guest
» Gespielt von
Was bisher geschah ... Topinfos

#07 Plot

Der Druck steigt


# April, Frühling #
# Stark bewölkt, zwischendurch Donner #
# zwischen 10:00 und 12:00 Uhr #

Mit Anbruch des neuen Monats begann sich das Wetter sowohl in Nasval als auch in Amdir schlagartig zu wandeln. Es schlug teilweise einmal täglich um. Doch nicht nur das Wetter wandelt sich... Nach dem Flop der Nightfalls ist die Anspannung im Rudel groß gewesen. Niemand wusste, wie es weitergehen soll nachdem sie die Rebellen verpasst haben. Jedoch traute sich auch niemand Tyrese zu fragen, was sein nächster Schachzug sein würde. Die Stimmung war tagelang angespannt, denn auch der Tyrann selbst musste sich erst einmal einen neuen Plan überlegen. Niemand weiß bis jetzt, was den Nightfalls bevorstehen würde, doch die schwarzen Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes. Momentan herrscht nur die Ruhe vor dem Sturm. Die Rebellen ahnen noch immer nichts von den Geschehnissen bei den Nightfalls, jedoch spüren auch sie eine gewisse Anspannung in der Luft. Obwohl sicher war, dass das Unwetter nicht ewig pausieren würde, beschloss Gwydion, dass er mit seinem Sohn Chaske und Khazen aufbrechen würde, um die Grenzen Amdirs abzulaufen und die Gegend auszukundschaften.


Vergangene Plots

#05 Plot

Lichterspiel im Winterzauber


# Anfang Winter #
# windstill, bewölkt, kühl #
# späte Morgenstunden #

Schwere Verluste haben den Herbst in den Köpfen der Wölfe geprägt. Sowohl die Nasvalianer als auch die Rebellen haben Rückschläge erhalten. Die Rebellen verloren Eloa und auch den verschwundenen Beta Leiard. Die Nasvalianer verloren einander, so dass lediglich Nhor übrig blieb. Dieser ist nun ein Neuling bei den Rebellen. Neue Rekruten braucht die Rebellion. Zwischen all dem Trubel um die Begegnung mit den Nightfalls und den Verlusten, war untergegangen, dass Freya fort war. Niemand will bemerkt haben, warum und wohin die junge Fähe gegangen sei. Chaske nahm sich dieser Aufgabe an und stürzte sich in die Suche nach der Fähe. Sein Verbleib ist genauso ungewiss wie der von Freya und Leiard. Die Nightfalls verloren lediglich die Chance auf einen Sieg über die Rebellen. Doch auch bei den Nightfalls kam es zu einem Todesfall, denn nachdem Bevan Nhor bei seiner Flucht geholfen hatte, nahm Oshae die Schuld für die Flucht des Gefangen auf sich. Und so bestrafte Tyrese sie mit dem Tode. Oshae opferte sich, um Bevan zu decken. Dies wird wohl Bevans düsteres Geheimnis bleiben.
Doch trug der Herbst auch Früchte. Sharon schenkte den Rebellen zwei Welpen, deren Leben in die Obhut der Rebellion gegeben wurde. Während Sharon zwei wehrlose Welpen zur Welt brachte, wuchsen Lyras Welpen zu Kämpfern. Murdoch hatte genug Zeit, um seine Söhne zumindest ein wenig in die Welt eines Krieges eintauchen zu lassen. Während Lyra ihre Tochter auf das Jagen spezialisierte, um sie bei Tyrese gut dar zu stellen, wuchsen Gin und Fael in eine Richtung heran, die Lyra missfiel. Zum Ende des Herbstes begangen Iyiny und Tyrese zur Vermehrung der Krieger beizutragen. Der Tyrann höchstpersönlich würde seine ersten, eigenen Welpen ins Leben setzen, sobald der Winter vorüber war.
Seit dem Kampf zwischen Rebellion und Tyrannei sind 6 Wochen vergangen. Eine Zeit ohne Gewalt. Und dennoch geprägt von vielen Veränderungen. Der Herbst verlor all seine Blätter und nahm dabei einige Wölfe mit sich. Der Winter klopfte an der Tür, aber die vom Herbst verschlungenen Wölfe tauchten nicht mehr auf. Doch dieser Winter war anders. Ungewöhnlich mild und bisher ohne Schneefall. Vielleicht ein Zeichen der Götter? Möchte das Schicksal den Rebellenwelpen das Leben schenken? Für die Rebellen ist es ein gutes Zeichen, da ihre kleinen Schützlinge einen kalten Winter nur schwer überleben würden. Doch das ist nicht die einzige Sorge des Rudels. Freya, Chaske und auch der Betarüde Leiard sind noch immer nicht zurückkehrt. Nur wenige glauben noch an ihre Rückkehr. Gwydion hat nicht nur einen weiteren Sohn ziehen gelassen, sondern auch einen guten Freund und Berater. Für die Nightfalls war der Winter kein Problem und brachte auch keine Sorgen mit sich. Gin, Fael und Nayara wuchsen tüchtig heran und waren auf ihren ersten Winter gut vorbereitet. Für die Gefährtin des Tyrannen galt nun Schonzeit, immerhin trug sie die Brut der Tyrannei in sich.
Kann man dem Schein eines ruhigen und milden Winters überhaupt trauen?

#04 Plot

Farbenspiel des Winds


# Anfang Herbst #
# leichter Wind, frisch, bewölkt #
# Mittags #

Dieser Herbst war ein ereignisreicher Herbst. Bei den Rebellen wurden Elín und Leiard zu Gwydions Unterstützung zu den Betawölfen des Rudels auserkoren. Und so widmeten sie sich ihren neuen Aufgaben. Während Leiard mit Khazen das neue Tal ein wenig unter die Lupe nahm, erkundigte Elín sich nach dem Befinden des neusten Mitglied der Rebellen: Eloa Tajou. Bisher war sie eher eine ruhige Begleiterin des Rudels, schien jedoch in Elín Gegenwart aufzutauen. Chaske erklärte sich selbst zum Beschützer Sharons und ihrer Welpen. Er versprach immer für sie da zu sein und über ihre Welpen zu wachen. Zugleich nahm er Reza, die offensichtlich mit Gwydion anbändelte, in die Fänge und versuchte mittels Provokationen sie aus der Reserve zu locken. Schnell wurde daraus eine Diskussion über die Liebe, welche zwar kein eindeutiges aber ein friedliches Ende gab. Gwydion hingegen plagte das Gefühl für Chaske kein richtiger Vater zu sein, doch Tinúviel bemühte sich ihren Vater zu motivieren und Chaske Zeit zu geben.

Nachdem Lyra ihre Welpen mehr oder weniger gut in der Höhle hinhalten konnte bis ihr Vater kommt, erfüllte dieser den Welpen ihren Wunsch nach draußen zu gehen. Im Licht der Sonne angekommen beantwortete Murdoch die Fragen seiner Welpen. So beschrieb er seine Aufgaben als Beta und zeigte den Welpen wer der Alpha ist, jedoch kam es noch nicht zu einem Kennenlernen. Als die Rudeljäger – jedoch ohne Harlequin – zurückkehrten, waren sie nicht allein. Sie brachten zwei Fremdlinge mit: Nhor und Celeste. Diese hatte Bevan bereits am See kennengelernt. Sowohl Bevan als auch die Nasvalianer waren froh sich einander wiederzusehen. Noch war den beiden nicht bewusst, dass sie gar keine Gäste, sondern Geiseln waren. Doch schnell wurde ihnen klar in welcher Situation sie sich befanden. Iyiny hingegen hatte ihre Freundin Ilyn aufgegriffen und sie zu Tyrese geführt, welcher diese ins Kreuzverhör nahm. Jedoch tat Ilyn auf unwissend und versuchte somit ihre Freunde zu schützen. Zugleich wagte sie es dem Tyrannen Widerstand zu leisten. Schnell flog die Lüge der Fähe auf und Iyiny erzählte vom Aufgriff der anderen zwei Nasvalianer.
Dieses Gespräch trug zwei Tage später seine Lorbeeren. Tyrese streifte in zwei Gruppen durch Nasval, jeweils mit einem Nasvalianer in der Hinterhand um eine Art Lockvogel für weitere Einheimische zu haben. Nhor wurde derweil bei den Nightfalls zurückgelassen. Dies war jedoch ein folgenschwerer Fehler, denn Bevan verhalf seinem Freund zur Flucht. Er wollte ihn nicht länger Leiden sehen. Dies blieb sogar unbemerkt. Lyra machte nämlich mit Nayara, Gin und Fael einen Spaziergang zur naheliegenden Blumenwiese. Leider musste Lyra ihren Ausflug schneller beenden als geplant, da Gin und Fael versuchten sich aus dem Staub zu machen. Der Rücktritt zum Rudel sollte eine Art Bestrafung sein. Dort angekommen bespaßten Tsume und Ragnarök die beiden Jungrüden. Lyra stellte Bevan ihre Tochter Nayara vor. Diese schlossen einen Band der Freundschaft.

Bei den Rebellen stärkten sich auch die Rudelbeziehungen. Chaske versuchte Sharon bei ihrer Sorge um Khazen zu trösten, während Deven und Reza sich näher kamen. Die trächtige Sharon und ihr neuer Beschützer bekamen unerwünschten Besuch durch eine Raubkatze, welche Chaske zu vertreiben versuchte.
Nachdem Dhiala von ihrem Dilemma berichtet hatte, schickte auch Gwydion zwei Suchtrupps aus. Er war gewillt der Einheimischen Hilfe zu leisten. Gwydion und Eloa trafen dabei auf Murdoch, Iyiny und der gefangene Ilyn. Im Laufe des Kampfes zwischen den gegnerischen Parteien, konnte Ilyn die Gunst der Stunde nutzen und die Flucht ergreifen. Nachdem Ilyn geflohen war, konnte Gwydion jedoch nicht verhindern, dass Murdoch Eloa tötete. Durch ein lautes Fauchen machte sich Besorgnis breit bei Gwydion, die ihn zu Flucht leitete. Schnell führte ihn dies zu seinem Sohn und Sharon. Gemeinsam mit Chaske vertrieb er die Raubkatze und kehrte mit beiden Wölfen zum Rudelplatz zurück. Er hatte ihnen bereits vom Tod Eloas gebeichtet und offenbarte ebenfalls, dass er schuld daran war. Am Rudelplatz angekommen wurde Gwydion regelrecht überfallen von Elín und musste ihr unangenehmer Weise selbiges beichten. Die Betafähe versuchte Gwydion seine Schuldgefühle zu nehmen. Auf seinen Wunsch hin suchte sie nach Reza. Als sie diese gefunden hatte, brachte sie Reza und auch Deven in eine missliche Lage. Diese schienen einander näher gekommen zu sein. Reza wurde zu Gwydion zurückgeschickt und kümmerte sich um ihren verletzten Helden. Deven wurde zur Jagd mit Elín verdonnert und gabelte bei dieser den geflohenen Nhor auf.

Tyrese, Abigail und Celeste bildeten die andere Gruppe. Während Celeste als Lockvogel voraus gehen sollte und die beiden Nightfalls zu den anderen Einheimischen führen sollten, unterrichtete Tyrese Abigail. Celeste versuchte die Nightfalls auf eine falsche Fährte zu locken, da sie Dhiala in einem Versteck bemerkte. Und bei ihr waren Khazen und Leiard. Nachdem Tyrese und Abigail jedoch Celestes Schwindel bemerkten, griffen diese die Fähe an. Überstürzt rannte Dhiala aus ihrem Versteck und versuchte Celeste zu retten. Noch ehe Dhiala ihre Freundin retten konnte, nahm Abigail Celeste das Leben. Khazen hingegen widmete sich dem Tyrannen selbst zu. Es kam zu einem blutigen Kampf. Auf beiden Seiten. Leiard versuchte Khazen zu helfen und schaffte es einen guten Moment abzupassen, in dem beide fliehen konnten. Nachdem sich Khazen und Leiard aus dem Staub gemacht hatten, widmete sich Tyrese den Kämpfenden – Abigail und Dhiala – zu. Schließlich musste auch Dhiala ihr Leben lassen. Während Khazen verletzt aber lebend beim Rudel ankam, war von Leiard keine Spur. Nachdem Khazen Gwydion Bericht erstattet hatte, ließ er sich von seiner Geliebten pflegen.


#03 Plot

Das Spiel mit dem Feuer


# Mitte Sommer #
# schwül, wenig Wind, kaum Wolken #
# Vormittags bis Mittags #

Man sagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, aber ist dem wirklich so? Über Amdir liegt ein fader Beigeschmack vermischt mit der Dunkelheit der Herzen der Wölfe. Sowohl über die Nightfalls als auch über die Rebellen hat das Schicksal sein Unheil gezogen. Ob die letzten Monate, in denen nichts sonderlich Auffälliges geschah, diese Wunden tatsächlich heilen kann, ist fragwürdig. Die Rebellen wurden nach ihrer Flucht von Freya und Chaske zum Lager begleitet, dort wurden alle Wunden so gut es nur ging versorgt. Auch die Wunden der Nightfalls wurden geleckt, so kamen sich Murdoch und Lyra erneut ein Stückchen näher.

Es sind ungefähr drei Monate vergangen seitdem sich Gwydion, Reza und Khazen einen blutigen Kampf mit drei Wölfen der Nightfalls geliefert haben, den nur der Betawolf Murdoch und sein Weggefährte Zetyr überlebten. Drei Monate ist die öffentliche Demütigung Oshaes durch den Tyrannen her. Doch ihre Wunden werden wohl mehr Zeit zur Heilung benötigen als alles andere. In den letzten drei Monaten hat sich nicht sonderlich viel getan. Jedenfalls hat sich keine Katastrophe oder ähnliches zugetan. Es war ja auch für beiderseits Rudel ziemlich turbulent in der letzten Zeit, so dass die letzten Monate zur Ruhe genutzt werden konnten. Die Einzelgängerinnen Sharon und Eloa Tajou wurden in das Rudel der Rebellen aufgenommen und haben sich von nun an eben so an die Netiquette zu halten wie die anderen Mitglieder auch.

Und so zog Frühling vor rüber. Sicher war der Frühling keine sonderlich heitere Jahreszeit für die Bewohner von Amdir, doch trug auch er Früchte, die gedeihen. So ist aus der kleinen verwirrten Welpin Izusa nun ein stattlicher Jungwolf mit eigenem Kopf geworden. Wird Tyrese sie rechtzeitig umpolen können? Ihre Neugierde im Keim ersticken? Sicherlich wird er nun viel Wert auf eine grundierte Ausbildung seiner Wölfe legen. Jetzt, wo er weiß, dass Gwydion überlebt hat und einen Widerstand plant. Ob der Tyrann von Amdir weiche Knie bekommt? Auch Gwydion müsste sich rüsten, nun wo doch sein Geheimnis um die Rebellion entlüftet ist. Doch all diese Dinge benötigen vor allem eines: Zeit. Und die Zeit bleibt nicht stehen. Sie rennt weiter. Genauso wie das Schicksal. Und das meint es bekanntlich nicht gut mit den Wölfen aus Amdir.

Nachdem nun der Frühling von dem Sommer abgelöst worden war, erstrahlte Amdir in seiner vollen Farbenpracht. Flora und Fauna wuchs und gedeihte. Doch dieses Jahr herrschte eine eher trockene Luft in Amdir und die dazukommende Hitze ließ ein nicht absehbares Unheil über das Tal herein. Das trockene Gras fing Feuer, welches sich blitzschnell verbreitet hatte.
Schnell hatten die Nightfalls das Feuer bemerkt und pure Panik war ausgebrochen. Tyrese und seine Betawölfe taten sich ungeheuerlich schwer die aufgebrachte Horde Wölfe zum Zuhören zu bewegen. Tyrese gab den Befehl dem vertrockneten Fluss zu folgen. Sie würden im benachbarten Tal Schutz suchen. Nur ungern verließ der Tyrann seine Heimat und sein Reich, doch das war ihm lieber als zu sterben. Und nach dem nächsten Regen könnte man sich anschauen, wie viel das Feuer zerstört hatte. So flohen die berüchtigten Nightfalls, von Panik und Aufruhr geleitet durch die Flammen am vertrockneten Flussbett entlang, in Richtung fremde Welt. Unwissend dass dieses Feuer bereits Opfer gefordert hatte. Hlín war mit zwei anderen Wölfen abseits des Flussbettes gefolgt. Hlín trennte sich jedoch von ihnen als ihm der Geruch eines Rebellen in die Nase stieß. Kilian. In dem Aufruhr hatte sich der Rebellenjüngling verirrt. Während Hlín die Gunst der Stunde nutzte, um den Sohn Gwydions zu töten, wurde er durch das Flammenmeer von seinen zwei Begleitern abgetrennt und vom Feuer verschlungen. Die beiden Begleiter Hlíns rannten Richtung Flussbett. Ihre Aufgabe war es nun Tyrese von dem heldenhaften Abgang seines Betas zu erzählen.
Noch bevor die Rebellen zur Jagd aufbrachen, bemerkten sie die dunklen Rauchschwaden am Horizont. Gwydion überlegte, ob das Feuer sie auch in die Berge verfolgen würde, doch selbst wenn die Flammen vorher ausgelöscht werden sollten, so wäre ihr Jagdgrund vom Rauch erstickt. Und so wies er an die Berge zu verlassen und gen Osten das Tal zu verlassen. Das Feuer verbreitete sich schnell. Ehe die Wölfe die Berge verlassen hatten, hatte das Feuer schon fast den Fuß des Berges erreicht. Die einzige Chance: Mittendurch. Die Rebellen mussten also durch die Flammen fliehen. Gwydion sagte ihnen, dass sie zur nächstgelegenen Gebirgslandschaft im Osten müssen. Dort würden sie sich treffen, sollten sie sich verlieren.

Man hörte öfter mal von einem benachbarten Tal namens Nasval in Richtung Osten, doch das einzige was den Wölfen nun blieb war die Flucht.

Zu dieser Zeit ahnten die Wölfe von Nasval noch nichts von alle dem. An der westlichen Grenze erkannte man zwar weitentfernte Rauschschwaden, doch war man sich sicher, dass diese nicht herüber nach Nasval ziehen würden. In Nasval war alles so wie immer und doch anders. Der Duft der Veränderung war klar. Und doch schien er schier ignoriert zu werden. Die Wölfe lebten nach wie vor in Freiheit und kannten nur das Gesetz ihrer Welt. In Nasval war die Konstruktion eines Rudels beinahe unbekannt. Die Wölfe lebten entweder alleine oder in einer Zweckgemeinschaft, die einem Rudel ähnlich sah, doch gab es dort keine Ränge und somit keinen Alpha. Sie trafen sie lediglich ab und zu zum Jagen, Geschichten erzählen und um das Bedürfnis nach Gemeinschaft- und Sozialbefinden notgedrungen zu befriedigen. Was kam auf die Wölfe in Nasval zu?

#02 Plot

Wandel der Zeit


# Ende Frühling #
# sonnig & eine frische Brise #
# Mittags #

Es sind 3 Tage vergangen seit dem das heftige Unwetter in Amdir getobt hat. Nun hat sich das Himmelsgemüt beruhigt, doch haben sich auch die Gemüter der Wölfe beruhigt? Noch immer sind die Folgen des Sturmes spür – und sehbar. So auch bei den Wanderern Vaneya und Akash. Erst vor kurzem kamen sie nach Amdir und haben direkt ein schlimmes Erlebnis mitbekommen. Durch den Sturm wurden sie getrennt und suchen nun einander. Vaneya irrt im Wald nahe der Gebirgskette in Amdir umher und sucht ihren Geliebten. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rudelplatzes der Nightfalls. Werden sie ihm helfen seine Geliebte zu finden? Wird Tyrese ihre Liebschaft zu seinen Gunsten nutzen? Werden Vaneya und Akash wieder zueinander finden? Doch nicht nur das mysteriöse Pärchen leidet unter den Folgen des Sturmes. Auch die Nightfalls haben Opfer. Alduin fand durch den Sturm seinen Tod und hinterlässt seine beiden Schwestern Aralil und Izusa. Nibiru Ea gilt nicht mehr als nur noch verschwunden, da ihr Körper gefunden wurde. Jedoch vollkommen leblos. Wie geht das Rudel mit diesen beiden Verlusten um? Aber vor allem wie wird Tyrese den Tod eines hochgeschätzten Mitgliedes und den eines wichtigen Nachzüglers wegstecken? Nahe der Gebirgskette befinden sich Khazen und Sharon. Wird er sie zu den Rebellen führen? Bei den restlichen Rebellen herrscht eher angespannte Stimmung, obwohl Gwydion mit seinen Jüngern sich im noch wohlbehüteten Lager in den Bergen zurückgezogen hat. Gwydion weiß erst seit kurzem von seinen Kindern und hat keine Zeit in die Vaterrolle hineinzuschlüpfen. Durch das Gewitter kam es zwischen Tinúviel und Gwydion auch zu keiner großen Aussprache.

#01 Plot

Flucht ins Glück


# Ende Frühling #
# Bewölkt, leichter Wind #
# Morgens bis Mittags #

Erst seit kurzem hat Gwydion sein geheimes Lager im Hochgebirge errichtet. Dort suchen die Rebellen gemeinsam Schutz vor den Nightfalls. Wie lange sie dort unentdeckt bleiben, ist fraglich. Sie legen jedoch viel Wert darauf, dass ihnen niemand folgt. Insbesondere da seit kurzem ein Paar zu den Rebellen gestoßen ist, welches Nachwuchs erwartet. Gerade aus diesem Grund steht deren geheimer Rückzugsort an höchster Stelle.

Bei den Nightfalls gab es bereits Nachwuchs. Nibiru Ea hat zum Ende des letzten Winters drei Welpen geboren. Auch deren Schutz hat hohe Priorität, schließlich muss die Wolfsarmee wachsen und gedeihen.

Werden die Rebellen in ihr Glück flüchten oder werden die Nightfalls dem Versteck auf die Schliche kommen?


Basisinformation

# Gründungsdatum 22. Januar 2013 #
# Eröffnungsdatum 26. Januar 2013 #
# Rollenspielstart 07. Februrar 2013 #

Rudelübersicht

# Insgesamt 35 Wölfe #
# Nightfalls 20 Wölfe
# Rebellen 13 Wölfe
# Einzelgänger 0 Wölfe
Karte » Nasval
A B C D E F G H I J K L M N O P
1
ΔΔ×ΔΔΔΔ××××ΔΔΔΔΔΔΔΔΔΔΔΔ××××××××ΔΔΔΔΔΔΔ×××××Δ
2
3
4
5
6
7
8
9
» Übersicht
Posteingang
ungelesene Nachricht(en)
Letzte Beiträge
Raskán#Khazen
Raskán#Raskán
Break the Rules#Deimos
Forentreffen#Khazen
Forentreffen#Kaori
Dreamless » Suche » Suchergebnis » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
Zeige Themen 1 bis 20 von 32 Treffern Seiten (2): [1] 2 nächste »
Autor Beitrag
Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

18.09.2017 12:27 Forum: Rol­len­spiel

Wie alt war Nhor? Er kam Chaske in seinem Verhalten viel jünger vor, als er aussah. Geprägt von naiven Hoffnungen – und Angst. Für einen Moment wollte er noch dagegenhalten, den Braunen fragen, ob er wirklich an das Paradies in der Ferne glaubte. Gefahren gab es überall. Feinde auch. Kaum ein Rudel leistete sich bloße Schmarotzer, die beschützt und gefüttert wurden, aber nicht ihren eigenen Teil dazu beitrugen. Da waren die Rebellen vermutlich die aufopferungsbereitesten Wölfe, die Nhor finden konnte. Oder sie waren es zumindest bisher gewesen.
Der Schwarze fragte sich, ob er einen Fehler beging. Ob er zu viel verlangte. Gwydion hatte Nhor weitestgehend in Ruhe gelassen. Aber sein Vater war nicht mehr…

Der junge Rüde sah es in dem anderen arbeiten. Ob er selbst zur Erkenntnis gekommen war? Es sah beinahe so aus. Also trampelte Chaske nicht weiter darauf rum. Er hatte ihm einen Denkanstoß gegeben. Das musste reichen.
Dann veränderte sich die Haltung seines Begleiters plötzlich. Die Angst wich einem Moment lang dem Zorn. Nun, am schnellsten wurde man aggressiv, wenn man sich fürchtete, nicht? Chaske hatte das nicht nötig. Er sträubte weder das Nackenfell, noch fixierte er den anderen. Es verließ auch kein Grollen seine Kehle. Nein, Chaske wusste um seine Größe und Stärke. Es war diese Überzeugung, die ihn absolut ruhig stehenbleiben ließ.
Die eisblauen Augen suchten Nhors Blick. Nicht drängend, auch nicht starrend, aber eben auch nicht ausweichend. „Genauso wie alle anderen auch“, antwortete er trocken. Sie mussten sich alle entscheiden. Manche trugen sogar noch weit mehr Verantwortung. Bei Nhor ging es nur um ihn. Bei Chaske dagegen…? Die meisten Rebellen vertrauten ihm. Was, wenn sie blieben - und starben -, weil er sie nicht rechtzeitig weggeführt hatte?

„Du bist kein Welpe mehr, Nhor. Niemand wird dir die Entscheidungen abnehmen.“ Chaske schüttelte den Kopf. Natürlich könnte er ihm befehlen, zu bleiben. Vielleicht würde der Braune das aus Angst sogar akzeptieren. Aber wäre er dann nicht wie Tyrese? Und was half ihnen ein Rudelmitglied, auf das man sich nicht verlassen konnte? Das gar nicht hier sein wollte? „Man weiß vorher nie, ob man die richtige oder die falsche Entscheidung trifft.“ Und manchmal hasste man sich dafür, wenn man Fehler beging. Er dachte wieder an all jene, die er verloren, die er nicht hatte retten, können.
„Aber man lernt, zu seiner Wahl zu stehen.“ Oder er musste das zumindest. Denn niemandem wäre geholfen, wenn er im Nachhinein jammerte, dass er das nicht gewollt hatte.
Ein kurzes, beinahe aufmunterndes, Lächeln stahl sich auf seine Lefzen. „Du solltest nur ganz genau wissen, was du willst und was du kannst, bevor du etwas versprichst.“ Denn nichts tat mehr weh, als ein Versprechen zu brechen und sich ewig schuldig zu fühlen.
Chaske setzte sich wieder in Bewegung. „Hörst oder riechst du etwas?“ Er wollte Nhor ablenken, einbinden, ihm zeigen, dass er schon zum Rudel beitragen konnte, wenn er nur Augen, Ohren und Nase offen hielt.


{ Nhor| Kontrollgang }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

05.09.2017 06:18 Forum: Rol­len­spiel


Chaske wollte das Gespräch nicht zu einer Art ‚Verhör‘ machen, aber seine Stimme hatte trotzdem meist einen leicht fordernd-prüfenden Unterton. Das lag vermutlich einfach daran, dass er sich nun mehr denn je für die Rebellen verantwortlich fühlte.
„Bevan ist ein guter Wolf…“ Der Alphasohn kannte den Weißen. Er hatte nie zu jenen gehört, die gegen seine Familie gewettert hatten. Aber er hatte auch nie eingegriffen, wenn man gegen seine Geschwister und ihn vorgegangen war. Vermutlich aus Angst. Bzw… ja, es war klüger gewesen, sonst wäre der freundliche Bevan früher oder später gänzlich untergegangen. „Er passt nicht zu den Nightfalls.“ Aber wenn man einmal unter die Herrschaft des Tyrannen geriet, entkam man seinen Zwängen nur schwer.

Erst jetzt ging Chaske auf den Teil ein, der eigentlich wichtiger war. „Und nun hast du festgestellt, dass die Sicherheit ein Trugschluss war…?“ Es handelte sich dabei eher um eine rhetorische Frage. Was hatte Nhor erwartet? Dass die Rebellen ihn beschützen würden? Der Schwarze würde ihm verdammt gerne genau das zusichern – aber er wollte nicht lügen.
Auch wenn es so wirkte, als konzentriere er sich ganz und gar auf den Braunen, behielt Chaske doch auch die Umgebung im Blick und ‚in der Nase‘. Bisher wirkte alles ruhig. Oder eben so ruhig, wie man es nach einem Unwetter gewohnt war.
„Ich kann dir nicht versprechen, dass dir nichts passieren wird“, begann er und… ja, ihm gefielen diese Worte selbst ganz und gar nicht. „Die Rebellen sind weder genug Wölfe, um die Nightfalls mit Leichtigkeit zu besiegen, noch werden wir dieses Land verlassen, um fern von unserer Heimat Schutz zu suchen.“ Was er damit sagen wollte, war, dass sie kämpfen würden – nur eben mit sehr ungewissen Aussichten.

„Du wärst vermutlich sicherer, wenn du gehen würdest. Weit fort von hier…“ Das war nun einmal ein Fakt. „Aber was ist schon ein Leben auf der Flucht?“ Immer weiter, immer ins nächste Tal, immer die Nightfalls im Nacken. Nein, das war es nicht, was Chaske für sich wollte – aber er würde Nhor diese Entscheidung nicht aufdrängen.
„Hierzubleiben würde nicht zwanghaft bedeuten, dass du dein Leben in einem Kampf geben müsstest.“ Auch wenn er nicht versprechen konnte, dass Nhor niemals würde kämpfen müssen. „Aber es bedeutet auch nicht, dass du dich in unseren Reihen verstecken darfst.“ Vielleicht waren die Worte etwas hart, aber… die Rebellen konnten es sich nicht leisten Erwachsene zu beherbergen, die keinen Teil zum Rudel beitrugen. „Wir müssen uns auf dich verlassen können, Nhor. Und sei es nur, weil du in brenzligen Situationen die Welpen in Sicherheit bringst oder auf Jagden unterstützt oder nachts mal eine Wache übernimmst.“ Eisblaue Augen suchten den Blick des anderen. „Du musst dich nicht sofort entscheiden.“
Der Schwarze setzte seinen Weg souverän fort. Wie hätte Gwydion das gehandhabt? Er hatte Nhor ohne viele Fragen aufgenommen und bisher nichts von ihm verlangt. Sein Vater war altruistisch gewesen. Auch Chaske wollte am liebsten allen helfen – aber er wollte auch nicht das Leben jener, die ihm wirklich wichtig waren, riskieren, weil er jemandem vertraute, der sich nur selbst der Nächste war.

{ Nhor | Kontrollgang }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

23.08.2017 07:13 Forum: Rol­len­spiel


Sie waren so… still. Sogar die Welpen blieben leise. Als wäre mit Gwydion ein großer Teil des Lebensgeistes der Rebellen verschwunden. Chaske hoffte, dass dies nur vorübergehend so war. Wenn die Lebensfreude starb, dann war auch die psychische Aufgabe und somit der physische Tod nicht mehr fern. Aber das war nichts, was er jetzt besprechen musste. Der Schock saß noch zu tief in ihren Gliedern und ein jeder hatte ein paar Tage der Trauer verdient. Er selbst wusste schließlich auch, dass jedes aufmunternde, motivierende Lächeln von ihm erstmal… aufgezwungen sein würde.
Kurz glitt sein Blick zu Tinu und Khazen. Die beiden würden auf das Rudel aufpassen. Jeder auf seine Art und Weise. Das, was er an Struktur geben konnte, brauchte auch eine weiche Hand. Jemand, der einfach da war, zuhörte und das Innere der Mitglieder berührte. Chaske war sich sicher, dass seine Schwester dazu fähig war. Auch wenn es vielleicht eigentlich die Aufgabe der Gefährtin des verstorbenen Alphas gewesen wäre. Aber dass Reza der Verlust ganz besonders zu schaffen machte, war ja auch irgendwie klar. Er nickte der Weißen also nochmal kurz – beinahe ein wenig entschuldigend, dass er schon wieder gehen würde – zu, ehe die eisblauen Augen nochmal auf Reza ruhten. Vermutlich war es gut, dass sie mit Tinu in die Höhle ging. Etwas hatte ihn verwirrt. Etwas, was ihn nun dazu brachte, erstmal auf Abstand zu gehen. Chaske war es nicht gewohnt, sich allzu sehr zu öffnen. Vor niemandem.

Er glaubte schon, dass er den Kontrollgang doch alleine machen müsste, da gab Nhor seiner Aufmerksamkeit nach und schlich auf ihn zu. Der Schwarze unterdrückte ein innerliches Seufzen. Nun, er hatte gesagt, dass er mit dem vorhandenen Material arbeiten würde, nicht? Und auch der kleine Braune musste irgendwelche Talente haben…
Ihre Körperhaltungen könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Nhor geduckt, die Rute eingeklemmt, voller Beschwichtigungssignale, Chaske dagegen mit breiter Brust, lockerer Haltung, den Blick ungeniert über den anderen wandern lassend. Aber die blauen Augen verloren an Kälte. Er zauberte ein leichtes Lächeln auf seine Lefzen. „Es tut uns allen leid. Aber wir können die Zeit nicht zurückdrehen.“ Und Nhor konnte sowieso absolut nichts dafür. Wenn, dann nur er selbst… Er würde anders handeln, wenn sie nochmal diese Situation durchleben könnten, oder? Es wäre so viel leichter zu sterben, als die Verantwortung zu tragen. Kurz spürte er beinahe so etwas wie Zorn in seiner Brust. Gwydion hatte sie im Stich gelassen. Er war nun bei Mutter und Kilian und hinterließ ihm ein zerrüttetes Rudel und einen geerbten Feind.

Chaske schüttelte den Gedanken fort. „Begleitest du mich?“ Die Art seiner Tonlage machte es zu einer rhetorischen Frage und er wartete auch gar keine Antwort ab, sondern setzte sich wieder in einem leichten Trott in Bewegung. Erst nachdem sie sich ein Stück vom Rudel entfernt hatten und er hoffte, dass Nhor sich etwas entspannt hatte, sah er wieder zu ihm rüber. „Warum bist du bei den Rebellen, Nhor?“ Da war keine harte Prüfung oder ein spöttischer Vorwurf in seiner Stimme, sondern nur freundliches Interesse. Er kannte den jungen Rüden kaum, wusste nichts über seine Beweggründe und Motivationen… Aber er stammte nicht von Amdir und würde somit nicht für sein ‚Zuhause‘ kämpfen wollen, oder?


{ Nhor, (Rudel) | Kontrollgang}

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

18.08.2017 06:36 Forum: Rol­len­spiel

Ein Geräusch lenkte seine Aufmerksamkeit von Reza fort. Pfoten, die über den Schlamm hetzten, verbunden mit einem vertrauen Geruch, den er durch jedes Gewitter ausmachen würde. Seine Schwester. Schlammbespritztes, sonst so reinweißes Fell, ein aufgebrachter Blick und… sodann war das Unwetter der kleine Bruder von dem, was aus ihrem Fang folgte. Es bewies mal wieder, dass die Kinder des ehemaligen Rebellenanführers mit einem überbordenden Temperament beglückt waren. Manchmal zum Leidwesen der anderen.
Chaske kam sich jedoch nicht angegriffen vor. Er spürte, dass hinter dem ganzen Zorn, den sie ihnen nun entgegenwarf, nur Schmerz und vielleicht auch Angst steckte.
Tinúviel berührte auch Reza. Auf ganz andere Art und Weise als er vorhin. Und da waren sie wieder, diese so simpel nach außen hin gezeigten Emotionen. Ein leichtes Nicken war alles, was Reza für ihre geflüsterten Worte erntete. Er fand nicht, dass sie jetzt weiter darauf eingehen mussten. Zugleich wollte er ihr nicht das Gefühl geben, es sei… unwichtig gewesen.

Still beobachtete der junge Rüde den Zusammenbruch der beiden Fähen, die Nähe, die die Dunklere sodann bei der Hellen suchte. Er blieb auf Abstand. Ein Wächter neben ihnen, der eigentlich doch gerne, irgendwo in seinem Inneren, dieselbe Schwäche und Suche nach Zuneigung offen zeigen würde. Aber er tat es nicht.
Außerdem kam er nicht umhin, dass seine Gedanken schon längst wieder um die Zukunft kreisten. Sie konnten nicht einfach verweilen und Nichtstun. Die letzten Pläne, die Gwydion mit Khazen und ihm geschmiedet hatte, mussten umgesetzt werden.
Chaske ließ den Fähen den kurzen Augenblick. Dann trat er näher zu ihnen. Er unterdrückte den Drang, seine Schwester anzustupsen. Sie war wütend auf ihn und er hatte irgendwie… Angst, dass sie ihn zurückweisen würde. „Lasst uns zurückgehen.“ Er wartete eine Antwort gar nicht ab, sondern setzte sich in Bewegung. Kein Sprint wie vorhin, sondern ein ruhiger Trott, der sie dennoch schnell und energiesparend voranbrachte.

Der Schwarze ließ seinen Blick über den kläglichen Rest der Rebellion schweifen. Jene, die nicht mehr da waren, fehlten schmerzlich. Aber es waren eben immer noch genug, um nicht aufzugeben.
„Wir mögen keinen Anführer mehr haben, aber deshalb dürfen wir uns trotzdem nicht damit zufriedengeben, uns hier zu verstecken und zu hoffen, nie gefunden zu werden“, wandte er sich an alle Rebellen. Dabei suchte der Blick der eisblauen Augen kurz die Seelenspiegel jedes einzelnen. „Bevor wir auf die Nightfalls trafen, haben Gwydion, Khazen und ich darüber nachgedacht, wie wir unsere Ausgangslage optimieren können. Es geht um Ausbildung, Rückzugspläne, das Revier besser zu kontrollieren und unsere Ressourcen zu verteilen. Ich möchte es nicht den letzten Willen meines Vaters nennen, aber… wir sollten es dennoch umsetzen.“ Sie mochten niemanden haben, der hier die Befehle gab, aber solange sie sich alle einig waren, an einem Strang zogen, könnte es funktionieren, oder?
„Aber jetzt ruht euch erstmal aus und wir warten ab, dass das Unwetter vorbeizieht.“ Würde der Sturm je aufhören? „Ich werde die Umgebung nochmal ablaufen.“ Er war müde, körperlich und seelisch, aber er könnte sich nicht ruhig hinlegen, wenn er nicht nochmal geprüft hatte, dass ihnen keiner gefolgt war. „Möchte mich jemand begleiten?“ Zu zweit war immer besser. Aber er würde niemanden hier dazu zwingen, sich durch den Matsch zu schleppen. Nicht, wo sie alle psychisch gerade einiges zu verdauen hatten. Dennoch blieb sein Blick kurz an Nhor hängen. Er musste den jungen Rüden besser kennenlernen. Jeden hier. Damit er die Talente jedes einzelnen genau einzuschätzen und, so bitter es auch klang, einzusetzen wusste.


{ Tinu, Reza, danach alle Rebellen | kehrt mit Reza und Tinu zu den Rebellen zurück, denkt über die Zukunft nach }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

31.07.2017 07:23 Forum: Rol­len­spiel

Chaske hatte Widerstand erwartet, doch es geschah… nichts. Vielleicht hatte er sie überrascht. Vielleicht ließ er ihr auch einfach keine Möglichkeit. Jedenfalls lag Reza nach dem ersten Knurren und Schreckmoment ruhig unter ihm. Womöglich hätte er sofort wieder aufstehen und so mit ihr reden können, aber… das tat er nicht.
Aufmerksam ruhte der Blick der tiefblauen Seelenspiegel auf ihr, während er sprach. Noch immer sah er den Schmerz in ihr toben, aber er hatte das Gefühl, dass sie ihm nun zumindest zuhörte – verstand – und nicht sämtliche Worte einfach an ihr vorbeirauschten wie ein Wasserfall in weiter Ferne.

Die Bunte fragte ihn eine schwierige Frage. Chaske war deutlich besser darin, seine Gefühle zu kontrollieren und nicht… darüber zu sprechen. Aber wenn er Reza helfen wollte, musste er sich ihr ein wenig öffnen. Selbst wenn das bedeutete, dass er sich damit selbst ins Fleisch schnitt.
Trotzdem schwieg er für einen Moment, ehe er den Fang wieder öffnete. „Alleine würde man es nicht aushalten. Als meine Mutter starb, musste ich weitermachen, weil meine Geschwister mich brauchten. Als Kilian starb, war es Freya, der ich helfen wollte. Als Freya fortging, zog es mich zurück, um Sharon beizustehen. Als Sharon verschwand, musste ich für ihre Welpen da sein. Und jetzt, ohne Gwydion, sind es alle Rebellen, die ich nicht alleine lassen kann.“ Er versuchte zu lächeln, doch das fiel ihm gerade nicht leicht. Es war die Wahrheit. Er rettete sich über andere. Indem er wusste, dass jemand ihn brauchte, fand er die Kraft weiterzumachen.

Er verfolgte Rezas Blick. Chaske war jemand, der Blickkontakt nur selten auswich. Gerade wollte er den Schmerz in ihren Augen nicht sehen, zugleich war er jedoch davon auch irgendwie gebannt. So viele Gefühle. So vieles, was er auch spürte, hier jedoch zum ersten Mal sehen konnte.
„Auch du solltest für die anderen weitermachen. Ich weiß nicht, ob Elín bleiben wird. Das Rudel braucht aber eine starke Wölfin.“ Und seine Schwester eine Freundin. Und er selbst brauchte sie irgendwie auch. Aber das war etwas, was Chaske nicht sagen würde. Er sprach nie von sich, immer nur für andere.
„Wir sind keine große Gruppe. Je mehr wir verlieren, umso schwieriger wird es für uns, ein Revier zu halten und die Welpen zu beschützen.“

Langsam erhob er sich. Sofort spürte er die fehlende Wärme. Verwirrung zog sich kurz durch ihn. Warum fiel ihm das so auf? Fehlte es ihm an Nähe? Aber er war doch selbst schuld, wo er sich so oft so distanziert gab – zumindest emotional -, sodass nie jemand auf die Idee kommen würde, dass auch er womöglich Trost brauchte.
Chaske schüttelte den Gedanken fort, machte zugleich aber einen Schritt mehr von Reza fort. Beinahe als hätte die Berührung etwas Verbotenes an sich gehabt. Immerhin war sie Gwydions Gefährtin gewesen und er hatte sich ihr aufgedrängt. Wenn auch nur, um sie zurückzuhalten. Es hätte sich nicht gut anfühlen sollen.
„Reiß dich zusammen, Princessita. So wie wir alle.“ Die jetzigen Worte klangen deutlich harscher als eben noch. Er wusste, dass sie das nicht verdient hatte. Vielleicht war er gerade nur grob zu sich selbst und zeigte es deshalb so nach außen.


[ Amdir, nähe der Rebellen| versucht Reza zurückzugewinnen | ist verwirrt über sich selbst ]

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

26.07.2017 05:54 Forum: Rol­len­spiel

Er sah den Unglauben, den Schmerz, die Erschütterung, all diese Gefühle, die auch in seinem eigenen Inneren tobten, aber nicht an die Oberfläche kommen durften. „Er ist nur wirklich tot, wenn wir ihn und sein Erbe sterben lassen“, erwiderte der Schwarze. Wenn sie jetzt fortliefen und die Rebellion vergaßen. Wenn sie Gwydions Existenz verdrängten – oder aufgrund des Verlustes selbst verendeten.
Die nächste Frage traf ihn unvermittelt. Er hatte ihn zurückgelassen. Doch was hätte er tun sollen? Mit dem Leichnam zurückkehren? Dann wäre es ihnen nie gelungen, vor Tyreses Häschern davonzulaufen.
„Der Fluss stieg weiter an. Er wird ihn mitnehmen.“ Das war ein Begräbnis, das eines großen Anführers würdig war.
Doch der Körper allein war nicht wichtig. Selbst wenn Raben ihn zerpflücken sollten. Es war der ewige Kreislauf der Natur. Chaske würde nicht an einer Leiche jammern, sondern die Seele vermissen, die den Körper lebendig gemacht hatte. „Du kannst ihn nicht sehen. Das ist nun“ – er hasste es, das auszusprechen – „Gebiet der Nightfalls.“ Es war viel zu gefährlich, dorthin zurückzukehren.

Reza wollte erneut fortlaufen. Zuerst gedachte der junge Rüde ihr sofort zu begegnen, dann jedoch entschied er sich dagegen. Er war in seinem Leben schon viel gerannt. Man konnte dem Schmerz nicht davonlaufen, nein. Aber wenn die Erschöpfung einsetzte, der Körper alles Adrenalin abgelaufen hatte, dann konnte man sich leichter beruhigen. Oder man schlief einfach irgendwann müde ein. Also ließ er sie laufen. Erstmal. Der Alphasohne folgte ihr. Nicht direkt auf den Fersen, aber doch so, dass er sie nicht verlor.
Chaske spürte, dass es ihm selbst auch guttat. Doch als sie sich zu weit vom Rudel entfernt hatten, nahm er eine Abkürzung. Er erwischte die Braune von der Seite her. Nun brachte er doch einige Kilo mehr auf die Waage und wenn er im vollen Lauf gegen jemanden knallte, konnten nur die wenigsten sich auf den Pfoten halten. Vor allem, wenn der Boden derart aufgeweicht war.

Der junge Rüde konnte sich selbst nicht richtig halten und landete kurzerhand auf der Gefährtin seines Vaters. Sein eigenes Gewicht drückte sie zu Boden. Er spürte ihr nasses Fell dicht an seinem, die Wärme, die darunter von ihrem durchs laufen erhitzten Körper ausging. Es war auf irritierende Art und Weise ein angenehmes Gefühl. Anders, als wenn es sich um seine Schwester oder einen Freund handeln würde. Zugleich sah er jedoch auch nicht peinlich berührt weg oder brachte direkt wieder Distanz zwischen sich und Reza. Stattdessen hielt er sie weiter am Boden. „Du kannst nicht weit genug laufen, um dem zu entkommen.“ Die Vergangenheit, Erinnerungen, Sehnsucht, sie verfolgten einen, egal wohin man floh. Es gab keinen anderen Weg, als sich zu stellen.
„Er hat gewusst, dass die Rebellion vielleicht sein Ende bedeuten wird.“ Er sprach die Worte leise, aber mit fester Stimme. „Trotzdem hat ihn das nicht davon abgehalten. Er hat das nicht für sich getan.“ Sondern weil Gwydion die Ungerechtigkeit gehasst hatte. „Er hat uns alle, die wir kein Zuhause hatten, eine Familie gegeben. Wirf das nicht weg, nur weil er fort ist.“ Die eisblauen Augen bohrten sich in die Seelenspiegel der Braunen. „Es wird nie aufhören, wehzutun. Aber man lernt, damit zu leben.“ Und das von einem jungen Wolf…, der jedoch schon mehr verloren hatte, als viele Altwölfe. Dennoch, er stand noch immer. „Wenn du ihn wirklich geliebt hast, dann hilf mir, seinen Traum zur Wirklichkeit zu machen.“ Es klang gewissermaßen fordernd. Zugleich fühlte es sich ein bisschen seltsam an, von ihrer Liebe zu seinem Vater zu sprechen und ihr dabei so nah zu sein. Da er sich jedoch noch nicht sicher war, ob sie erneut versuchen würde, abzuhauen, blieb er weiterhin über ihr.



[in der Nähe des Rudels, jedoch außer Sichtweite | versucht Reza zurückzuholen]

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

17.07.2017 08:26 Forum: Rol­len­spiel

Stimmte das, was Khazen sagte? Hätte niemand seinen Vater retten können? Was, wenn er eingegriffen hätte? Was, wenn er Gwydion zuvorgekommen wäre und den Kampf selbst aufgenommen hätte?
Doch er konnte nicht in die Vergangenheit zurückspringen. Es war geschehen, was geschehen war und niemand würde es mehr ändern können. Jetzt nicht mehr.
Der Schwarze warf seinem Weggefährten einen kurzen, dankbaren Blick zu. Khazen würde an seiner Seite bleiben. Sie würden weitermachen. Und mit ihnen auch die anderen, oder?

Aber schlugen die Herzen des Rudels gleichermaßen für die Rebellion wie das von Chaske – oder schlugen sie nur für Gwydion? War nun alles vorbei? Er hörte seine Schwester, wie sie mehrmals seinen Namen rief und dann, als er noch kurz das freudige Licht in Rezas Augen bersten und erlöschen sah, hatte Tinu ihn erreicht. Für einen Moment war da nur die Wärme ihres Körpers, ihre Nähe, das weiße Fell, das sich so dicht sie nur konnte gegen ihn presste.
Ein Teil von Chaske wollte nach hinten ausweichen. Er hielt es nicht aus, sie leiden zu sehen und zugleich… zu spüren, dass er ihr noch immer wichtig war. Da war kein Vorwurf – nur Verzweiflung.
Der Alphasohn legte seinen Kopf auf Tinúviel, zog sie mit seiner Schnauze noch enger an sich. „Ich werde nicht sterben“, flüsterte er ein leises Versprechen, von dem er nicht sicher war, ob er es würde halten können. „Und ich werde auch nicht zulassen, dass dir etwas passiert.“ Sie war die einzige aus seiner Familie, die ihm noch geblieben war. Auch wenn Khazen und seine Welpen schon längst mehr für ihn geworden waren als lediglich andere Rudelmitglieder. Doch Blut verband ihn nur noch mit der Weißen.
„Wir bleiben zusammen.“ Noch immer sprach er sehr leise, beinahe beruhigend auf sie ein. Gewissermaßen half ihm die Trauer und Angst seiner Schwester. Denn wenn er für andere stark sein musste, dann fiel ihm das leichter, als wenn er mit sich alleine wäre. Er konnte nicht schwach sein, wenn man ihn stark brauchte. So einfach war das. Und so schluckte er all die eigenen Schuldgefühle, den Schmerz, runter, um Ruhe auszustrahlen. Zuversicht. Ob er sie selbst fühlte? Er war sich da nicht so sicher. Was er jedoch wusste, war, dass er einen weiteren Verlust nicht packen würde. Tinú durfte nichts geschehen. Niemals.

Sodann rissen ihn leise Worte aus seinen Gedanken. Oder viel eher, sie begannen leise und wurden dann lauter. Ein Fiepsen, dann ein schreien. Chaske sah auf, blickte in die Scherben. Reza war zu etwas fähig, was er sich selbst nicht erlaubte: Sie ließ ihrem Schmerz freien Lauf. Ja, vielleicht wurde sie sogar einfach von ihm übermannt.
Er wollte bei seiner Schwester bleiben. Aber… er fühlte sich gewissermaßen auch verantwortlich für alle anderen. Gwydion hatte Reza geliebt. Und Chaske selbst… mochte die kleine Diva, die gerade alles andere als hochnäsig wirkte, auch irgendwie. „Ich kann sie nicht laufen lassen“, murmelte er der Weißen zu. Beinahe… entschuldigend. Er wäre gerne weiter für Tinú da, aber er musste auch für die anderen da sein.
Chaske löste sich von seiner Schwester. Es fühlte sich kalt an, ohne sie.

Der Schwarze holte Reza mit wenigen Sprüngen ein. Er schlitterte durch den Matsch vor sie, um ihr den Weg zu versperren. „Princessita,“ – der sonst im Scherz gemeinte Kosename wurde nun beinahe sanft ausgesprochen – „bleib hier.“ Auch wenn es beinahe so klang, als würde er sie darum bitten, lag da eine gewisse Unnachgiebigkeit in den eisblauen Augen. Er würde sie nicht gehen lassen, selbst wenn sie das wollte. Es ging hier um ihren eigenen Schutz. „Es ist wahr…“ Er versuchte weiterhin ihrem Blick standzuhalten – und sich dabei zurückzuhalten, nicht einfach die Tränen von ihrer Schnauze zu lecken.
„Gwydion wird nicht zurückkommen. Aber das heißt nicht, dass die Rebellen nicht mehr dein Zuhause sind.“ Nun stupste er sie doch leicht an. Er konnte ihr den Schmerz nicht nehmen. Er konnte nicht Gwydion sein. Aber sie musste wissen, dass sie das hier nur alle gemeinsam durchstehen konnten. „Lass Tyrese nicht gewinnen.“ Das hätte Gwydion nicht gewollt. Dass sie alle an seinem Tod zerbrachen und deshalb aufgaben.
Noch immer blieb er vor Reza stehen. Ein schwarzes Bollwerk. Wenn sie in ihrem Schmerz nicht vernünftig wurde, würde er sie trotzdem irgendwie zurückbringen. Aber vielleicht schloss ja Tinú zu ihnen auf und würde mit ihrer weiblichen Intuition weiterkommen als er mit bloßer männlicher Kraft?

{ Amdir, Rudelplatz der Rebellen | (Rudel), Tinùviel, Reza | spricht leise mit seiner Schwester | folgt Reza }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

04.07.2017 07:06 Forum: Rol­len­spiel

Tyrese war so verblendet, dass er nicht einmal den Wink mit dem Zaunpfahl verstand oder auch einfach nicht verstehen wollte. Aber Chaske war bewusst, wer zur Legende werden würde – und das war nicht der Tyrann. Und er sah auch, dass der Alpha der Nightfalls etwas erkannte: Dass die Rebellion noch lange nicht besiegt war. Dass das hier zwar ein physischer Sieg Anführer gegen Anführer gewesen sein mochte, aber noch lange nicht das Ende.
Vielleicht, ja, vielleicht hatte Gwydions Tod den Stein ja nun erst recht ins Rollen gebracht. Es würde die Rebellen aus der Zurückhaltung locken, sie nur noch verbissener sich wehren lassen. Das glaubte der junge Schwarze jedenfalls, dessen Blick sich nun von Tyrese abwandte und zu dem Kleinen zu seinen Pfoten wanderte. Er wollte mitkommen. Er fürchtete, als Verräter abgestempelt zu werden. Nur, weil er sich auf seine Seite gestellt hatte? Chaske erinnerte sich. An einen kleinen schwarzen Welpen, der allein aufgrund seiner Loyalität zu einem Vater, den er noch nie gesehen hatte, im ganzen Rudel verachtet worden war.
Er wollte das nicht für Deimos. Er wollte ihn nicht auf dieselbe Art und Weise verlassen wie Gwydion seine Familie verlassen hatte.
„Ich komme zurück. Ich verspreche es dir“, flüsterte er für die anderen nicht hörbar. Er würde den Kleinen finden und fortholen. Eine kostbare junge Seele, die Gewalt ablehnte. Chaske hatte immer jene beschützt, die keine Schlachten mochten. So wie Kilian. So wie Míriel. So wie Freya. Und Sharon. Es schnürte ihm die Kehle zu. So oft hatte er versagt.
Aber er konnte Deimos nicht sofort mitnehmen. Dann würde ihnen die Flucht nicht gelingen. Und er musste Khazen da rausholen.

So wandte er sich ab, fort von dem jungen Schwarzen, der ihm viel ähnlicher war als seinem eigenen Vater – und das nicht nur in der Fellfärbung.
Khazen folgte ihm. Schweigend. Vermutlich waren beide zu betäubt, um etwas zu sagen. Irgendwie war das sogar besser so. Als der Braune fiel, stoppte Chaske sofort ab, um ihm wieder aufzuhelfen. Er verlangsamte sein Tempo ein wenig. Immerhin hatte sein Freund gekämpft und war geschwächt.
„Hier lang.“ Er führte sie in einen Bach. Das machte das Laufen zwar beschwerlicher, aber er wollte um jeden Preis verhindern, dass die Nightfalls ihrer Spur folgen konnten. Glücklicherweise tat der Regen sein Übriges, um sämtliche Spuren in Schlamm zu verwüsten.

………

Sie kamen dem Rudelplatz immer näher und mit jedem Schritt fiel es Chaske schwerer. Er wusste, dass er sich der Situation stellen musste. Das bedeutete jedoch nicht, dass er es wollte.
Der junge Rüde erklomm eine kleine Anhöhe, damit das Rudel ihn gut sehen konnte. „Rebellen!“, rief er, um die Aufmerksamkeit der Gruppe zu erlangen. Für einen Moment konnte er nicht anders, als die Wölfe, die ihm so wichtig geworden waren, einfach nur anzusehen. Was, wenn er Khazen das Reden überließ? Aber Chaske wusste, dass er nicht davor fliehen konnte. Sicher war den anderen sofort aufgefallen, dass Gwydion fehlte. Dass Khazen verletzt war… „Gwydion – Vater – ist gefallen.“ Es in dieser Endgültigkeit auszusprechen ließ es nochmal viel realer, viel schmerzhafter klingen.
Der junge Schwarze senkte den Blick. Er wollte den Schmerz nicht sehen. Reza. Tinú. Elìn. Askaan. Sie alle hingen an Gwydion. Würden sie ohne ihn bleiben?
Und würden sie Chaske die Schuld geben? Er stand hier, schmutzig, nass, aber… unverletzt. Während sein Vater tot war.
„Es war Tyrese…“ Nun hob er den Blick doch wieder. Eisblaue Augen sahen jeden einzelnen Rebellen an. „Der Tyrann ist so schwach wie noch nie. Gwydion ist nicht umsonst gestorben. Er hat für die Freiheit gekämpft. Er hat für UNS gekämpft.“
Chaske unterdrückte ein Zittern. „Und ich werde weiterkämpfen. Wir sind kein Rudel. Wir sind eine Familie. Wir müssen weitermachen. Zusammenhalten. Denn das hier ist unser Land und wir werden es uns nicht wegnehmen lassen.“ War das richtig? Sollte er nicht lieber versuchen sie alle so weit wie nur irgendwie möglich von hier fortzubringen? Außerhalb der Reichweite des Tyrannen? Wäre das feige Flucht und Gwydions Andenken mit Pfoten zu treten oder… die einzig sinnvolle Option? Die, die alle retten würde? Wie viele würden sonst noch sterben?
Aber wenn sie Tyrese nicht aufhielten, wer dann? Das Leid würde immer so weitergehen.
„Ich weiß, dass ihr trauern möchtet. Doch das müsst ihr leise tun.“ Selbst wenn er gerne den Kopf in den Nacken legen und laut Heulen würde. Es war zu gefährlich. Ihre Position durfte nicht verraten werden.
Und dann brachen doch wieder die Schuldgefühle durch. „Es … tut mir leid. Ich konnte ihn nicht retten.“ Hätte er nur an der Stelle seines Vaters gestanden, anstatt zuzusehen.

[Amdir, Rudelplatz der Rebellen, erst mit Khazen auf dem Rückweg, dann bei allen Rebellen]

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

29.05.2017 06:57 Forum: Rol­len­spiel

Sein Vater fiel. Wie gebannt hatten die beiden jungen Schwarzpelze zugesehen, wie ihre Erzeuger lange Zeit gleichauf lagen. Jedes Einmischen hätte den Kampf verändern können und so wagte Chaske es nicht. Er glaubte. Glaubte an Gwydion, der Wolf, der sogar für Tyrese, den weithin stärksten Alpha, eine Gefahr darstellen konnte. Er glaubte, dass die Tyrannei heute beendet werden könnte.
Er hatte Unrecht. Es war Tyrese, der obsiegte. Und es war der Anführer der Rebellen, der zu Boden ging. Da war Blut. Viel zu viel Blut. Das Flüstern des Welpen zwischen seinen Pfoten vernahm er kaum. Ganz dumpf wollte etwas in ihm das Blickfeld des Kleinen verbergen, aber er… konnte nicht.

Der Wolf, der dort seine letzten Atemzüge tat und stumm seinen Namen formte, war nicht einfach nur ein Rebell, nicht einfach nur das Herz einer Bewegung, nicht einfach nur die große Hoffnung der freien Welt: Er war sein Vater. Und Chaske verlor ihn, genauso wie er seine Mutter und seinen Bruder verloren hatte. Wie er Sharon und Freya nie wiedersehen würde. Es passierte wieder und wieder und… nie hatte er es ändern können. Hätte er? Hätte er nicht Gwydions Platz einnehmen können? Warum hatte er zugesehen? Warum hatte er vertraut? Chaske war jemand, der die Dinge lieber selbst tat. Der sie immer hatte tun müssen. Dieses eine Mal war er überzeugt gewesen, dass das der Kampf seines Vaters gewesen war – und jetzt? Hatte er ihn im Stich gelassen?

Er hielt dem Blick der goldgelben Augen stand. Kein Wort verließ seinen Fang. Nicht nur, weil er sowieso keinen Ton hervorbringen könnte. Er wollte diesen Moment nicht entweihen. Alles würde von den Nightfalls lediglich verhöhnt werden und so geschah die letzte Kommunikation zwischen Vater und Sohn stumm. Er gab Gwydion ein Versprechen. Dass er nicht aufhören würde. Dass er die Rebellen beschützen würde. Dass er das Erbe der Legende antreten würde.
Es war nur ein leichtes Beben, das seinen Körper durchfuhr. Der junge Wolf hatte schon immer mehr Verantwortung auf den breiten Schultern getragen, als man es in seinem Alter tun sollte. Aber er knickte nicht ein. Er ließ kein Jaulen ertönen, zeigte kein Schrecken in den tiefblauen Augen, wich keinen Schritt zurück. Erst als Gwydion die Augen für immer schloss, glitt sein Blick hoch zu Tyrese.

Kämpfe waren nie so verklärt-romantisch, wie man sie sich oft vorstellte. Sie waren blutig, alles andere als fair und begleitet von unsagbarem Schmerz. Der Tyrann hatte jedoch aus einem gewonnenen Zweikampf Erniedrigung gemacht. Er stahl jede letzte Würde, trat sie wortwörtlich mit Pfoten. In den Boden. Unter sich. Das war kein glänzender Sieger, es war ein wahnsinniger Mörder.
Und schwach. So schwach. Es wäre ein Leichtes für Chaske, sein Leben ein für alle Mal zu beenden. Das einzige, was er dafür tun müsste, wäre… Khazen zu opfern. Khazen sowohl gegen seinen jetzigen Gegner, als auch gegen Murdoch kämpfen zu lassen. Zwei würde der Braune nicht schaffen. Aber sicher lange genug aufhalten, damit Chaske Tyrese töten könnte. Und dann würde er es noch mit Murdoch aufnehmen; einem verletzten Murdoch. Sie würden sterben. Alle hier Anwesenden. Die Tyrannei hätte ein Ende.

Aber die Rebellen, die endlich frei wären, hätten keinen einzigen wahren Beschützer mehr. Die Gefahren, die in der Natur lagen, waren genauso ernst zu nehmen wie die Nightfalls. Die Welpen würden nicht durchkommen. Tinú und Reza und Nhor, sie würden neue Rudel suchen müssen. Wenn sie es denn schafften. Jemand anderes würde sich an die Spitze der Nightfalls stellen und die restlichen Rebellen aus Amdir vertreiben.
Er. konnte. Sie. Nicht. Im. Stich. Lassen.
Zum ersten Mal verstand er, wieso Gwydion – in seinen Augen – so oft so ‚vorsichtig‘ gehandelt hatte. Es war ihm nicht nur darum gegangen, Tyrese zu töten. Er hatte genauso sehr das Leben der Rebellen im Kopf gehabt.

Chaske wollte kämpfen. Er wollte nicht gehen, nicht feige fliehen, nicht schon wieder für andere handeln und nicht so, wie es ihn selbst verlangte.
Und doch war die Liebe zu den Lebenden größer als der Hass auf die Tyrannei. Er beugte sich leicht nach unten, um seinen Kopf auf dieselbe Höhe zu bringen wie die des Welpen. „Ich werde dich suchen. Und du wirst dich entscheiden dürfen, auf welcher Seite du stehen möchtest.“ Er wollte dem Kleinen die Chance geben, sein Schicksal selbst zu wählen. Aber er würde es ihm nicht auferzwingen und ihn hier und jetzt einfach mitnehmen. Es ging um den Welpen, nicht darum, Tyrese eins auszuwischen, indem er ihm einen Sohn nahm, im Gegenzug dafür, dass er ihm den Vater genommen hatte.

Dann richtete der Schwarze sich wieder auf, suchte den Blick des Tyrannen. „Du hast nicht gewonnen.“ Seine Stimme klang so verdammt ruhig, wo alles in ihm doch schrie. „Behalt mich besser mit deinem verbliebenem Auge im Blick.“ Er machte einen Schritt nach vorn. „Du hast Gwydion nicht getötet. Du hast ihn zu einem Märtyrer gemacht.“ Und das würde die Rebellen danach noch viel, viel überzeugter kämpfen lassen. „Anführer kommen und gehen. Legenden sterben nie.“ Tyrese würde man kurz nach seinem Tod vergessen haben. Gwydion dagegen niemals.

Chaske sprang zu Khazen. Er schnappte nach dem Hals dessen Gegners, schüttelte ihn einmal kräftig durch und versuchte ihn dann Kraft seines Körpers gen Murdoch und Tyrese zu schubsen.
„Wir gehen“, wandte er sich knapp an den Braunen. Der eisblaue Blick bohrte sich tief in Khazens Augen. „Ich werde nicht ohne dich gehen. Und die Rebellen brauchen uns.“
Aber würden sie ihn hassen? Weil er Gwydion nicht hatte retten können? Weil er wieder überlebte, während jene, die ihm wichtig waren, vergingen? Wie sollte er seiner Schwester in die Augen sehen können? Keine dieser Ängste spiegelte sich in seinen Augen wieder. „Komm.“ Er wusste um den Hass, den Khazen für Tyrese hegte. Aber auch um dessen Liebe zu seinen Welpen.

[bei Deimos, Tyrese, Murdoch, Khazen, Zetyr, Gin | sieht seinen Vater sterben | startet den Rückzug]

Thema: Lob
Chaske

Antworten: 11
Hits: 4217

02.05.2017 06:34 Forum: Sup­port

Chas würde sich über beides sehr freuen! <3 *mal schnell einwirft*

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

20.04.2017 07:54 Forum: Rol­len­spiel

Die Vergangenheit war das, was einen prägte, was einen stark machte. Hätte Chaske nicht erlebt, was er erlebt hatte, wäre er jetzt nicht hier. Und er wäre ganz gewiss nicht zu dem herangewachsen, der er nun war.
Das waren jedoch Dinge, die er ganz gewiss nicht mit Murdoch besprechen würde. Stattdessen zierte lediglich ein spöttisches Lächeln seine Lefzen. „Und euer Problem ist, ihr hört euch zu gerne selber reden.“ Anstatt zu handeln. Da stand er nun, der silberne Ritter und… kämpfte nicht, sondern spielte mit Worten. Schlug da vielleicht doch ein Herz in seiner Brust? Für seinen Sohn vielleicht. Nicht aber für Wölfe, die sich gegen Tyrese auflehnten.
Beinahe könnte Chaske so etwas wie Mitleid empfinden. Murdoch war nichts weiter als die Marionette des Tyrannen. Wie würde er sich entscheiden, wenn er zwischen der eigenen Familie und seinem Herrn würde wählen müssen?

Der Schwarze schüttelte den Kopf. „Es geht nicht um Rache.“ Er war nicht wie die Nightfalls. Er folgte keinen niederen Gefühlen. „Es geht um Freiheit.“ Er machte einen kleinen Schritt nach vorn. „Die Rebellen töten nicht, um ihre Macht zu beweisen. Wir kämpfen nur, um keine Sklaven zu sein.“ Natürlich brodelte es in ihm, wenn er daran dachte, mit welcher Gleichgültigkeit Murdoch seine Mutter getötet hatte. Aber Chaske war bereit, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Wenn er nun den Silbernen tötete, seinen Sohn aber verschonte, würde dieser, sobald er groß war, wiederum alles dransetzen, Chaske umzubringen. Und so weiter und so weiter, bis am Ende nur noch welche litten, die mit dem ursprünglichen Zwist gar nichts zu tun hatten.

Dann war es jedoch Deimos, der das Ganze unterbrach. Der kleine Schwarze war zu flink, um ihn direkt aufhalten zu können. Trotzdem konnte Chaske ein kurzes Schmunzeln nicht zurückhalten. Da sprach der Silberne, dass er keine Wahl hatte – und wählte doch.
In diesem Augenblick bot Murdoch ein gutes Angriffsziel. Er folgte Deimos, wandte ihm somit den Rücken zu. Aber Chaske griff nicht an. Stattdessen nutzte er den ‚Vorteil‘, dass der Kleine sich mehr auf seiner Seite befand und erreichte ihn als Erstes. „Sie werden nicht aufhören.“ Seine Stimme klang ruhig. Viel ruhiger, als er sich eigentlich fühlte. Beinahe sanft. Entschuldigend. Er konnte den Schmerz in den Augen des Welpen sehen. Wieder ein junges Herz, das viel zu früh gebrochen wurde. Der Kleine konnte nicht verstehen… Das alles war an sich vollkommen absurd. Und doch führte kein Weg daran vorbei. Einer musste heute sterben.

Aber das sollte kein Welpe sein, der aus Naivität zwischen die Fronten geriet. Chaskes Fang legte sich um den Nacken des Zwerges. Aus der Ferne mochte es tödlich aussehen, doch der starke Kiefer schloss sich lediglich behutsam. Der Rebell hob Deimos hoch und brachte ihn und sich mit einem Sprung wieder auf etwas Distanz von den Kämpfenden. Er wusste, dass er sich mit ‚etwas im Maul‘ somit für Murdoch angreifbar machte. Aber er würde seine eigene Sicherheit nicht über die eines Welpen stellen.
Chaske setzte den Kleinen wieder ab, achtete jedoch darauf, dass er dicht bei ihm blieb. Dann richteten sich die eisblauen Augen auf den Kampf. Zum ersten Mal beschlich ihn der Gedanke, dass… Gwydion womöglich nicht gewinnen würde. Eine eiserne Faust schloss sich um sein Herz. Seine Muskeln spannten sich an. Aber JETZT einzugreifen, konnte durch eine kleine Ablenkung schnell genauso tödlich für seinen Vater enden. Er musste darauf vertrauen, dass der Anführer der Rebellen der Stärkere war.
So stand er nun, Deimos zwischen den Pfoten, zwischen Tyrese & Gwydion und Murdoch. Die Sekunden vergingen wie in Zeitlupe und Chaske fühlte sich schrecklich nutzlos. Am liebsten hätte er den Platz mit seinem Vater getauscht. Sein Vater… Endlich nannte er ihn auch in seinen Gedanken so. Und plötzlich ergriff ihn eine überraschende Form von Verlustangst – die sich in den dunklen Gesichtszügen jedoch nicht widerspiegelte.


{ Bei Murdoch & Deimos, in der Nähe von Gwydion & Tyrese | bringt Deimos in Sicherheit | hat Angst um Gwydion }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

30.03.2017 06:58 Forum: Rol­len­spiel

Oh ja, Hochmut kam vor dem Fall. „Und deshalb wirst du heute fallen.“ Ein Lächeln trat auf die Lefzen des schwarzen Rüden. Er selbst kannte seine Grenzen. Er war oft genug gefallen. Das Wichtige war, dass er immer wieder aufgestanden war und mit jedem Erheben hatte er etwas dazugelernt. Chaske wusste mittlerweile, dass man mehr aus jedem Verlieren lernte, als aus allen siegreichen Runden zusammen. Und Tyrese hatte selten verloren… Er dagegen sehr oft.
Amdir war also das Reich des Tyrannen? Ja, das war es einst gewesen. Für lange Zeit… Aber das hatte sich nun geändert. „Nicht solange auch nur ein Rebell noch übrig ist.“ Es ging hier nicht nur um die Großen. Um die bekannten Namen, wie z.B. Gwydion, die Legende selbst. Nein, es ging um jeden Einzelnen von ihnen und solange Tyrese Wölfe unterdrückte, solange würde es auch immer jemanden geben, der sich gegen ihn auflehnte. Sein Reich stand auf tönernen Füßen. Sein Gefolge liebte ihn nicht, sondern fürchtete ihn. Die meisten zumindest.

Es kam Bewegung in die Nightfalls. Jede Faser seines Körpers spannte sich an. Dann jedoch tauschte er einen kurzen Blick mit seinem Vater – und nickte. „Ich werde dir den Rücken freihalten.“ Er glaubte an ihn, wollte an ihn glauben, wollte darauf vertrauen, dass der Alpha der Rebellen den Tyrannen im fairen Zweikampf besiegen konnte. Aber dafür würde er darauf achten müssen, dass ihm keiner in die Quere kam und Gwydion sich ganz und gar auf seinen Gegner konzentrieren konnte.
Der junge Schwarze visierte Murdoch an. Der beste Krieger aus Tyreses Gefolge. Er war derjenige, der den Kampf entscheiden würde, wenn Chaske ihn nicht davon abhielt, sich dort mit einzumischen. Also zeigte seine Körperspannung schon alleine, dass er ihn auserkoren hatte.
Binnen kürzester Zeit herrschte ein riesiger Tumult. Khazen rollte aus seinem Blickfeld. Sofort wurde der Beschützerinstinkt in dem jungen Rüden wachgeklingelt. Aber er konnte dem Braunen jetzt nicht zur Seite eilen. Jeder hier war sich selbst überlassen, denn einem zu helfen würde den Tod des anderen bedeuten.

Chaske eliminierte jegliche Emotionen in seinem Inneren. Sie störten im Kampf, machten unruhig und verletzlich. Er musste auch sämtliche Rachegefühle runterschlucken, um sich nicht von dem Gefühl leiten zu lassen, das ihn überkam, wenn er daran dachte, dass Murdoch seine Mutter getötet hatte.
Der junge Rüde wollte nach vorne schießen, um den Silbernen schon in einen Kampf zu verwickeln, bevor dieser wieder festen Halt unter den Pfoten hatte. Aber… etwas hielt ihn zurück. Die Welpen. Würde er seine Position vor ihnen vorschnell verlassen, konnte er nicht sicherstellen, dass ihnen im Chaos nichts passierte. Also verharrte er an Ort und Stelle, bis Murdoch ihn beinahe erreicht hatte. Der Blick der eisblauen Augen ruhte geradezu entspannt auf dem Soldaten. Doch das täuschte. Er sammelte sich lediglich in seinem Inneren.
„Deshalb werde ich auch nicht zulassen, dass du dich einmischst“, erwiderte er lediglich auf die Worte des Silbernen.

Er machte einen leichten Schritt nach vorne, verlagerte sein Gewicht dabei jedoch ein wenig auf die hinteren Pfoten, um für den Kampfbeginn besser nach vorne schnellen zu können. „Kein Welpe sollte ein Elternteil auf so grausame Art und Weise verlieren.“ Seine Stimme klang dabei nicht einmal vorwurfsvoll und doch schwang darin mit, dass er genau das hatte durchmachen müssen. Wegen Tyrese und Mudoch. Wie ironisch, dass ausgerechnet Nightfallswelpen nun hier saßen. „Sie werden es mit ansehen müssen.“ Dass ihre Väter starben. Und würde man sie dann noch dazu überreden können, sich den Rebellen anzuschließen? Fraglich…
„Du kannst sie nehmen und gehen.“ Das würde zwar bedeuten, dass Murdoch heute nicht sterben würde, aber… dann könnte er an die Seite seines Vaters eilen und fairer Kampf hin oder her, um Tyrese zu töten und seine Tyrannei zu beenden, würde Chaske das in Kauf nehmen. „Aber du wirst deinen König nicht allein lassen, stimmt’s? Nicht einmal für deinen eigenen Sohn.“ Der Schwarze schaffte es gerade so jegliche Bitterkeit aus seiner Stimme zu verbannen. Am Ende waren es immer die Kinder, die unter dem Stolz ihrer Väter zu leiden hatten.

{ Kampf um Amdir || konzentriert sich auf Murdoch }

Thema: Tinúviel
Chaske

Antworten: 3
Hits: 756

02.03.2017 12:29 Forum: Rebellen

Um's nochmal offoziell zu machen: Chas packt seine Sis so ein. <3

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

21.02.2017 07:57 Forum: Rol­len­spiel

Die Situation war alles andere als ideal. Selbst wenn sich nicht noch zusätzliche Probleme auftun würden. Andererseits nahm der Geruch, der nun in der Luft lag, ihm jegliches Kopfzerbrechen, ob er die Welpen mitnehmen sollte oder was er sonst mit ihnen tun könnte.
Der junge Schwarze reagierte nicht mehr auf Khazens Worte. Er blieb ruhig, versuchte seinen Blick nicht suchend über die Umgebung gleiten zu lassen, sondern sich lediglich auf den Geruch zu konzentrieren. Nightfalls. Darunter Murdoch und Tyrese höchstpersönlich. Und noch jemand? Drei gegen zwei? Drei Killer, gegen Khazen und ihn? Miese Quote. Oder auch nicht ganz so mies, denn ein weiterer Duft mischte sich in den Sturm. Einen Moment später tauchte auch schon sein Vater auf.

Chaske nickte Gwydion zu. Es brauchte seine Ankündigung gar nicht mehr. Mittlerweile hatte er auch herausfiltern können, aus welcher Richtung die Nightfalls sich anschlichen.
Auch wenn die Lage mehr als angespannt war, zeigte der junge Rüde sich gelassen. Jede Faser seines Körpers war bereit, sich sofort anzuspannen – aber noch tat er das nicht. Stattdessen legte sich lediglich ein Lächeln auf seine Lefzen, als Tyrese sich mit einem Grollen ankündigte. „Klappt das sonst immer? Dass andere sich durch dein Gebrüll eingeschüchtert fühlen?“ Blaue Augen funkelten spöttisch zu dem Tyrann nach oben.
Oh, er war nicht mehr der Jungwolf, der zwar mit Größe, aber noch nicht mit Muskeln hatte punkten können. Er hatte die Nightfalls als gefrustetes Kind verlassen und stand ihnen jetzt als fertiger Rebell gegenüber. Im letzten Jahr hatte er so manche Schlacht geschlagen. Er hatte keine Angst. Weder vor dem Kampf, noch vor dem Schmerz oder dem Tod. Ganz im Gegenteil. Gewissermaßen lechzte er dem sogar entgegen. Murdoch, Mörder seiner Mutter, Tyrese, Unterdrücker all der Unschuldigen… Sie hatten die Chance, den Krieg hier und jetzt zu beenden. Drei gegen drei. Sie konnten es schaffen.

Aber sein Vater versuchte sich an Diplomatie. Nur kurz huschte sein Blick irritiert zu dem Alpha der Rebellen. Murdoch schien den Vorschlag für ähnlich irrational zu halten.
Chaske wandte sich an die Welpen. Sollten die Nightfalls ruhig kurz für einen Moment denken, er würde sie vor ihren Augen hinrichten. Was er natürlich nicht vorhatte. „Hey, ihr beiden, versteckt euch. Ihr solltet hier nicht zwischen die Fronten geraten.“ Kinder der Nightfalls hin oder her, er wollte nicht, dass Welpen verletzt wurden, weil sie aus Versehen zwischen zwei Kämpfende gerieten.

Sodann richtete er seinen Blick wieder auf die Wölfe auf dem Felsvorsprung. „Eure Ausgangslage ist mehr als nur schlecht. Wenn ihr springt, sind wir über euch, noch bevor ihr eure Pfoten sortiert habt.“ Hätten die Rebellen ihr Kommen nicht bemerkt und wären sie im Überraschungsmoment von den Nightfalls angesprungen worden, hätte das anders ausgesehen. Aber Tyrese war ja so arrogant, sie nochmal extra laut ankündigen zu müssen.
Der Schwarze blieb weiterhin äußerlich gelassen. Es war die innere Ruhe, jetzt, wo alles womöglich gleich eskalieren würde. „Amdir ist nicht mehr dein Revier, Tyrese.“ Eine simple Feststellung, keine Drohung oder Ankündigung. Chaske festigte seinen Stand. Und er hatte nicht vor, auch nur einen der Nightfalls diese Linie überqueren zu lassen.



{Amdir, L8 | in Konfrontation mit den Nightfalls, Gwydion, Khazen, Deimos, Gin, Murdoch, Tyrese, Zetyr }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

25.01.2017 08:05 Forum: Rol­len­spiel

Die Situation geriet völlig außer Kontrolle. Plötzlich schienen alle gleichzeitig zu reden, sich entweder gegenseitig anzufeinden oder urplötzlich neue Vorbilder zu finden. Der kleine Schwarze plapperte einfach mal alles aus. Informationen, die verdammt wichtig sein konnten. Die Welpen waren abgestürzt und ihre Eltern womöglich bereits auf dem Weg hier her. Das hieß, ihnen lief die Zeit davon. Sie mussten eine Entscheidung treffen und zwar… schnell.
Die eisblauen Augen wanderten zu Khazen. Noch immer stand er –äußerlich die Ruhe selbst – zwischen den Welpen und dem Braunen. Er ließ sich weder von Khazens Worten, noch von dem Knurren des kleinen Grauen beeinflussen. „Sie hätten jedes Recht, dir nächstes Jahr an die Kehle zu gehen“, wandte er sich bestimmt an seinen Begleiter. „Was willst du den Welpen beibringen? Dass Mord der einzige Weg ist? Wenn wir sie dieses Mal verschonen, lernen sie vielleicht etwas. Und wenn sie eines Tages hilflosen Welpen gegenüberstehen, dann werden sie sich daran erinnern und sie NICHT töten.“ Was hatte er getan? Hatte er die Rebellen dermaßen mit Geschichten über die Nightfalls geschockt, dass sie bereit waren, den Nachwuchs umzubringen, nur um potentielle zukünftige Soldaten zu verhindern?

„Die Rebellion ist kein Rachefeldzug. Wir kämpfen, wann immer es nötig ist, ja. Aber ich habe die Nightfalls verlassen, weil ich nicht länger akzeptieren wollte, dass Gewalt, die Macht des Stärkeren, über alles entscheidet. Wir dürfen Tyrese nicht stürzen, indem wir seine eigenen Mittel gegen ihn einsetzen.“ Chaske wollte keinen ewigen Kreislauf. Blut wurde mit Blut gerächt und am Ende mussten sogar jene dran glauben, die erst wenige Monate auf der Welt waren. Er schüttelte resolut den Kopf. „Ich werde dich nicht tun lassen, was dich eines Tages in deinen Albträumen verfolgen wird. Denk an deine eigenen Welpen. Es wäre beinahe dasselbe passiert.“ Die Worte waren harsch, aber nicht unfreundlich. Er hatte sich zwischen Khazen mit Gedächtnisverlust und seine eigenen Welpen gestellt. Das war noch gar nicht so lange her. Und jetzt liebte er die beiden wie ein Vater es sollte. „Wenn dich der Irrsinn leitet, ist mein Platz genau hier. Zwischen dir und einem Fehler.“

Der Schwarze drehte sich wieder den beiden Jüngeren zu. Seine Körperhaltung blieb dabei jedoch warnend. Er würde es rechtzeitig mitbekommen, wenn Khazen doch plötzlich angreifen wollen sollte.
„Ich werde nicht zulassen, dass euch etwas geschieht“, lächelte er dem kleinen Schwarzen zu. „Immerhin kann die Welt einen weiteren großen schwarzen Wolf, der seine Familie und Freunde beschützen möchte, wirklich gut gebrauchen.“ Aber würde der Kleine zu einem solchen Wolf heranwachsen? Oder zu einem skrupellosen Soldaten?
Sein Blick wanderte zu dem Silbernen, dem das alles ganz und gar nicht zu passen schien. „Ich kenne die Nightfalls. Ich bin bei ihnen aufgewachsen.“ Er schüttelte sacht den Kopf. „Ihr mögt die Kinder der Hohen sein. Ich bin der Sohn des Verräters. Das ändert einiges, wie mit einem umgegangen wird…“ Erinnerungen überfluteten ihn. Erinnerungen, die schmerzten. „Dein Vater hat meine Mutter ermordet. Sie hat nichts getan, außer ihre Welpen beschützen zu wollen. Was ist daran ehrenhaft?“ Er machte es dem Kleinen nicht zum Vorwurf. Aber, leider, war in ihm der Hass auf die Rebellen schon indoktriniert.

„Ich bin nicht der Anführer der Rebellen. Ich kenne beide. Nightfalls und Rebellen. Ich habe mich für die Rebellion entschieden, weil ich gegen die Unterdrückung bin. Ihr werdet das vielleicht verstehen, wenn ihr älter seid.“
Aber jetzt mussten sie sich beeilen. Sie konnten hier nicht warten bis die Nightfalls auftauchten und sahen, wie ihre Welpen von zwei Rebellen flankiert wurden. Sein Blick glitt wieder zu Khazen. „Wir haben keine Zeit, um uns zu streiten. Sie sind verletzt. Wir können sie hier nicht alleine zurücklassen. Sie wären einfache Beute für jedes Raubtier.“ Er sah wieder zu den Welpen, auch wenn seine Worte an alle drei gerichtet waren. „Und Rebellen beschützen die Schwachen.“ Im Gegensatz zu den Nightfalls.


[J3, Deimos, Khazen, Gin. versucht Ruhe ins Chaos zu bringen]

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

17.01.2017 06:41 Forum: Rol­len­spiel

Der schnelle Lauf, verbunden mit den letzten Auswirkungen des Sturmes, hatte seine Gedanken freigeblasen. Ruhe kehrte in dem jungen Rüden ein. Er konzentrierte sich voll und ganz auf seine Umgebung. Schon bald hatte er Khazen hinter sich gelassen und steuerte nun von der gegenüberliegenden Seite auf den kritischen Punkt zu.
Als er den Ruf des Braunen vernahm, beschleunigte er sein Tempo nochmal – jedoch nicht ohne sich weiterhin zu vergewissern, dass er nicht in einen Hinterhalt geriet.
Aus der Ferne erkannte er drei Gestalten. Khazen, eine kleinere und eine winzige. Dazu die über den Wind zu ihm getragenen Worte, sie zu töten.

Welpen. Das waren Welpen. Chaske holte alles aus seinen Muskeln raus, fegte ohne zu stoppen wie aus dem Nichts an den beiden Kleinen vorbei und kam dann souverän zwischen Khazen und den beiden zum Halt.
Eisblaue Augen richteten sich auf die beiden. Chaske fiel zurück in Erinnerungen. Er selbst, klein, schwach, schwarz und mit gebleckten Milchzähnen, wie er sich den erwachsenen Nightfalls in den Weg gestellt hatte, wann immer er seine Mutter und Geschwister in Gefahr geglaubt hatte. Sie hatten ihn ausgelacht. Im besten Fall. Im Schlimmsten hatte er sich danach mit schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Staub aufrappeln müssen. Er… hatte haargenau so ausgesehen wie der Kleine hier. Erst jetzt fiel ihm auf, wie lächerlich das gewesen sein musste.
Aber es machte ihn wütend. Wütend, dass ein Erwachsener den Winzling bedrohte.
Sein Blick wanderte weiter, zu dem etwas Älteren. Silbergraues Fell, nur allzu bekannte Augen. Kurz fühlte er sich dazu verleitet, Khazens Worten Folge zu leisten. Das hier war der Sohn des Wolfes, der seine Mutter getötet hatte. Würde er ihm sein Kind nehmen, oh, dann dürfte Murdoch verstehen, was Chaske erlitten hatte… Aber der Kleine konnte nichts dafür. Es wäre ein Teufelskreis und verlieren würden immer jene, die am allerwenigsten dafürkonnten.

Ruhig, viel ruhiger, als er sich innerlich fühlte, wandte er sich an Khazen. „Wir töten keine Welpen.“ Er ließ es wie einen Fakt klingen, unterstrichen einzig von seiner Größe, die beinahe an die von Tyrese heranreichte. Keine gefletschten Zähne, nicht einmal aufgestellte Nackenhaare. Seine Präsenz musste genügen. „Du darfst nicht vergessen, warum wir Rebellen sind, Khazen. Weil wir anders sind als Tyrese.“ Und nicht einmal der Tyrann würde wahllos Welpen töten, wenn er sie womöglich für sich selbst rekrutieren könnte.

Chaske fragte sich, ob er womöglich schuld war, dass der Braune so reagierte. Er propagierte, dass die Nightfalls Monster waren, dass man jeden, den man erwischen konnte, endgültig auslöschen sollte. Was, wenn Sharons Kinder so aufgezogen wurden und irgendwann kaltblütig Welpen ermordeten? Der Gedanke beunruhigte den Schwarzen.
Aber was sollten sie mit den beiden machen? Sie laufen lassen? Es war gefährlich hier draußen. Das käme beinahe einem Todesurteil gleich, nur dass sie es nicht selbst ausführen würden. Und wenn sie es schaffen sollten, könnten sie die Rebellen verraten. Sie mitnehmen? Sie waren noch jung und formbar. Aber nachdem Khazen einen alles andere als guten ersten Eindruck gemacht hatte, würden sie vielleicht ständig zu fliehen versuchen oder ihren Standpunkt – und den der Rebellen – durch Heulen verraten.
Vielleicht konnte man sie austauschen? Und etwas dafür verlangen? Wenn Tyrese sich denn darauf einließe… Aber es widerstrebte ihn, Welpen für so etwas auszunutzen. Manchmal sprach eben doch sein Herz und nicht die Taktik.

Chaske trat näher auf die Jungen zu, ohne sich auch nur im Geringsten an ihrer Abwehrhaltung zu stören. „Du hast den Mut deines Vaters. Ich hoffe nur, auch das Herz deiner Mutter“, wandte er sich an den Silbernen. Dann sah er zu dem kleinen Schwarzen. „Da unsere Chancen gegen dich sowieso gen Null gehen, ergeben wir uns“, schmunzelte er. Nicht spöttisch, eher belustigt.
„Was ist passiert? Wo ist euer Rudel?“ Aufmerksam sah er die beiden an. Sie hatten vermutlich keine Zeit, hier ewig rumzustehen.
Er blickte wieder zu Khazen. „Wir können Welpen nicht für die Taten ihrer Eltern verantwortlich machen.“ Er hatte die ersten Monate seines Lebens darunter gelitten, der Sohn des Verräters zu sein. Er würde den Silbernen nicht dafür bestrafen, das Kind des Mörders zu sein.


[J3, Deimos, Khazen, Gin, mischt sich ein, schützt die Welpen]

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

10.01.2017 15:01 Forum: Rol­len­spiel

Würde er laufen können, wenn sich ihm ein Soldat der Nightfalls in den Weg stellte? Es ging nicht nur darum, dass sich sein Körper bei der bloßen Vorstellung anspannte. Nicht furchtvoll, eher… erwartungsvoll. Ein Teil von ihm lechzte danach, jenen, die ihn einst zu Boden gedrückt hatten, gegenüberzutreten. Größer, stärker, selbstbewusster. Ein ernst zu nehmender Gegner, kein Jungwolf, dem die eigenen Gliedmaßen im Weg standen. Vielleicht hatte er mehr von Tyrese, als ihm lieb war. Hasste man nicht gerade jene, in denen man etwas von sich selbst erkannte, was man nicht mochte?
Ja, womöglich drängte er sogar in die Richtung der Gefahr, weil er ihr gar nicht aus dem Weg gehen wollte…?
Die Vernunft sprach dagegen. Es war taktisch klüger, sich nicht planlos mit den Feinden anzulegen. Wenn sie den Krieg, und nicht nur eine Schlacht, gewinnen wollten, dann sprach alles für den Rückzug. Nur… Emotionen interessierten sich einen Scheißdreck für Taktik. Könnte er fliehen, wenn er sich nicht sicher war, dass auch Khazen davongekommen war?
Gerade wollte er einwerfen, dass er das nicht versprechen würde, da sagte der Braune etwas, was ihn seine Lefzen unverrichteter Dinge wieder schließen ließ. Pass auf dich auf. Nur vier kleine Wörter.

… aber Chaske hatte sie noch nie gehört. Nicht an ihn gewandt. Er war derjenige, der sich immer Gedanken darüber gemacht hatte, dass seine Mutter, seine Geschwister, durchkamen. Sie hatten darauf vertraut, dass er auf sie aufpasste. Khazen war vermutlich gar nicht bewusst, welch wunden Punkt er da getroffen hatte. Den unterdrückten, verletzlichen Teil der Seele des Schwarzen. Dass sich jemand um ihn sorgte.
Die tiefblauen Augen starrten den Älteren für einen Moment einfach nur an. Dann riss er seinen Blick fort und versuchte das Chaos in seinem Inneren zu sortieren. „Wir kriegen das hin“, entfuhr es ihm sodann unvermittelt und vielleicht etwas heftiger als geplant. Beinahe so, als würde er mit seinem puren Willen durchsetzen wollen, dass ihnen beiden nichts passierte.

Dann setzte er sich in Bewegung. Er musste den Kopf frei bekommen! Es gab nichts Gefährlicheres in einer bedrohlichen Situation, als wenn man nicht ganz und gar bei der Sache war. Je mehr Chaske zu verlieren hatte, umso schwieriger war das. Und er hatte hier etwas zu verlieren. Nicht nur sein Leben – sondern auch einen Freund. Einen Freund, der sich genauso wie er in Gefahr begab und der sich vielleicht als Letztes an seine drohende, knurrende, verfluchte Haltung erinnerte…! Chaske hasste es. Hasste sich…
Der Schwarze schoss voran. Er blieb flach am Boden, schweifte jedoch zur Seite ab, um in einem großen Bogen auf die Geräusche zuzuhalten. Die Gerüche wurden intensiver. Chaske versuchte einzelne Rudelmitglieder herauszufiltern. Es gelang ihm nicht.
Irgendwann meinte er, leise Stimmen zu hören. Oder eher gesagt, dünne Stimmchen. Das klang ganz und gar nicht nach gefährlichen Soldaten – sondern nach hilflosen Kindern.
Trotzdem blieb der junge Rüde auf der Hut, während er sich vorsichtig voranschob. Jederzeit bereit, auf die kleinste Änderung der Umgebung zu reagieren…

{Amdir, L8 | Khazen, (Gwydion) | ist verwirrt, nähert sich den Welpen }
[/quote]

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

10.01.2017 12:47 Forum: Rol­len­spiel

Für einen Moment glaubte Chaske, Khazen würde gleich zurückknurren. Das wäre… kontraproduktiv. Er hatte nicht vorgehabt, hier einen Streit vom Zaun zu brechen, sondern lediglich, dass die Sache mit kühlerem Kopf anging. So gesehen hatte er den Braunen vor Dummheiten schützen wollen – was glorreich schief gegangen war.
Den Schwarzen traf die nüchterne Erkenntnis, dass er… bei den Nightfalls aufgewachsen war und noch immer nach ihren Regeln spielte. Der Einsatz rauer Methoden ging mit ihren Moralvorstellungen konform. Nicht aber bei den Rebellen. Sie funktionierten… anders. Freunde sollten sich nicht die Zähne fletschen, sondern miteinander reden können.
Auch der nachgeschobene halbherzige Scherz ließ die Gesichtszüge des Älteren nicht freundlicher werden. Und dann stand Chaske sich mal wieder selbst im Weg. Er wusste nicht, wie man aus solchen Situationen wieder rauskam. Bei den Nightfalls hatte sich dann meist einer der beiden geduckt, nachgegeben und die Sache war gegessen.
Kurz ruhte der Blick der eisblauen Augen noch auf Khazen, ehe er sich aus der Situation rettete, indem er Gwydion ansprach.

Zu seiner Überraschung würden sie tatsächlich so vorgehen und nicht etwa er würde – wie er fast schon befürchtet hatte – als Nachhut dienen. Der junge Rüde nickte auf Khazens Worte, auch wenn er befürchtete, dass diese eher an seinen Vater gerichtet waren. „Außer wir haben es lediglich mit einem Verfolger zu tun. Den sollten wir schaffen.“ Kurz glitt sein Blick um Bestätigung heischend zu dem Braunen.
Sie setzten sich in Bewegung. Chaske spürte, dass etwas nicht stimmte. Aber jetzt war keine Zeit, sich über getretene Gefühle Gedanken zu machen. Die Konzentration des Alphasohnes lag ganz und gar auf seiner Umgebung. Wie Khazen begab auch er sich in geducktere Haltung. Der Braune konnte sich viel besser verstecken als er. Chaske gehörte zwar die Nacht, aber auch da machte ihm der weiße Fleck auf der Brust oft einen Strich durch die Rechnung.

Seine Muskeln spannten sich nochmal einen Tacken mehr an, je weiter sie kamen. „Nightfalls…“, flüsterte er. Er kannte diesen Geruch, würde ihn auch drei Meilen gegen den Sturmwind jederzeit identifizieren können. Kurz stoppte er. Das war Wahnsinn. Jeder weitere Schritt konnte sie in ihr Verderben locken. Noch waren sie vermutlich nicht gewittert worden. Der Wind ging in ihre Richtung und die Duftnote des feindlichen Rudels war nur schwach merklich. Sie sollten umkehren.
Aber da waren Schreie gewesen…!
Chaske brachte sich näher neben Khazen. „Vielleicht ist das eine Falle…“, murmelte er. Selbst mit Gwydion als Rückendeckung würden sie ein Problem haben, wenn sie abgeschottet wurden. „Ich werden einen Bogen laufen und mich der Sache von hinten nähern.“ So hätten sie zumindest drei Punkte, von denen aus sie handeln konnten. Und wenn sich ihm nichts in den Weg stellte, würden Khazen und er sich am Ort der Schreie wieder treffen. „Wenn dir einer der Soldaten begegnet, dann halte an unserem Rückzugsplan fest.“ Er wollte auf keinen Fall, dass Khazen blieb und kämpfte, weil Chaske noch nicht zurück war. Und weil er das alles mal wieder wie eine Entscheidung und nicht wie eine Beratung hatte klingen lassen, schob er noch fragend nach: „Okay?“


{ Amdir, L8 | Khazen, (Gwydion) | nähert sich mit Khazen den abgestürzten Welpen}

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

03.01.2017 10:06 Forum: Rol­len­spiel

Der Sturm durchkreuzte seine Pläne. Chaske beschloss, später mit Nhor zum Fluss zurückzukehren und zu prüfen, ob sich da etwas machen ließ. Die beiden Älteren waren sowieso in Schweigen verfallen und schienen gedanklich überall zu sein, nur nicht mehr bei weiteren Ideen. Also hielt auch der junge Schwarze vorübergehend die Klappe. Bei dem Unwetter war es sowieso schwer, sich auf etwas anderes zu konzentrieren als darauf, eine Pfote vor die andere zu setzen. Seine Größe und sein Gewicht halfen ihm da zwar, dass er nicht einfach weggeweht wurde – zugleich bot er dem Wind damit aber auch mehr Widerstand und musste stärker dagegen an arbeiten.
Plötzlich riss ihn ein Geräusch aus seinen Gedanken. Die wachsamen blauen Augen wandten sich um und auch seine Ohrenspitzen zuckten in besagte Richtung. Die Hügelkette…

Gerölllawinen waren bei diesem Unwetter eigentlich zu erwarten gewesen. Was jedoch seine Aufmerksamkeit auf sich zog, waren die verhallenden Schreie, die eindeutig jung, hilflos, verängstig und… wölfisch geklungen hatten.
Khazen hatte sich bereits in Bewegung gesetzt. Mit wenigen Sprüngen überholte Chaske den Braunen und stellte sich ihm in den Weg., Ein kurzes Knurren verließ seine Kehle und er stellte die nassen Haare auf. „Kopflos losstürmen ist ein Fehler der Jugend, Khazen. Ich hätte nicht gedacht, dass du ihn auch begehst.“ Sofort nahm der junge Rüde wieder die Drohung aus seiner Körperhaltung, glättete sein Fell und die gefletschten Zähne wichen einem Schmunzeln auf den Lefzen. „Oder wirst du nun ganz von den Papa-Instinkten regiert?“, foppte er den Braunen ein wenig.

Seine eigenen Gedanken waren auch sofort zu den Welpen gehuscht. Aber, nein, sie waren beim Rudel und selbst wenn sie ihnen nachgelaufen wären, hätten sie nie mit ihnen Schritt halten können. Außerdem hatte Chaske seine Umgebung immer im Blick. Sie waren nicht verfolgt worden.
Dennoch, die Rufe hatten so jung geklungen, so dermaßen verzweifelt, dass sein Beschützerinstinkt in Alarmbereitschaft gesprungen war. „Wir müssen vorsichtig vorgehen. Vielleicht sind dort noch mehr.“ Ältere Wölfe. Vielleicht sogar feindlich Gesinnte. Sie durften nicht blind in ihr Verderben laufen, nur weil Gut-Wolf auf ihrer Stirn geschrieben stand. Chaske hatte diese naive Epoche seines Heldenmutes hinter sich gebracht. „Zwei schleichen sich voran, einer gibt Rückendeckung. Und wir müssen immer einen Rückzugsweg offenhalten“, schlug er sodann vor.
Sein Blick glitt von Khazen fort und fragend zu seinem Vater. Er wusste, dass Gwydion hier das Kommando hatte und dementsprechend entscheiden musste. Aber irgendwie ging er davon aus, dass sowohl Khazen als auch er selbst nicht nicht nachsehen würden, wenn der Alpha nun befehlen sollte, weiterzulaufen. Vielleicht brauchte dort hinten jemand ihre Hilfe und sie wären nicht besser als Tyrese, wenn sie dies ignorieren sollten.


{ Amdir, L8 | Gwydion, Khazen | auf dem Weg zu den Welpen }

Thema: Der Druck steigt - Plot 07
Chaske

Antworten: 361
Hits: 41120

10.11.2016 06:46 Forum: Rol­len­spiel

Er würde die Rebellen gemeinsam mit seinem Vater trainieren. Auch wenn die Nightfalls ihnen mit Jahren an Erfahrung voraus waren, war das hier ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Rebellen hatten viel Herz, viel Mut und vor allem gute Gründe, um zu kämpfen. Allein das würde sie zu erbitterten Gegnern machen, selbst wenn sie Wölfen gegenüberstehen sollten, die mehr wie Maschinen denn wie Lebewesen reagierten. Die Vorstellung, eines Tages womöglich auch die Welpen in den Kampf ziehen zu lassen, behagte Chaske zwar nicht, aber ihm war durchaus bewusst, dass man die Jüngeren nur dann am besten schützen konnte, wenn sie sich im Notfall auch selbst zu verteidigen wussten. Auch wenn der Schwarze eigentlich nicht vorhatte, sie in eine solche Lage geraten zu lassen. Aber er hatte bei Kilian versagt, bei seiner Mutter, bei so vielen Wölfen, die ihm etwas bedeutet hatten… „Durch zusehen lernt man fast genauso viel wie durch Handlungen“, nickte er Khazen zu. „Das gilt nicht nur für die Welpen. Jeder, der die Zeit dafür erübrigen kann, sollte sie nutzen, um auch beim Training anderer zuzusehen.“ Er selbst hatte als Welpe stundenlang versteckt im Gebüsch liegen können, um den Nightfalls fasziniert beim Training zuzusehen. Das Abgeschaute hatte er dann versucht in seinen eigenen Aktionen umzusetzen.

Die Anspannung stieg wieder ein wenig an, als es um Reza ging. Chaske war sich nicht sicher, welches ‚Problem‘ sein Vater damit hatte. Traute er ihm nicht? Glaubte er, er würde der Wölfin etwas tun? Oder war er gar eifersüchtig? Oder einfach nur verunsichert? Der Jüngere versuchte die Situation irgendwie aufzulockern. Ein beinahe amüsiertes Schmunzeln zuckte um seine Lefzen, als er sah, wie Gwydion sich damit abmühte, zuzugeben, dass Reza ihm wichtig war. Die Ohren des jungen Rüden stellten sich aufmerksam auf. Familie. Es war lange her, dass er dieses Wort gehört hatte. Es war nochmal etwas anderes als ein Rudel. Enger, vertrauter… Khazen und seine Welpen waren eine Familie. Aber Gwydion, Reza, seine Schwester und er…? Chaske war sich da nicht so sicher. Dafür kannten sie sich zu wenig, konnten sich nicht blind aufeinander verlassen. Und dennoch hatte die Aussage des Alphas ihm ein leichtes Lächeln entlockt. Vielleicht sah Gwydion in ihm doch mehr als einen Störenfried. „Alle Rebellen sind eine Familie“, erwiderte er ruhig. Er würde für jeden einzelnen von ihnen mittlerweile durchs Feuer gehen. Für Sharons Welpen womöglich noch unverzögerter als für jene, die durch Blut an ihn gebunden waren.
Während seine Aussage also bedeutete, dass er das Rudel insgesamt als seine Familie sah – und das machte den Schwarzen wirklich glücklich, da er sich bei den Nightfalls als eine Art Abfallprodukt gefühlt hatte -, zeigte er damit zugleich aber auch, dass er diese extra-Nähe bei Gwydion und Reza für ihn noch nicht sah. Ja, auch sie gehörten zur Familie. Aber eben nicht mehr als die anderen.

Aber genug der tiefsinnigen Gedanken. Letztendlich war er eben doch noch ein recht junger Wolf, voller Energie und Elan. Eben jene überschüssige Energie versuchte er nun mit erhöhtem Tempo loszuwerden. Die alten Männer ließen sich nur allzu bereitwillig darauf ein. Sie stürmten zwar nicht übermütig los, zogen aber dennoch etwas an. Bisher wirkte alles ruhig. Aber so ein Sturm ging nicht spurlos an der Landschaft vorbei. Im Kopf des jungen Schwarzen arbeitete es bereits wieder. Er warf seinem Vater einen kurzen Blick zu. „Können wir zum Fluss?“ Er war es nicht gewohnt, andere um Erlaubnis zu bitten. Aber er hatte sich vorgenommen, sich anzupassen, sich wirklich zu integrieren und… da konnte er keine Ego-Trips mehr vollführen. Ob seine Idee durchführbar wäre, würde er jedoch nur herausfinden, wenn er in die Nähe des Wassers käme. „Dort, wo er ein Stück durch den Wald fließt.“ Sollte der Alpha dies verneinen und eine andere Route im Sinn haben, dann… nun, dann könnte er dort später mit Nhor hinlaufen, oder? Denn bei dem anderen Jungwolf war er sich doch recht sicher, dass er derjenige sein würde, der die Richtung bestimmen dürfte.


[Amdir | F13 -> G13 | Gespräch mit Khazen & Gwydion, hat wieder mal eine Idee | Gwydion & Khazen]

Zeige Themen 1 bis 20 von 32 Treffern Seiten (2): [1] 2 nächste »
Powered by Burning Board Lite 1.0.2 © 2001-2004 WoltLab GmbH