abschiedes seinem Herrn und Meister hinterher zu traben. Er war innerlich so komplett aufgewühlt, dass ihm jedes weitere Wort auf der Zunge hängen blieb. Nur sein Würgereiz blieb präsent. Man trennte ihn nicht noch einmal von seinen Kindern, andernfalls würden womöglich die Hormone mit ihm durchgehen. Er war außer sich! Und äußerlich immer noch der kalte Zinnsoldat.


{ auf der Suche nach einem Abstieg || lässt sich vom Blitz blenden und betäuben | realisiert zuerst nicht das Chaos und die hilfesuchenden Schreie | ist wie paralysiert und trabt zum Abgrund | versucht sich zu fangen | ist aber in dem Moment nicht er selbst, obwohl er ruhig ist | versucht Worte zu finden | gehorcht letztendlich einfach Tyreses Befehl, um es wieder in Ordnung zu bringen. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

20.11.2016 09:51 Forum: Rol­len­spiel

Die Worte seiner Liebsten lösten die Verkrampfung in seinem angespannten Nacken. Das Feuer hatte sie zusammengeschweißt, wo es andere entzweit hatte. Er erinnerte sich noch sehr gut an die Zeit vor ihrer öffentlichen Liebe. Wo sie nur zwei lautstarke Streithammel gewesen waren, die sich mit Gift und Galle angespuckt hatten. Das aus ihnen mal eine Lebensgemeinschaft für die Ewigkeit geworden war, hatte er sich niemals zu träumen gewagt. Damals hatte er nicht einmal den Gedanken an so etwas verschwenden wollen. Nur um Tyrese regelrecht an den mächtigen Pfotenballen zu kleben. Er atmete immer noch für ihn. Kämpfte, rang und arbeitete. Für dieses Rudel und einen Wolf, der schlichtweg unter Fremden als Tyrann galt. Wobei sich sein verengter Blick immer noch auf dessen Rücken heftete. Er war ihm selbstredend weiterhin treu ergeben, das bedeutete aber nicht, dass sich seine Prinzipien nicht um einen Hauch verschoben hatten. Da gab es immer noch drei tollwütige Jungwölfe und seine Fähe, die sich bis an die Spitze seines schnell schlagenden Herzens geschlichen hatten. Und genau jener schenkte er eine Begegnung seiner eisernen Augenpaare. Gepaart mit einem vorsichtigen Zucken seines Lefzenwinkels. Es war auch nur der Anflug eines Lächelns. Aber sie würde es verstehen. Sie wusste, was sie ihm bedeutete und wie viel Wert er auf ihre kleine Geschichte legte.

Er schnappte Razcas Worte auf. Das Feuer war tatsächlich verheerend gewesen. Manchmal suchten ihn nachts noch immer die Flammen heim, die ihm einige Haare versengt hatten. Ein gesunder Respekt blieb, trotzdem war er sich sicher das Amdir aus seiner Asche empor gestiegen war. Wie sehr sich sein hämmerndes Organ doch nach seiner Heimat sehnte. Es zog ihn regelrecht zurück in die schützenden Gefilde des ehemaligen Rudelplatzes von dem sie nicht wussten, wie viel noch übrig geblieben war. Die Wälder waren ganz sicher bis auf ihre ärgsten Stümpfe herunter gebrannt worden und hinterließen nur noch die wage Erinnerung an ihre Schönheit. Murdoch schnaufte wieder tief bei dem Gedanken. Wobei ihm beim Wegdrehen seines Kopfes durchaus die kurze Stille der Schwarzen auffällt. Lyra hatte sich noch gerade über die letzten Vorzüge ihres ehemaligen Reviers ausgelassen, als schon die blanke Entgeisterung in den Seelentoren der anderen blitzt. So und nicht anders hätte seine Geliebte wohl auch reagiert, wenn man ihr so offenherzig gesagt hätte, was sie nach den ganzen Turbulenzen erwartete. Und sie hatten nicht einmal den Berg bestritten! Wahrscheinlich gingen mit Tyreses neuer Fähe gerade die Szenarien durch in denen Welpen ertrinken, ersticken, erschlagen und verstümmelt werden konnten. “Ihnen wird nichts geschehen. Nicht solange es so viele wachsame Augen und Mäuler gibt, die sie tragen können.“ Entgegnete er wesentlich sanfter. Zumindest eine Nuance im Unterton aus der der Vater sprach.

Wäre da nur noch die Erwähnung der Rebellen gewesen. Gwydion. Die Pest und seine Cholera. Ihm stieg augenblicklich Magensäure die Speiseröhre hinauf. Ihr Rückzug bedeutete auch, dass sie womöglich diesem unsagbaren, feigen Teufel begegnen würden, der ihm die ein oder andere Narbe an seinem stämmigen Körper eingebracht hatte. Der Silberrücken spürte, wie sich jeder Muskel in ihm versteifte. Wie sein Nackenfell sich für einen Wimpernschlag auffächerte und allmählich wieder glatt anlegte. Das war kein gutes Thema für einen Rüden, der sich regelrecht auf die Rebellen eingeschossen hatte! Und ihn fast noch schlimmer machte als den Anführer selbst. Wahrscheinlich auch, weil man ihn regelrecht darauf getrimmt hatte. Er war derjenige gewesen, der die Fähe des Abschaums getötet hatte. Der sie bis vor die Pfoten seines Herrn gezerrt und Lorbeeren eingestreicht hatte. Aber es brachte ihm keine Genugtuung. Nur noch mehr Frust und Wut. Es war zu lange her. Seine glorreichen Feldzüge waren nur noch eine Erinnerung. Er musste sich beweisen. Er musste mehr tun. Mehr und mehr und mehr. Bis er sich tatsächlich für einen kleinen Moment vollkommen vergaß. Er starrte nur noch nach vorne. Irgendwo in die Leere und malte sich vor seinem geistigen Auge aus, wie er Tyreses Großzügigkeit gerecht werden konnte.

“Sie werden sich nicht trauen uns aufzulauern. Wir sind zu viele und sie nur eine handvoll. Das wäre taktisch unklug und ich traue ihnen keinerlei Intelligenz zu.“ Raunte er wie versteinert und vollkommen monoton. Bis sich auch diese Starre löste. Dieser Moment wo er schon nicht mehr er selbst gewesen war. Wenn er so weitermachte, verlor er sich in diesem Zwang. Er spürte diese Leere in seiner Brust. Die musste gefüllt werden. Mit irgendetwas. Mit Lyra. Also kehrten die Augen noch ein weiteres Mal zu den Fähen zurück. Zu der, die er liebte und die, deren Fragen wohl auf ihrer Zunge brannten. Sie war nur klug genug nichts dergleichen zu erwähnen. Nicht solange es so gute Ohren gab, die etwas mitanhören konnten. “Verheißungsvoll trifft es wohl sehr gut... Was erwartest du?“ War wohl nicht unbedingt explizit auf den Punkt gebracht. Es konnte viele Bedeutungen haben und Möglichkeiten, die er hören wollte. Es war keine Bestrafung für sie. Viel eher die Chance etwas aus ihr herauszukitzeln oder ihre Verschwiegenheit zu prüfen.


{ Gebirge | Lyra & Razca & Vivani || macht sich seine Gedanken zu den jeweiligen Themen | mischt sich nur vereinzelt ein | schwankt in seinen Emotionen. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

21.10.2016 12:56 Forum: Rol­len­spiel

Murdoch hatte auf die letzten Worte seiner Gefährtin geschwiegen. Er kannte Lyra. Er kannte sie besser als er jemand anderes jemals gekannt hatte, aber sie hatten unterschiedliche Auffassungen von lehrreichen Normen und Werten. Weil da ganz sicher noch ein Fünkchen Rebellion in dieser wundervollen Fähe steckte, die er beim Aufstehen beobachtete. Jeden Winkel ihrer langen, sehnigen Beine, die in die Flanken mündeten, die einst seine Welpen getragen hatten. Und allen voran, der schlanke, silberfarbene, sture Kopf mit den azurblauen Augen. Wenn er in der Stimmung gewesen wäre, hätte er wahrscheinlich das erste Mal wie ein verliebter Jungwolf geschmunzelt. Er war es aber nicht und sein Wesen gefestigt genug, um sich nicht von solchen Albernheiten niederringen zu lassen. Trotzdem hatte sie eine faszinierende Wirkung auf ihn. So sehr, dass er mindestens eine halbe Minute hinterher hing und die letzten Wellen des Heulens einfach nur noch dumpf in seinen Ohrmuscheln widerhallten. Er verstand eigentlich erst, als sich das Rudel Wolf für Wolf in Bewegung setzte. Man kehrte zurück nach Amdir. In die zweite Heimat, die das Loch in seinem Herzen stopfte. Er war eigentlich nicht sehr an Orte gebunden oder ließ sich sentimental von Abschieden mitreißen. Aber zu sehen, wie sich alles um ihn herum in ein loderndes Meer aus glühend heißen, orangeroten Flammen verwandelt hatte, hatte sogar ihm den Boden unter den Pfoten geraubt. Es war der Ort gewesen an dem er seine Familie und seine Bestimmung wiedergefunden hatte. Wo er der war, der er jetzt war. Frei von den Klauen der Vergangenheit, die nachts nach dem Ohr rissen, was er verloren hatte. Der Silberling zuckte zusammen. Phantomschmerz. Erinnerungen. Sie wurden einfach herunter geschluckt, als er aufstand. Mit erhobenem Haupt und einem kühlen, starren Blick. Hier erwartete ihn die Realität und die Aufgabe.

Deswegen erhielt seine Herzensdame nur noch ein flüchtiges Herübersehen von ihm, bevor er mit etwas Abstand gemeinsam mit ihr aufschloss. Seine Seelentore suchten schon die Rutenspitzen seines Wurfes, der sich irgendwo mit den frischen Welpen abgesetzt hatte und ein Auge auf diese warf. Sie hatten offensichtlich aus ihren Fehlern und seinem Tadel gelernt. Obwohl er für einen längeren Moment bei Nayara festhing. Sein zartes Töchterchen weckte immer noch den Drang in ihm sie zu beschützen. Sie hinter seine Läufe zu schieben und vor dem Rest der Welt abzuschirmen. Das war wohl sein einziges Manko. Und dabei hielt er sich bedeckt. Das er dabei mit seiner Liebsten zu der schwarzen Razca aufschloss, konnte er aus den Augenwinkeln feststellen. Er schenkte ihr ein dürftiges, respektables Nicken und hielt sich dann aus ihren Fähengesprächen heraus.

Bis das Wort Amdir wieder fiel. “Es hat sich dort mal gut gelebt. Bis alles niederbrannte.“ Das war dann wohl ein kurzer Entschluss zum Einmischen gewesen. Wobei seine Gesichtszüge sich dabei deutlich verhärteten. Murdoch wurde zunehmend kälter und abweisender, aber der Gefährtin seines Führers und Freundes gegenüber nicht unfreundlich. Es war nur eine sachliche Antwort gewesen, die ihm einfach über die Zunge gepurzelt war. Andererseits, wären die Flammen damals nicht gewesen, hätte er womöglich niemals die Überwindung gefunden Lyra in einer Wand aus reißendem Feuer seine Liebe zu gestehen. Das war keinesfalls romantisch gewesen, sondern bestenfalls emotional und naiv. Was seiner Zuneigung aber keinen Abbruch tat. Sie wuchs. Sogar mit dem Ansteigen des nahen Gebirgspasses, der ihnen vorwitzig entgegen zwinkerte. Es war eine Herausforderung für jene, die gebrechlich, viel zu klein oder von Verletzungen geplagt waren. Automatisch zuckte sein Kopf wieder zurück. Mit angespannter Rute und nach vorne gerichteten Ohr, sondierte er die Umgebung nach möglichen Gefahren, die er vorzeitig sehen konnte oder suchte nach Wölfen, die seine Hilfe benötigen würden. Gerade die Jüngsten hatten nun einen qualvollen Weg vor sich, der einem Welpenleben schnell das Licht auspusten konnte. Seine Zöglinge hatten ihre Beine wenigstens schon halbwegs unter Kontrolle.

Tyrese hatte sich noch nicht mit ihm kurz geschlossen. Der Rudelführer war allerdings ohnehin nicht in der Stimmung mit ihm zu plaudern. Was ihm vielleicht sogar ganz recht kam. Trotzdem würde er ihn beobachten. Bei der kleinsten Bewegung erahnte er meistens schon, wann der vermeintliche Tyrann hochging und wann er ihn bremsen musste. Zurzeit versuchte der Silberrücken also Puffer für die gesamten Nightfalls zu sein.


{ auf dem Weg nach Amdir || bemerkt erst nicht den Ruf von Tyrese & verliert sich in Gedanken | wird plötzlich wieder zum geschäftigen Beta | schließt zu Razca auf | sonidert gewissenhaft und fast stumm die Umgebung & Wölfe }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

04.09.2016 22:45 Forum: Rol­len­spiel

Murdoch musste ihr bedauerlicherweise Recht geben, auch er hatte mal eine Mutter gebraucht. Eine schützende Persönlichkeit, die ihn mit einem Zwicken daran erinnerte, das unter seinen Pfoten noch immer fester Boden war. Aber er kommentierte es lediglich mit einem spöttischen Schnauben, gepaart mit einem erneuten Runzeln seiner ohnehin schon in Falten gelegten Stirn. Sein kritischer Blick änderte sich auch nicht bei der Erwähnung der Jungwölfe. Er hatte sich damals gewünscht unter Seinesgleichen zu bleiben. In seiner Familie groß zu werden und in ihren Reihen einen Rang zu erlangen, wie es sich aus familiären Gegebenheiten gehörte. Und dann hatte ihm die Freiheit einen kräftigen Tritt in die Flanken versetzt, so dass ihm Luft und Sinn ausgegangen waren. Er fürchtete um den Moment, wo Fael, Gin und Nayara am gleichen Abgrund standen. Mit der Angst im Nacken und dem unausweichlichen Sprung entgegen blickend, weil sie nicht wussten, wohin sie noch taumeln sollten. Tyrese mochte gnädig sein. Jedoch nur mit jenen, die ihm nicht widersprachen. “Wenn sie die Unabhängigkeit ihrer Mutter geerbt haben, zweifel ich noch daran, dass sie wirklich hierbleiben wollen. Außer sie haben einen wirklich guten Grund dafür.“ Wobei er wirklich egoistisch sein musste und wusste, dass er ihr einziger Sinn war sich hier einzuleben. Ihr ganzer Kopf war mit so viel Rebellion erfüllt gewesen, dass sie zur Zielscheibe seines Meisters geworden war. Wobei Murdoch sich sicher war, das sie mit vielen Methoden noch immer noch einverstanden war. “Und glaub' mir, ich kenne die Sorgen einer Mutter. Sie haben den Ursprung immer beim aktuellen Wurf. Und reichen weit über den Kopf des Gatten hinweg... Ich war längst nicht so streng, wie ich es mir für sie gewünscht hätte. Sie hatten beinahe ein halbes Jahr Zeit um heranzuwachsen und sich zu gedeihen.“ Also war er sogar noch gnädig gewesen.

Seine Gedanken traute er sich trotzdem nicht auszusprechen. Es gab nichts, was ihm nicht über die forsche Zunge rollte und ihre Ohrmuscheln nicht füllen dürfte, aber das war so sensibel, dass er nur kurz mit dem Kopf schüttelte. Angebunden und streng. Mit einem fest in die Ferne gerichteten Blick, der das gemütliche Aufstehen seines Anführers registrierte. Er war nicht weit von seinem wachsamen Augenmerk entfernt. Drohte und kündigte bereits stumm eine zweite Wanderung an, wohin auch immer. Also schob der Silberling sein Kinn ein bisschen nach vorne. Mahlte rechts und links mit den Zähnen aufeinander und spürte, wie sich sein Sichtfeld nur noch zu Schlitzen verengte. Ohne Gram, sondern viel eher abschätzend. Das würde seine kostbare Zeit mit Lyra womöglich wieder um einige Stunden verkürzen. Wobei ihm nicht entging, wie ihre zarte, schmale Schnauze sich kleine Bahnen durch sein aufgefächertes, dichtes Fellkleid bahnte und Schneisen der Zärtlichkeit hinterließ. Da rutschte sogar sein Ohr aus seiner sonst so angespannten Haltung herunter, bis sich sein Kopf ihr etwas entgegen drehen konnte. Nur um ihr sehnsüchtig seinen heißen Atem entgegen zu pusten. “Natürlich, darf sie das. Sie soll sich nur nicht grämen. Ich bin immerhin kein Narr. Ich sehe doch, wie sehr du dich sorgst.“

Er hatte ihr nicht auf die Vermutung geantwortet, dass Fael in seine Fußstapfen treten könnte. Angeboten hatte er es beiden Söhnen. Sie waren prädestiniert dafür. Anders als all jene, die es schon versucht hatten und traurigerweise ihr Leben gelassen hatten. Eigentlich war dieser Posten nur mit herben Verlusten verbunden, was ihm durchaus ins Gedächtnis rief, wie viel Glück er in den letzten Jahren hatte! Wulfin hatte wohl jedes Unheil für ihn beseitigt, wie es eine Mutter für ihren Welpen nun einmal tat. Wie sie es stets für Wulf versucht hatte zu tun. “Er wird mich irgendwann ersetzen. Vielleicht an der Seite von Tyreses Sohn. Dann, wenn es uns nicht mehr gibt und Gin sich einen Namen gemacht hat. Und Nayara ihre Sammlung an Blümchen und Schmetterlingen komplettiert hat.“ Spottete er. Trotzdem blieb er unnachgiebig hart in seiner Gestik. Jede Zärtlichkeit war aus seinem versteinerten Gesicht gewichen. “Wann willst du mit deinen Lehren für sie anfangen? Was willst du ihnen vermitteln? Das wollte ich dich schon die ganze Zeit gefragt haben...“


{ Nasval, J3 || Rechtfertigt sich und gibt sogar Mildheit zu | bemerkt den Umbruch auf dem Rudelplatz | versucht trotzdem noch etwas Humor einzubringen. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

24.08.2016 18:54 Forum: Rol­len­spiel

Murdoch blinzelte langsam gegen den dichten Pelz seiner Liebsten an. Sie sprach selbstredend von Ruhe und Tatenlosigkeit, um das rasende Herz zu beruhigen. Nur das dieses keine Beruhigung wollte. Es waren Tage wie diese, die seinen Verstand so überreizten, dass er sich keine Zeit gönnte. Dann suchte der Silberling Aufgaben, die es wert waren am Ende des Tages sagen zu können, dass man sich schlafen legen dürfte. Meistens verbrachte er nämlich sogar noch die späten Abendstunden damit seine Runden zu gehen, sich zu erkundigen und ein wachsames Auge auf den Rudelplatz zu werfen. Nur um dann bei Einbruch der Nacht, sofern er es sich gönnte, zu Lyra zu kriechen und sie zu beobachten. Ihre langsam atmenden Flanken, die er dann dicht an den seinen spürte und ihn viel zu schnell zum Schlaf verführten. Erst wenn die Sonne sich dann mühsam bis zum Horizont räkelt und der Himmel in ein warmes, leuchtendes Orange getaucht wird, ist er vor jedem anderen wieder wach. Als würde seine innere Uhr seine Untätigkeit verfluchen. Trotzdem spürt er, wie sich ein schmallippiges, eher dumpfes Lächeln auf seine Lefzen quält. Sie wusste, worauf sie sich einließ und versuchte ihn trotzdem an seine Gesundheit zu erinnern. Obwohl er in den Jahren stets bewiesen hatte, dass er ganz hinten stand. Selbst wenn seine ständige Präsenz und sein arrogantes Auftreten all das eine Lüge schimpfen. “Darüber lässt sich problemlos streiten. Immer ganz die sorgsame Mama. Sogar bei Rüden, die dem Welpenfell entwachsen sind.“ Spottete er trocken.

Bei der Erinnerung an den gemeinsamen Nachwuchs, dessen Tun er möglichst genau begutachtete, um mögliche Fehler und Vergehen auszumerzen, hob er sein Kinn wieder so hoch, als wollte er sich geradewegs vor jemanden aufbauen. Mit einem tiefen Schnaufen und einer Zuversicht, die seine Strenge rechtfertigte. “Ich bin streng, Lyra. So streng, wie sie es brauchen und von Nöten ist. Wir können keine Wölfe gebrauchen, die halbherzige Arbeit erledigen. Zumal sie wahrscheinlich niemals die Möglichkeit haben werden etwas anderes zu sehen und zu erleben. Die Nightfalls sind bindend.“ Was ihm durchaus bewusst machte, dass seine Welpen niemals eine Wahl gehabt hatten. Sie lebten hier unter Tyrese Herrschaft. Im Unwissen, dass sie hier ihren Partner finden und sterben würden. Auf natürliche Art und Weise oder... bei einer strengen Maßregelung. Denn selbst sie waren nicht von den Gesetzen ausgeschlossen. Was seinem sonst sehr kühlen Blick eine düstere Note verlieh. Gerade im Bezug auf seine kleine Nayara, die in ihrer naiven, kunterbunten Welt lebte. Bald würde man sie nicht mehr abschotten und verschonen. Womöglich jemanden zugeschoben werden, um das Rudel zu bereichern. Der Gedanke ließ ihn innerlich erschaudern. Sein Herr und Meister hatte solch eine Moral bisher noch nie vertreten, aber alleine daran zu denken rief eine ekelerregende Übelkeit in ihm hervor. Er wusste nicht, wie es mit dem Rudel weiterging. Sie waren groß, sie waren mächtig. Aber nicht allmächtig.

Lyra rief ihn kurzerhand aus seinen Gedanken zurück. “Hmm?“ Für eine Sekunde hatte er nicht zugehört und runzelte erstaunt die Stirn, als er ihr wieder offen in das hübsche, schlanke Gesicht sah. “Ja... Ja, sie arbeiten zusammen. Meistens jedenfalls. Zurzeit habe ich nur das Gefühl, dass Fael der zielstrebigere von beiden ist. Und Gin womöglich der, der die Herzen der Wölfe eher erreicht. Also ganz in deinem Sinn. Ganz davon abgesehen.“ Was seinen ursprünglich gedämpften Gesichtsausdruck zurück brachte. Wobei er mit seinen verengten Lidern versuchte ein wenig in denen seines Graupelzes zu forschen. “Du wolltest mir doch jetzt irgendetwas damit sagen? Doch wohl keine Kritik? Oder wird es Zeit, dass sie sich von dir belehren lassen?“ Raunte er spitzbübisch. Er bezweifelte zu keinem Moment, dass sie nicht dazu in der Lage war. Sie hatten nur andere Lehrpläne für ihren Nachwuchs. Und bemängelten vielleicht die ein oder andere Vorgehensweise des jeweils anderen. Jedenfalls weckte es seine Neugierde und seine Vorsicht.


{ [i]Nasval, J3 || lässt sich ein wenig zu Emotionen hinreißen | versinkt trotzdem für einen Moment in seinen dunklen Gedanken | versucht Lyra auszuhorchen. }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Murdoch

Antworten: 361
Hits: 41187

10.08.2016 23:07 Forum: Rol­len­spiel

Die Thematik um die verschworenen Rebellen war so allgegenwärtig gewesen, dass er in beinahe jedem Gesicht Trübsinn oder Erschrockenheit erblickt hatte. Die einen mehr, die anderen weniger. Aber ein gewisses Flüstern war auch ihm nicht entgangen, das zumindest nicht die aufmerksamen Ohren ihres Alphas erreicht hatte. Jenem ging er selbst nicht aus dem Weg. Er wahrte selbstredend seinen respektvollen Abstand, kam trotzdem aber mit Belangen zu ihm. Der Unterschied war nur, dass Murdoch auf den Punkt kam und sich nicht von der Boswilligkeit erschrecken ließ. Er hatte ihm dennoch Ruhe gegönnt. Gerade in Unterweisungen oder Zeiten mit seinem Wurf, der ganz unbeschwert über Stock und Stein hüpfte. Nur von den Welpen hielt sich der Hüne fern. Weil er den Zorn einer Mutter nicht unterschätzte. Er hatte sie am eigenen Leib erfahren. Immerhin hingen ihm die endlosen Diskussionen mit Lyra noch allzu deutlich nach. Sie waren so oft aneinander geraten, dass es sie nicht entzweit, sondern viel eher bestärkt hatte einander von einer anderen Meinung zu überzeugen! Und je länger er über so etwas grübelte, desto leichter fiel es ihm sich von Gwydions Schatten loszulösen. Und wenn auch nur einen einzigen Augenblick. Um tief durchzuatmen zu holen und die großen Lungen mit klarer, von Regentagen erfüllter Luft zu fluten. Nur um die dann wieder laut auszupusten. Ein bisschen so, als nahm man ihm die Last von den breiten Schultern. Nur das jene immer noch beständig lauerte und ihm mahnend in die Rute zwickte, die hin und wieder verärgert über den Boden wischte. Er war in seinem dauerhaften Zwiespalt aus Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit gefangen.

Wenn es da nicht immer ein zartes Stimmchen gäbe, das ihn daran erinnerte in die Gegenwart zurückzukehren, statt sich in der Vergangenheit zu verlieren. Für einen Moment erwischte er sich sogar dabei, wie der Ausdruck seiner sonst so harten Augen für einen Herzschlag lang weich wurde, bis die raue Zunge den letzten Zentimeter seines Nasenrückens entlang geleckt und beinahe an der Stirn stehen geblieben war. Er fühlte den warmen Pelz und die feinen Härchen, die sich mit dem seinen verwoben. Dieser Moment absoluter Geborgenheit, der wiederum für seine Härte weichen musste. Seine Lider öffneten sich langsam wieder, nachdem er sie für die Liebkosung geschlossen gehalten hatte. “Er ist untätig. Das tut seinem adrenalinsüchtigen Herzen nicht gut.“ Spottete er nicht ohne den Funken an Wahrheit. Und damit kehrten seine stählernen, blauen Seelentore zu der Seele zurück, die ihn auf seltsame Art und Weise immer verstand. Murdoch verengte sogar leicht die Augen, als wollte er sich ein gestochen scharfes Bild von Lyra direkt in seinen Hinterkopf einbrennen. “Was ist mit dir? Schlägt dir die Stimmung auf den Magen?“ Da er noch keine Gestik erwidert hatte, hatte er seine feuchte, kalte Nase liebevoll an ihre Wange gedrückt, um sich mit einem tiefen Schnaufen bis zu ihrer Halsseite durchzugraben. Um sein komplettes Gesicht einfach an ihr zu vergraben und die Welt ein wenig langsamer fließen zu lassen.

“Ich muss gestehen, ich habe gedacht, sie seien sanftmütiger.“ Was er ihrer guten Seele zuschrieb und seinen Schädel wieder hoch erhoben in seine aufmerksame Position bringen ließ. Damit seinem durchdringenden Blick rein gar nichts entging. Weder die Gelassenheit von Gin, noch Faels Tatendrang. “Aber die letzte Standpauke von vor ein paar Wochen hat offensichtlich gegessen. Sie sind strebsam. Sie übernehmen selbstständig Aufgaben und kümmern sich sogar um unseren Jungbestand. Ist das nicht ganz in deinem Sinn?“ In seinem jedenfalls schon. Denn sie schätzten die Familie und den Zusammenhalt. Das, was er sie schon immer gelehrt hatte, war in Fleisch und Blut übergangen. Weil sie nichts Kostbareres hatten als dieses Rudel. Da war das Leben eines Einzelnen – das eigene Leben – für ihn vollkommen wertlos.


{ Nasval - J3 || bleibt für sich & hängt seinen Gedanken nach | lässt sich von Lyra herausreißen & schließlich mitreißen. }

Thema: Fragen
Murdoch

Antworten: 143
Hits: 32273

08.09.2015 22:43 Forum: Sup­port

Also von meiner Seite aus spricht nichts dagegen, dass Du später auf das Aussehen von Xelha wechselst. Für mich ist halt nur entscheidend, dass sie rein schwarz bleibt. Da ja eben das genau der Kontrast zu der Silber-Familie ist und sie dadurch so schön hervorsticht. Zumal ich Xelha selbst unheimlich hübsch finde. Gerade durch ihr rundlicheres Gesicht und die großen Augen. Es hat schon fast etwas Naives an sich - gerade die Winterbilder. Very Happy
Ich denke, es wäre jetzt nicht so tragisch, wenn der weiße Punkt auf ihrer Brust bleiben würde, allerdings sähe ich sie lieber wirklich komplett schwarz. Wobei man darüber ja auch immer nochmal reden kann. Immerhin musst ja auch Du mit ihr zufrieden sein und gerade vom Aussehen hat man ja dann etwas länger. Trotzdem danke schön, dass Du Dich erkundigst und nachfragst.. Warten wir mal ab, was Mama dazu sagt. (:

Thema: Happy Birthday!
Murdoch

Antworten: 7
Hits: 4812

08.02.2015 23:10 Forum: Unsere Historie

Wir haben jetzt den 8. Januar und irgendwie habe ich es verpennt überhaupt etwas zum zweiten Geburtstag von Dreamless zu sagen. Zwei Jahre! Auch wenn es mir weitaus länger vorkommt, habe ich die Zeit bisher hier ungemein genossen, wenn auch in sehr stiller und manchmal inaktiver Art und Weise. Aber hier hatte ich nicht nur die Möglichkeit auf einen höheren Posten, sondern auch auf einen Charakter, der eine Gefährtin findet und Welpen in die Welt setzt. Und dieses Forum besteht immer noch ohne Angst zu haben, dass es gleich wieder in der Versenkung verschwindet. Das haben wir vor allem dem tatkräftigen Team und jenen Usern zu verdanken, die Dreamless über Wasser hielten. Selbst bei einer überschaubaren Community, geht man hier eben überhaupt nicht unter. Und ich bin ein Teil dieses Ganzen. Es freut mich immer noch und wie ich es schon im Interview sagte, wir gegen den Rest der Welt. Ich hoffe, dass wir noch viele Jahre haben - ganz unabhängig davon, ob man das Forum irgendwann kennt, wie jedes andere große. Ich möchte hier einfach noch mehr erleben, noch mehr schmunzeln, heimlich mitlesen und vor allem mittexten. Also, kurzum: vielen Dank für zwei schöne Jahre mit einigen Hoch und Tiefs, der Kreativität des gesamten Teams für spannende Plots und den tollen Beiträgen jedes einzelnen Users, ob noch anwesend oder nicht. <3

Thema: Wir interviewen die Gesichter hinter Dreamless
Murdoch

Antworten: 11
Hits: 3632

08.02.2015 23:03 Forum: Unsere Historie

Dreamless hat einige Wandlungen mit gemacht. Teamerweiterung, Forenwechseln, neue Designs, neue Regeln. Welche Wandlung wünschst du dir?

Ich wünsche mir keine großartigen Wandlungen. Nur das Dreamless noch eine sehr, sehr lange Zeit bestehen bleibt. Vielleicht mit ein paar neuen Styles, die ja schon vorgeschlagen wurden oder einigen neuen Mitgliedern – vor allem für die Nightfalls. Das sich Gesichter für die Gesuche finden. Für jeden Einzelnen und vor allem für die süße Nayara. Ich mag das Forum und seine Geschichte so, wie es ist. Mit jedem einzelnen Mitglied, das hier haust. Dreamlass hat sich bisher immerhin wacker geschlagen, wo man in den zwei Jahren bereits einige Foren untergehen sah. Wir gegen des Rest der Welt. Smile



Du meidest den Talkbereich. Woran liegt das? Fühlst du dich nicht wohl in der Community?

Das liegt jedenfalls unter keinen Umständen an der Community, die ungemein aufgeschlossen ist und in die man sich vor allem im Talkbereich eigentlich sehr leicht einbinden kann. Zumindest habe ich es noch nie erlebt, dass eine Frage oder Nettigkeit ausblieb. Das hat eher etwas mit meiner persönlichen Distanz zu tun, die natürlich eigentlich Gift für eine Community ist. Wäre jeder so wie ich, würde man sich pausenlos anschweigen und seine Posts abarbeiten, was nicht heißt, dass ich nicht gern ein Teil von euch bin! Ich glaube, ich war eine ganze Zeit einfach zu schüchtern und hatte das Gefühl, dass ich nichts Produktives beitragen kann, was absoluter Schwachsinn ist. Das ist mir übrigens auch klar geworden und ich würde daran auch gerne etwas ändern – unabhängig von dieser Frage. Ich möchte gern ein aktiver Bestandteil werden und vor allem die Leute im Forum näher kennen lernen. Durch frühere und sehr große Foren, wo man einfach unterging, habe ich mich wohl irgendwie einschüchtern und einlullen lassen. Mir liegt Dreamless am Herzen, auch wenn es vielleicht nicht so herüberkommt, weil ich still und eine ganze Zeit sehr inaktiv war. Aber immerhin ist Murdoch ein Beta und ich will endlich aus den Hufen kommen. ;)



Was wünschst du dir für Murdoch?

Ich wünsche mir für Murdoch, wenn ich ganz ehrlich bin, vielleicht einen oder zwei gute Freunde. Beständige Wölfe, neben seiner Liebsten, die ihn ein wenig aus seiner harten Schale herauslocken. Er ist ein sehr launischer Kerl mit einer nahezu fanatischen Loyalität, aber ihm kann ja nicht jeder Wolf auf die Nerven gehen. Very Happy
Vor allem würde ich gern mehr Erfolge für ihn verzeichnen. Ich wünsche ihm, dass er Gwydion vielleicht noch ein bisschen mehr zusetzt und er in der Achtung noch weiter nach oben rutscht. ;D Die Nightfalls sind sein neues Heimatrudel und er liebt es mit jeder Faser seines Herzens – neben seiner Lyra und den gemeinsamen Welpen. Vielleicht wäre sogar an einen zweiten Nachwuchs zu denken, wenn seine Schützlinge alt genug sind und es die Zeit im Laufe der Inplay-Jahre erlaubt. Razz



Deine Söhne zeigen Potenzial zu wahren Kämpfern heranzuwachsen! Nayara hingegen widmet sich lieber Schmetterlingen und bunten Blumen zu. Glaubst du, dass sie dich trotzdem Stolz machen wird? Befürchtest du, dass sie eine Tagträumerin wird, die von Tyrese nicht anerkannt wird?

Es steht außer Frage, dass meine Prinzessin nicht anerkannt wird. Ich gebe ihr die Zeit, die ihr junger Verstand braucht, um sich auf diese Welt vorzubereiten, obwohl ich sie womöglich viel zu sehr vor all dem Leid und dem Elend zu beschützen versuche. Ich habe eher Angst, dass sie niemals mit Mord und Todschlag konfrontiert werden kann, weil mein Herz sofort anfängt zu krampfen, sobald ich darüber nachdenke. Sie ist mein kleines Mädchen, mein Augenstern. Was im übrigen nicht heißt, dass ich meine beiden Rabauken nicht genauso liebe. Aber eben ganz anders. Eine Tochter liebt man als Vater immer ein wenig anders, als die Söhne. Erst recht, wenn sie schon so versessen auf Jagd, Tobereien und Raufereien sind. Sie wählen den richtigen Weg, trotz meiner innerlichen Einwände sie zu Kriegerin werden zu lassen, um ihr Maul in jeder Schlacht mit Blut zu tränken. So habe ich mir das nicht vorgestellt, für keinen von ihnen, auch wenn ich vor Tyrese gute Miene zum bösen Spiel mache. Was letztlich meine Yari angeht, weiß ich, dass in ihr mehr schlummert, als nur ihre verspielte Singerei. Ich möchte nicht, dass sie ihre Zähne jemals in den Leib eines Artgenossen schlagen muss. Vielleicht ist sie auch für das manipulative Spiel zu haben. Womöglich wird ihre liebevolle Fassade einmal der Trugschlag für jeden Rüden sein, damit Papa ihm hinterrücks das Genick brechen kann. Das ist meine größte Hoffnung und das wird mein Herr anerkennen, davon bin ich überzeugt.



Wenn du dich zwischen Tyrese und deiner Familie entscheiden müsstest. Wie würdest du dich entscheiden und warum?

Diese Frage habe ich mir schon mehr als einmal gestellt - die mir als Jungspund nie in den Sinn gekommen wäre! Mein Herr, der mir die Möglichkeit gab an mir zu wachsen und mich mit meinem relativ unbeeindruckenden Handicap zu einer Art rechten Hand zu machen oder meine Familie. Meine temperamentvolle Lyra, meine trällernde Yari, mein wilder Gin und mein kluger Fael. Ehrlich gesagt, ist die Entscheidung womöglich gar nicht so schwer. Gesetz dem Fall, dass ich jemals in diese Not kommen werde, entscheide ich mich für meine Liebste und meine Frischlinge. Meine Loyalität schreit in einem ungemeinem Zwiespalt, weil ich mein Leben dem Rudel versprochen habe, aber mein Drang nach meinem eigen Fleisch und Blut ist einfach viel größer. Sie werden, ganz gleich was ich tue, an meiner Seite sein, was ich bei Tyrese nicht hoffen darf, sollte ich in seiner Achtung fallen. Er ist so launisch, wie die See und grausamer als ihre Tiefen. Ich bin nur ein Teil seines Heers. Ein Sprachrohr und handelt man nicht in seinem Sinne, kann man nur hoffen, dass man rechtzeitig flieht. Nur ist leider kein Winkel der Welt groß genug, um sich vor seinem Gram zu verstecken. Und bei Wulf, ich beginne Gwydion, diesen achtlosen Verräter zu verstehen! Manchmal fühle ich mich in seine Haut hinein und erahne nur den Kummer, der in ihm schlummern muss. Wenn man mir Lyra wegreißen würde, würde ich womöglch ohne Sinn und Verstand zu dem verkommen, das ich niemals sein wollte. Denn auch wenn mein Bruder mich damals verriet und ins Exil schubste, ist mein kleiner Rückhalt aus Liebsten immer noch beständiger. Und für sie würde ich auch mein Leben geben. Das ist keine Floksel, sondern ein Versprechen. Wulf gab mir nicht umsonst meine Muskeln und ein Herz zu lieben.



In den Reihen der Nightfalls herrscht mehr Verrat, als man tatsächlich sehen kann. Als loyaler Beta, was würdest du unternehmen, um all dies zu unterbinden? Wie würdest du mit den Übeltätern verfahren?

Verrat... Das erinnert mich jedes Mal an das leidliche Thema dieser schwarzen Pest! Dem ich mich näher fühle, je öfter wir uns hasserüfllt in die Augen starren. Da ich allerdings selbst einmal vor dem Gericht düsterer Gesichter stand, würde ich zumindest eine Erklärung erlauben. Ich würde mich beratschlagen, mir Meinungen und Augenzeugen dazuholen, um den Wolf in Sicherheit zu wiegen. Mich vielleicht selbst von einer Schuld überzeugen und ihn in die Mangel nehmen. Ausquetschen, bis er wimmernd vor mir zusammenbricht. Ich hasse Wölfe, die keinen Funken Ehre und Loyalität in sich tragen und noch mehr, wenn es dreckige Lügner sind. Fangen sie also an zu flehen und mir Lügengeschichten aufzutischen, zupfte ich ihnen jedes Fellhaar einzelnd heraus, drücke sie zu Boden und frage noch einmal. Mit Wahrheit oder einer weiteren Lüge verfahre ich dann gleich, jeden Knochen brechen, der in dem jämmerlichen Körper wohnt. Von den Läufen angefangen, bis hoch zum Genick. Ich begleite ihn aus der Reise zu den Sternen, nur nicht so sanft, wie man es sich vorstellt, aber ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen. Mein Augenstern wird sicher hier irgendwo in der Nähe hüpfen und Schmetterlinge jagen.
Aber eines sei gewiss, ich werde jeden für seinen oder ihren Verrat lange, lange, lange bluten lassen, ihnen hoffnungsvoll vergeben und zusehen, wie ihre Seele aus ihren Augen weicht. Man sieht nicht weg, wenn ein Wolf von uns geht. Ganz egal, wie und wodurch er stirbt. Diese Ehre lasse ich ihm, um in Wulfs Reich aufgenommen zu werden. Bis dahin ist es aber ein langer Weg.

Thema: Happy Birthday
Murdoch

Antworten: 15
Hits: 4789

26.01.2014 21:38 Forum: Unsere Historie

Wahnsinn, schon ein ganzes Jahr herum und es kommt mir einfach nicht so vor!
Ich beglückwünsche Dreamless natürlich auch und hoffe, es bleibt noch lange erhalten. Ein Forum in dem ich mich zum ersten Mal richtig wohlfühle. Ich schließe mich der Gemeinschaft also an: auf weitere, erfolgreiche Jahre mit Spannung, Spiel und Spaß. Very Happy

Ich bin schon sehr gespannt auf das neue Design. Es sieht unheimlich vielversprechend aus! Und tolle Manip, Jacky. Direkt drin verliebt. <3
Und Punkt 10 wusste ich sogar. XD

Thema: Murdoch
Murdoch

Antworten: 0
Hits: 2427

Murdoch 20.07.2013 13:26 Forum: Nightfalls

Name
Murdoch, der Beschützer des Meeres

Geschlecht # Alter # Rudel
» Weitere Informationen «
Rang # Beta durch seine unerschütterliche Loyalität.
Schulterhöhe # 90 cm
Gewicht # 68 kg
# Stärken #
# Loyal
# Direkt
# Strebsam
# Selbstbewusst
# Verlässlich
# Zäh
# Bescheiden
# Schwächen #
# Launisch
# Sehr schnell laut,
# Schlecht einschätzbar
# Rechthaberisch
# Misstrauisch
# Lange Strecken,
# Leises Gehör.
# Vorlieben #
# Gehorsam
# Ein starkes Rudel
# Zusammenhalt
# Treue
# Unterwürftigkeit
# Charakterstärke
# Klugheit
# Abneigungen #
# Verrat
# Heuchelei
# Faulheit
# Diskussionen
# Veränderungen
# Unbedachtheit
# Viel zu leise Worte.

Aussehen
Wer Murdoch zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, bemerkt meistens zuallererst seine blass blauen Augen. Mit jeder dunkler werdenden Nuance ein klein wenig tiefer, bis man glaubt, in den düsteren Abgrund eines Sees zu starren und darin zu ertrinken. Umgeben von einer dunkelgrauen Maske, die diesen Eindruck nur verstärkt. Er hat fast etwas Wildes an sich, wenn er mit seinem dichten Pelz und der hochgewachsenen Statur von 90 cm vor einen tritt. Untermauert von kraftvollen Muskeln, die unter dem grau gestromten und mit Schwarz durchsetzten Fell bei jedem schweren Schritt zu tanzen scheinen. Der äußerlich ruhige Rüde besitzt nicht sehr viel Eleganz, sondern wirkt durch seine Masse eher plump, obwohl seine relativ langen Läufe für einen guten Sprint wie geschaffen scheinen. Was ihn aber zu keinem sehr ausdauernden Langstreckenläufer macht. Er besitzt zwar eine gewisse Kondition um, bei eventuellen Wanderungen Schritt zu halten, setzt aber ansonsten eher auf Geschick und einen abgepassten Moment. Er sticht allerdings nicht nur durch seine stattliche Gestalt oder seine ausdrucksstarken Seelenspiegel hervor, sondern vor allem durch sein Handicap. Murdoch besitzt nur ein einziges Ohr und dort, wo einst ein Zweites gewachsen war, eine hässliche Narbe, die von etwas dunklem Fellkleid bedeckt gehalten wird, wie der Rest kleinerer Blessuren. Mehr oder weniger entscheidend an stets ruhig atmenden Flanken oder im buschigen Nacken. Trotzdem nichts, was ihn so beeinträchtigt, wie sein Gehör. Er ist also stets wachsam und lässt gerne einmal seinen kühlen Blick wandern, um sich mit Augenmerken und Nase von einer herannahenden, möglichen Gefahr selbst zu warnen.
Charakter
Eisern | raubeinig | streng | aufbrausend | rücksichtslos | engagiert | couragiert | argwöhnisch | nachdenklich | loyal | undurchschaubar | ehrlich.


Der Umgang mit Murdoch fällt einigen Wölfen so schwer, weil er schlecht einzuschätzen ist. Im ersten Moment noch vollkommen besonnen und ruhig, lässt ihn ein falsches Wort bereits hochgehen. Seine launische Ader macht es ihm also schwer Kontakte zu knüpfen, obwohl er keinesfalls ein Einzelgänger ist. Der Rüde mag einen festen Zusammenhalt im Rudel und ein gepflegtes Miteinander, solange man ehrlich und loyal ist. Zwei Eigenschaften, die er mit Herzblut vertritt und lebt. Und das setzt er auch bei seinen Gegenübern voraus, denn Heuchler, Verräter und Lügner schlagen ihm ungemein auf den Magen. Letztlich ist er ohnehin jemand, der nur sehr schwer vertraut und seine Mitwölfe erst einmal mit skeptischen Blicken beäugt, bis er selber weiß, ob sie seiner Gemeinschaft oder sogar ihm schaden könnten. Demnach sondiert er auch sehr sorgfältig, ehe er tatsächlich jemanden nahe an sich heranlässt. Dabei ist er niemand mit Vorurteilen. Er hat weder ein Problem mit Rüden, noch mit Fähen, solange sie beweisen das sie Willens sind für ihre Position und ihr Recht auch einzustehen. 

Er ist sehr strebsam in dem, was er tut, aber bescheiden in Dankannahmen oder Lobpreisungen. Seine Strenge und der eiserne Wille verbieten es ihm an einer Stelle zu verharren. Murdoch will etwas erreichen, um sich selbst und vor allem Tyrese etwas zu beweisen. Wobei er doch in vielerlei Fällen immer aufrichtig bleibt - sieht man von dem Verrat von Gwydion ab, dessen Liebste er das Leben nahm, um sich einen Platz zu erkämpfen. Meistens hat er nämlich eine andere Ansicht von Wahrheiten. Sobald er im Glauben ist, jemand gefährdet das Wohl der Gemeinschaft, schreckt er auch nicht vor rücksichtslosen Tadelungen oder Maßregelungen zurück. Wenn sicher die eine oder andere böse Zunge dann behaupten würde, er würde schleimen, um seinem Anführer zu gefallen, hat er genau das nämlich nicht nötig. Der graue Rüde ist selbstbewusst genug, um zu dem zu stehen, was er verbrochen hat und tut noch mehr, um es mit Courage und einer langen Nacht mit unzähligen Gedanken wieder hinzubiegen. 

Generell verbringt er viel Zeit mit seiner Nachdenklichkeit, ist aber kein wirklicher Stratege, sondern viel eher ein impulsiver Wolf, der aus dem Bauch heraus entscheidet. Trotzdem bleibt da immer ein gewisser Argwohn, der ihn hin und wieder einmal zügelt. Ganz anders, als sein vorlautes Maul, das nicht nur im Lärmpegel einmal steigt. Er ist auch noch ungemein rechthaberisch. Abgesehen von den Entscheidungen der Obrigkeit, gibt er nicht gerne zu, dass er auch mal Unrecht hat. Murdoch hasst nämlich Diskussionen, genauso wie massive Veränderungen, die seine gewohnte Umgebung ins Ungleichgewicht bringen. Schlussendlich ist und bleibt er trotz alledem ein verlässliches, schlecht einschätzbares, aber zähes Rudelmitglied mit einer leichten Schwerhörigkeit und einer Schwäche für lange Laufstrecken.
Vergangenheit
"Ich stamme aus einem sehr traditionsreichen Rudel weit außerhalb Amdirs. Dort, wo alte Wölfe noch in den Sternen die alten Wege der Götter lasen und man einen guten Zusammenhalt untereinander pflegte. Nicht anders, wie in anderen Rudeln, obwohl es bei uns nie die Toleranz gab, die ich einst von Wanderern hörte. Wo sich Wolf und Wölfin noch lieben können, ohne den Tod ihrer Jungen einzubüßen, wenn sie nicht als Alphapaar auserkoren wurden. Zumindest war es das, was man uns Welpen stets in den Kopf gesetzt hatte. Waren wir nicht für die Spitze bestimmt, seien wir zwar immer noch wertvolle Mitglieder, aber unsere Liebeleien wären lediglich Ballast und würden unsere Familie nur unnötig Energie rauben. Auch wenn wir immer im Überfluss lebten. Gut geschützt und wohl genährt. Ein verdienter Frieden, wie meine Mutter immer zu sagen pflegte.

Sehr zum Ärgernis der Alten, denn knappe drei Jahre vor meiner Geburt gab es einen Wechsel in unserer Hierarchie. Ein junger Rüde, der seinen Vorgänger im fairen Kampf ablöste und diesen zum Greis degradierte, der sich nun mit unseren Weisen herumschlagen musste. Doch was Galadh, unser neuer Anführer, an Stärke und Köpfchen bewies, konnte er mit Nachkommen nicht untermauern. In all den drei Wintern hatte er es nicht geschafft einen einzigen Wurf mit meiner immer verzweifelteren Mutter zu zeugen. Sie war schon zu Lebzeiten des Vorgängers das Alphaweibchen gewesen und somit auch an der unangefochtenen Spitze. Doch auch an ihr zehrten allmählich die Jahre und es gab viele geifernde Blicke junger Fähen, die sich bisher kein einziges Mal hatten durchsetzen können. Zur Plage der alten Wölfe, die die Schuld an meine Mutter weitergaben. Es herrschte nämlich schon lange das Gerücht ihres Betruges. Sie habe sich einen zweiten Rüden an ihre Flanken gezerrt. Galadh nahm das leichter. Er hatte eine Ansicht, die sich zu späteren Jahren manchmal unterstützte, wenn es um den Fortbestand unserer Gemeinschaft ging. Denn an diesen Vorwürfen war tatsächlich etwas dran. Meine Mutter, Sorcha, besaß seit dem zweiten Jahr mit ihrem neuen Rudelführer einen wilden Geliebten. Der, der ihr im darauffolgenden Februar ermöglichte trächtig zu werden. Ein Aufatmen, wenn man meinen mochte. Galadh war zufrieden. Zwischen ihm und Sorcha hatte stets ein gutes, respektables Verhältnis bestanden. Ehrlichkeit obsiegte eben und so blieb diese Affäre unter einem Deckmäntelchen der Verschwiegenheit gut versteckt. Immerhin erlaubten meine Mutter und er sich selbst natürlich sein junges Herz zu verschenken und niemand, außer unseren Greisen, hinterfragte diese plötzliche Schwangerschaft. Wenn die Angst meiner Mutter doch auch für lange Zeit für Anspannung gesorgt hatte.

Leider zu ihrem Verdruss. Im kommenden Frühling bewahrheitete sich ihre Sorge. Sie gebar zwei zweifellos gesunde Welpen. Meinen Bruder Nodin und mich, Murdoch. Wobei ich erwähnen muss, Sorcha hat uns nicht mit diesen Namen bestückt – das obliegt alleine dem Alphamännchen. Sie war uns zu keiner Zeit eine schlechte Mutter. Nur nicht so liebevoll, wie mein Brüderchen es sich stets gewünscht hatte. Ihr Leichtsinn und ihre Sehnsucht nach einem letzten Wurf hatten schließlich einen hohen Preis gefordert. Würde man uns zeigen, wäre eindeutig, dass zumindest ich nicht von unserem Anführer abstammen konnte. Ich habe ihr nie diesen Vorwurf gemacht, das es doch die Wahrscheinlichkeit gegeben hätte, dass ich nie sein schwarzes Fell erben würde, sondern viel eher nach meinem wirklichen Vater kam, der übrigens zu diesem Zeitpunkt noch im Rudel lebte. Dazu waren ihre Erzählungen über diesen besagten – für mich – Fremden stets zu herzlich gewesen. 

So verbrachten wir also nahezu unzählige Wochen im Bau. Wir waren neugierig. Immerhin waren außerhalb dieses kleinen Erdflecks nicht nur unheimlich aufregende Gerüche, sondern auch viele Stimmen, die uns heißblütig erwarteten. Sorchas Bedenken waren irgendwann so krankhaft, das sie uns einen jeden Tritt hinaus ans Tageslicht verbat. Was sie den Wölfen unserer Gemeinschaft sagte, kann ich nicht mit Bestimmtheit erzählen. Es mussten jedoch Lügen eines kränkelnden Welpen gewesen sein. Wobei es letztlich sie war, die sich damit fast zertrümmerte. Jeder weitere Tag, jede weitere Frage brachte sie im Laufe der Wochen fast um den Verstand. Sie wollte unter keinen Umständen Galadhs Ruf und unser Leben riskieren, die zweifellos auf der Kippe standen. Doch lange verwehren konnte sie es ohnehin nicht. Immerhin wurden sie größer, etwas eigensinniger und sie schließlich immer müder. Wir fanden einen Weg nach draußen. Schneller als uns lieb war. Nodin, aus dem man die Farben unserer Mutter las und mich mit meinem grau gestromten Fell. Ich erinnere mich noch genau an die argwöhnischen, skeptischen Blicke und die Vergleiche an anderen Rüden, die unsere Pelze trugen. Es sorgte für helles Aufsehen. Meine Mutter wurde am Nackenfell vor die Alten gezerrt. Die, die schon länger an ihrer Glaubwürdigkeit gezweifelt hatten. Sie schimpften sie eine Lügnerin. Sehr zur Freude jüngerer Fähen. Zu meinem Bedauern sah ich mit an, wie Sorcha nach stundenlangen Auseinandersetzungen schließlich nachgab. Wie sie einen jeden Fehltritt mit einem besagten anderen Rüden zustimmte, wobei ich glaube, man setzte sie unter Druck. Vielleicht um uns zu schützen. Jedenfalls verbannte man unseren für mich immer noch nicht erwähnenswerten Vater und stimmten zu, meine Mutter in einen offenen Rangkampf gegen andere Wölfinnen zu schicken. Sie verlor, zwar nicht ihr Leben, aber ihre Würde. Galadh hatte nicht eingegriffen. Unsere Regeln besagten, dass ein Rüde sich unter keinen Umständen in die Angelegenheiten unter Fähen einzumischen hatte. Das galt selbstredend auch andersherum. Er machte sich allerdings für uns Welpen stark. Wir überlebten und lernten ein Leben mit einem liebevollen Ersatzvater kennen. Man untersagte uns den Kontakt zu Sorcha nicht gänzlich. Immerhin waren wir damals noch auf sie angewiesen gewesen, aber sie war längst nicht mehr so schön anzusehen, wie früher.

Abgenutzt, ausgebrannt und leer. Verlassen von ihrer Liebe und zerstückelt von Ungerechtigkeiten und Regelbrüchen ist es eigentlich das Bild, das sich in meinem Kopf eingepflanzt hat. Die Erinnerung, die immer bestehen bleibt, obwohl Nodin sicher etwas anderes behauptet hätte. Er war ein wahrer Goldschatz unserer weisen Greise. Sie hatten großen Einfluss auf seine Erziehung, auch wenn sein Herz unheimlich an Galadh hing. So verflog zumindest das Jahr, ohne dass ich etwas Erwähnenswertes hätte hinzufügen können. Wir lernten, wie jeder andere Wolf das Benehmen im Rudel, unsere Traditionen, die alten Wege in den Sternen zu lesen und die Jagd. Zwölf Monaten, die wir nun schon auf unseren Buckeln trugen, wurde mein Bruder allerdings zusehends unausstehlicher. Wo wir früher ein gutes Verhältnis zueinander gepflegt hatten, sah ich mit zunehmenden Wochen immer mehr Groll gegen mich aufwallen. Das Vertrauen in mich versiegte und die Liebe war irgendwann nur noch ein dürres, knorriges Pflänzchen im bitteren Winter. Zuerst konnte ich es mir nicht erklären, bis mich die Tuscheleien der alten Wölfe stutzig machten. Der naive Nodin hatte sich bereden lassen. Einer Gehirnwäsche unterzogen und saugte die Lügen aus ihren Mäulern, wie Welpen Nahrung aus den Schlünden ihrer Eltern. 

Einige Tage darauf eskalierte es zwischen uns. Für ihn gehörte ich nicht mehr zu diesem Rudel dazu. Ich sei ein Aussätziger, ein Verräter und Heuchler. Galadh hatte mich zur Wahrheit erzogen und ich hielt dagegen. Zuerst war es nur eine hitzige Diskussion, dann Gebrüll, eine Rauferei und schließlich ein erbitterter Kampf. Mein Bruder fühlte sich im Recht und in seiner Ehre verletzt. Für ihn gehörte ich mit seinem sonderbaren Aussehen einfach nicht dazu. Erst recht durch meine matten, blauen Augen, die seit meiner Welpenzeit nur einige Nuancen dunkler geworden waren. Im Kampfverlauf unterlag ich ihm schließlich. Gefrustet so behandelt zu werden und das von dem großen Bruder, brach es mir regelrecht das Herz. Leider war er ein genauso großer Feigling. Ich unterwarf mich ihm, wie man es mich gelehrt hatte und er zerriss mir zur Kennzeichnung als Abtrünniger mein Ohr. Wäre unser Ziehvater nicht dazwischen gegangen, hätte er mir womöglich auch die Kehle aufgebissen. Meine bis dahin bereits vollkommen isolierte und orientierungslose Mutter, die in der Zeit als Omega gedient hatte, und ich wurden schließlich aus ihrem Rudel verjagt. Kleinere Narben von resoluten Verfolgern und mein letztes Überbleibsel an meinen Bruder trage ich seither mit mir herum. Danach hörte ich nie wieder etwas von ihm.

Aber das stärkte mich. Ich war entschlossen für die vielleicht letzten zwei Jahre meiner Mutter eine wölfische Gemeinschaft zu finden, die ihr noch einige sanfte Tage bereiteten, bevor sie ihren langen Weg zu den Sternen antrat. Aber wie vergeblich ich auch suchte, wir trafen nur Wanderer oder Rudel, die mit ihrem denkwürdigen, schweigsamen Zustand einfach nichts anfangen konnten. Und so führten mich anderthalb schwere Winter schließlich nach Amdir. Einem wohl genauso fruchtbaren Land, wie meine einstige Heimat. Hier bei dem Rudel der Nightfalls fanden wir schließlich durch Bitten eine Heimat. Nicht zuletzt, weil die Tage der andauernden Wanderungen sehr an Sorchas Kräften gezehrt hatten. Sie fand ihre wohlverdiente Ruhe in keinem festen Rang und konnte mich in den Reihen dieser Wölfe genügend umhören. Freunde oder Bekannte fand ich in dieser Zeit nicht. Ich verschloss mich vor den Augen anderer. Zog mich zumeist in dunkle Schatten zurück und tat nur das Nötigste, um mir mein Recht zu verdienen bei ihnen zu bleiben. Und so lernte ich.

Das darauffolgende Jahr brachte meiner Mutter schließlich den Tod. Gut für sie, denn mit jedem weiteren Monat wurde es hässlicher in diesen Reihen und mir nahm es den letzten Klotz vom Bein, den ich noch an mir trug. So konnte ich mich ganz auf den angeblichen Vatermord des großen Gwydion konzentrieren. Ich hatte für seine Taten, die ständig in allen Mäuler waren, tatsächlich großen Respekt empfunden. Der kluge Entschluss vor der Flut und der Tod des großen Bären hatten sich auch in meinem Verstand verankert, da war diese angeblich verschuldete Ermordung doch fast kaum verständlich. Aber Tyrese, an dessen Lefzen ich eigentlich schon seit meiner Ankunft gehangen hatte, glaubte diese Schande. Der nächste Morgen sollte dem schwarzen Beta schließlich die sichere Vernichtung bringen. Mir wurde zu Ohren getragen, er wurde von unserem Alpha ermordet. Ich wusste aber aus einer zuverlässigen, nichts nennenswerten Quelle, er war in den Fluss gestürzt. So oder so musste er schließlich den Weg zu den Sternen gefunden haben, da war ich mir sicher und ich zweifelte zu keiner Stunde an dem hellen Tyrese. Womöglich, weil er Ordnung und Struktur in dieses Rudel brachte. Weil er nicht an irrsinnigen Traditionen festhielt und den Wölfen den Nachwuchs erlaubten, den sie verdienten. Oder weil mich der Ärger und die Bestürzung über mein eigenes Fleisch und Blut so auffraßen, das es mich fast lähmte und ich beweisen wollte, dass ich mehr war. Was mich auch jemals so sehr an ihn fesselte, es war gleich im Angesicht meiner Chance auf Respekt. 

Gwydion hatte immerhin seine geliebte Míriel hier gelassen. Nicht freiwillig, aber unter einem schwankenden Schutz seines besten Freundes. Ich verbrachte einige Wochen damit dieses seltsame Gespann zu belauschen. Langatmige Tage, von denen ich glaubte, sie konnten nie eintöniger sein, bis endlich das Wort Suche fiel. Ascan, der beste Freund unseres verräterischen Gwydions, zweifelte an dessen Tod. Er verschwand in einer Nacht und Nebelaktion mit der Absicht den einzig wahren Helden zurück zu den Nightfalls zu bringen. Die tapfere Geliebte mimte die Starke und brachte mir schließlich endlich die Gelegenheit sie außerhalb von der Hörweite eines anderen Wolfes zur Strecke zu bringen. Sie hatte ursprünglich ohnehin ihr Leben durch den Schwarzbär lassen müssen. Sie hatte nur Zeit aufgespart und ich brachte nur das zu Ende, was längst hätte geschehen sollen. Am nächsten Morgen, als ihre Glieder schon steif wurden, hatte ich sie an der aufgerissenen Kehle zum Rudelplatz gezerrt. Ich erzählte von ihrem trügerischen Plan den ehemaligen Beta und Vatermörder zu finden und erlangte schließlich das, was auch mir zustand. Einen Platz in einem Rudel, das nicht über das Aussehen entschied, ob ein Wolf würdig sei oder nicht. Hier musste man arbeiten, hier musste man standhaft sein. Meine Loyalität brachte mir schließlich Gwydions alten Rang ein. Ich habe noch lange nicht einen jeden Respekt in diesem Verbund geerntet. Auch hier gibt es sicher den ein oder anderen Zweifler, aber ich bin immerhin hier, um endlich für mich einzustehen und ich habe Tyrese Vertrauen sicher. Ich bin kein Verräter!."
Regeln gelesen? Ja.
Weitergabe? Als Gesuch, ja. Neuer Stecki & Set.
Spieler //
© Bilder # Dawnthieves.de | Ben R. | European | Wolfcenter Dörverden

Zeige Themen 1 bis 16 von 16 Treffern
Powered by Burning Board Lite 1.0.2 © 2001-2004 WoltLab GmbH